München - Der FC Bayern München beginnt seine Mission: Mit dem Heimspiel gegen ZSKA Moskau (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) startet der Triple-Sieger in die neue Champions-League-Saison und hat ein ganz großes Ziel: die Titelverteidigung. Dass dieses Unterfangen äußerst schwierig ist, beweist die Tatsache, dass es noch keinem Club in den 21 Jahren seit Bestehen der Königsklasse gelungen ist.

Der ehemalige Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld, mit dem die Münchner 2001 den Henkelpott gewannen, hegt keinerlei Zweifel an einem erfolgreichen Start der Isarstädter in die Königsklasse. "Alles andere als ein Bayern-Sieg ist nicht zu erwarten", sagte der 64-Jährige gegenüber bundesliga.de. "Aber selbst wenn es heute nur ein Unentschieden geben sollte, sind die Bayern stark genug, die Gruppe klar zu gewinnen."

Die eher glanzlosen Auftritte in der Liga haben den Zauber der so erfolgreichen Vorsaison zwar bisher vermissen lassen. Doch satt ist der FCB nie!

Schweinsteiger ist wieder im Kader



"Es geht darum, von einem guten Niveau im letzten Jahr auf ein sehr gutes in diesem Jahr zu kommen", sagte Sport-Vorstand Matthias Sammer zu "Sky". Der Bayern-Funktionär ist mit dem derzeitigen Auftreten des Teams so gar nicht zufrieden und prangerte nach dem 2:0 gegen Nürnberg mangelnde Leidenschaft an (). Dieser Aspekt soll sich gegen Moskau wieder ändern.

Ein Sieg ist ohnehin eingeplant. "Wir möchten direkt mit drei Punkten starten. Auch in der vergangenen Saison haben wir den Grundstein in der Gruppenphase gelegt", fordert Mittelfeldspieler Toni Kroos.

Der Rekordmeister kann dabei zum Auftakt mit Bastian Schweinsteiger auf eine wichtige Stütze zurückgreifen. Neben den Langzeitverletzten Javi Martinez, Mario Götze, Thiago Alcantara und Holger Badstuber sind also alle wieder an Bord - beste Voraussetzung für einen Dreier.

Guardiola: "Moskauer Mannschaften sind immer kompliziert zu spielen"



Bei den Gästen sieht es dagegen personell eher düster aus. Neben dem Spielmacher Alan Dzagoev fallen auch Zoran Tosic, Rasmus Elm, Mario Fernandes und Seydou Doumbia aus. Die Russen fahren auf dem Papier stark geschwächt in die bayrische Landeshauptstadt. Das hält Bayern-Kapitän Philipp Lahm jedoch nicht davon ab, das Gästeteam zu unterschätzen: "Sie haben ordentliche Einzelspieler, leben aber vor allem von ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit."

Auch Pep Guardiola hat großen Respekt vor dem Auftaktgegner und beschreibt ZSKA als unangenehm, vor allem zu diesem Zeitpunkt: "In dieser Periode ist Moskau sehr stark, nach ihrer Winterpause im Frühjahr sind sie nach meiner Erfahrung eher schwächer. Die Moskauer Mannschaften sind immer kompliziert zu spielen, vor allem physisch sind sie sehr stark." Der Bayern-Coach hat persönlich keine guten Erinnerungen an den russischen Meister. Mit dem FC Barcelona - damals amtierender CL-Sieger - schied er 1992 als Spieler gegen ZSKA im Achtelfinale aus.

Neuer: "Haben die Titelverteidigung vor Augen"



Aktuell sorgten die Russen dagegen nicht gerade für Furore im Europapokal. In der vergangenen Spielzeit scheiterte man bereits in den Play-Offs zur Europa League - national lief es dafür umso erfolgreicher. Moskau holte sich das Double, wurde russischer Meister und Pokalsieger. Trotz der krassen Außenseiterrolle gehen die Russen durchaus selbstbewusst in die Partie und lassen sich von der makellosen Heimbilanz der Gastgeber - zwölf Siege in 14 Heimspielen - nicht schocken. Im Gegenteil: "Wir haben ein starkes Team und fürchten keinen Gegner", stellt ZSKA-Keeper Igor Akinfeev klar.

Man darf gespannt sein, wie sich der FC Bayern bei seinem ersten Auftritt in der europäischen Königsklasse präsentieren wird. An Motivation fehlt es dem FCB sicherlich nicht: "Wir wissen, wie schön es war. Die Titelverteidigung haben wir vor Augen!", sagte Keeper Manuel Neuer.

Voraussichtliche Aufstellungen:

FC Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Schweinsteiger - Robben, Müller, Kroos, Ribery - Mandzukic

ZSKA Moskau: Akinfeev - Nababkin, V.Berezutski , Ignashevich, Schennikov - Wernbloom, Cauna - Zuber, Honda, Vitinho - Musa

Yannik Schmidt