Vor jeder neuen Bundesliga-Saison wird der ohnehin hoch komplexe Prozess der Spielplanung durch bestimmte Faktoren zusätzlich erschwert. Dazu gehören Doppelnutzungen der Spielstätten, wie in München durch den FC Bayern und den TSV 1860, oder Sicherheitsaspekte, die mit der Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) zu koordinieren sind, müssen berücksichtigt werden.

Zudem will die DFL regionale "Doppler" ausschließen, also beispielweise ein zeitgleiches Heimspiel von Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Köln oder dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli, was die Sicherheitsbehörden ansonsten vor logistische Probleme stellen würde. Auch unterschiedliche Feiertagsregelungen in den einzelnen Bundesländern und parallel ausgetragene Events wie Kirchentage, Konzerte oder Messen sind in den Planungen zu berücksichtigen.

WM erschwert Hertha-Start

Die Planung für die Saison 2009/2010 wurde unter anderem durch die Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August erschwert. Da die WM im Berliner Olympiastadion stattfindet, muss Hertha BSC Berlin mit einem Heimspiel in die Saison starten und anschließend zwei Mal auswärts antreten.

Die Spielplanung für die Bundesliga und 2. Bundesliga ist unter anderem auch dadurch gekennzeichnet, dass die 34 Spieltage in einem symmetrischen System ausgetragen werden. Mit anderen Worten: Jeder Club spielt abwechselnd auswärts und zu Hause. Zudem tritt jeder Club pro Wochenende nur ein Mal an, und es gibt pro Halbsaison nur eine Partie gegen jeden anderen Club der Liga.

Der Computer hilft

Nicht zuletzt aufgrund dieser zahlreichen Rahmenbedingungen gehören die Zeiten, da Spielpläne noch ausschließlich mit Rechenschiebern erstellt wurden, längst der Vergangenheit an. Der moderne Spielplan der Bundesliga entsteht mit Hilfe des Computers. Seit der Saison 2005/2006 wird dabei eine Software namens "ILOG" verwendet. Dieses von der DFL-Spielplanern bereits mehrfach weiter optimierte Programm erleichtert die Erstellung eines bis ins kleinste Detail ausbalancierten Spielplans.

Doch so modern die Spielplanung auch abläuft: Auch in der Saison 2009/2010 können die exakten Terminierungen aller 34 Bundesliga-Spieltage erst etwa vier Wochen vor Anpfiff erfolgen. Nur so kann die DFL flexibel auf kurzfristige Spielansetzungen der UEFA in Champions League und Europa League reagieren.