"Diese Gruppe hat es in sich", kommentierte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann die Auslosung der Champions League. "Lyon ist ein Brocken, Florenz hat seinen Reiz durch Luca Toni. Es wird eine sehr, sehr spannende Angelegenheit."

Nach einem Jahr Abstinenz lechzen die Bayern wieder nach Erfolgen in der "Königsklasse". Doch ein Selbstläufer wird die Gruppe mit Sicherheit nicht.

Gegen Olympique Lyon, den französischen Meister der letzten sieben Jahre (!), haben die Bayern sowohl 2001 (1:0, 0:3) als auch 2003 (1:2, 1:1) schlecht ausgesehen. Der AC Florenz erreichte wie der FC Bayern im Vorjahr das Halbfinale im UEFA-Cup und ist ebenfalls nicht zu unterschätzen, was auch der ehemalige Fiorentiner Luca Toni bestätigen dürfte.

Steaua Bukarest kommt die Rolle des Underdogs zu. In der vergangenen Saison holte der rumänische Vizemeister gerade einmal einen Punkt in der Champions League.

Olympique Lyon

Größte Erfolge: Zwischen 2004 und 2006 standen die Franzosen drei Mal im Viertelfinale der Champions League. Seit 2002 heißt der französische Meister Olympique Lyon.

Letzte Champions-League-Teilnahme: Kein anderer Verein in Europa dominiert seine einheimische Liga derzeit so sehr wie Olympique Lyon in Frankreich. Sieben Mal hintereinander gewann der Club unter drei verschiedenen Trainern die Meisterschaft. Doch international reichte es bislang nur zu Achtungserfolgen. Das Viertelfinale der Champions League war bislang das höchste der Gefühle. 2008 war im Achtelfinale Endstation. Diesmal lautet die Zielsetzung des ehrgeizigen Präsidenten Jean-Michel Aulas: Halbfinale.

Der Star: Karim Benzema hat 2008 kräftig abgeräumt. Meister mit Lyon, Torschützenkönig der Ligue 1 und auch Gewinner der Wahl zum besten Feldspieler Frankreichs. Auch in der Champions League traf der dribbelstarke Supertechniker vier Mal. Bei der EURO konnte er die hohen Erwartungen allerdings nicht erfüllen.

FC Bayern München

Größte Erfolge: Zwei Mal Weltpokalsieger (1976, 2001), vier Mal Gewinner des Europapokal der Landesmeister / der Champions League (1974, 1975, 1976, 2001), ein Mal Gewinner des Europapokal der Pokalsieger (1967), ein Mal Gewinner des UEFA-Pokals (1996). Hinzu kommen 21 Deutsche Meisterschaften.

Letzte Champions-League-Teilnahme: Nach dem Intermezzo im "Cup der Verlierer" messen sich die Bayern wieder mit den Besten Europas, so wie sie es die zehn Jahre zuvor durchaus erfolgreich getan haben. Allerdings kamen die Münchener seit dem Gewinn der Champions League 2001 nicht mehr über das Viertelfinale hinaus, auch 2007 war in der Runde der letzten Acht Schluss.

Der Star: Nach seiner überragenden Saison fehlte Franck Ribery zum Saisonstart verletzungsbedingt. Im vergangenen Jahr machte er oftmals den Unterschied aus und verzückte die Zuschauer mit seinen schnellen Antritten, seinen Dribblings und seiner Torgefahr. Neben Ribery ist Torjäger Luca Toni eine der wichtigsten Figuren der Münchner im Kampf um die Champions-League-Krone. Für den Italiener ist es das Debüt in der "Königsklasse".

Steaua Bukarest

Größte Erfolge:
1986 Gewinner des Europapokals der Landesmeister, 23 Mal rumänischer Meister zwischen 1951 und zuletzt 2006, 21 Mal rumänischer Pokalsieger zwischen 1949 und zuletzt 1999.

Letzte Champions League-Teilnahme: Seit Oktober 2007 hat Steaua-Legende Marius Lacatus - einer der Stars der Truppe, die 1986 den Cup der Landesmeister geholt hat - das sportliche Sagen. Er gilt als harter Hund und verlangt von seinen Spielern eine sehr körperbetonte Spielweise. Besonders stark ist die Innenverteidigung mit Goian/Ghionea - zuletzt gab es nur 19 Gegentore in 34 Spielen. In der Champions League kam 2007 aber das Aus in der Gruppenphase.

Der Star: Mirel Radoi, der Kapitän von Steaua und Liebling der Fans. Trotz lukrativer Angebote aus dem Ausland blieb der 27-jährige Abwehrspieler seinem Club treu. Radoi ist das personifizierte "Kampfschwein" und kann sowohl Innenverteidiger als auch den Abfangjäger vor der Viererkette spielen.

AC Florenz

Größte Erfolge:
1961 Gewinner des Europapokals der Pokalsieger (1961), 1990 Finalist im UEFA-Cup, 2008 Halbfinalist im UEFA-Cup. Zwei Mal italienischer Meister, 1956 und 1969. Sechs Mal italienischer Pokalsieger zwischen 1940 und zuletzt 2001.

Letzte Champions-League-Teilnahme: Turbulente Jahre liegen hinter dem AC Florenz, seit er vor acht Jahren letztmals in der Champions League seine Visitenkarte abgab (Aus in der Zwischenrunde). Der Insolvenz und dem Zwangsabstieg in die vierte Liga 2002 folgte ein bemerkenswertes Comeback. 2008 ist die Fiorentina zurück in der "Königsklasse". Auch der Spielerkader wurde kräftig umgekrempelt. Zwölf Kicker - darunter auch Stars wie Ujfalusi und Vieri - haben den Verein verlassen, 17 neue wurden unter Vertrag genommen. Der prominenteste Neuzugang dürfte der italienische Nationalstürmer Gilardino sein.

Der Star: Seine Stationen können sich sehen lassen: Juventus Turin, FC Chelsea, AC Parma. Seit zwei Jahren stürmt der Rumäne Adrian Mutu nun für den AC Florenz. Und das mit großem Erfolg. 32 Tore in 62 Ligaspielen sind eine beeindruckende Quote. "In Florenz", sagt Mutu ganz unbescheiden, "bin ich wieder zum Ferrari geworden."