Fast auf den Tag vor 25 Jahren bestritt unser VfL sein erstes Bundesligaspiel im neu erbauten Ruhrstadion. Seit mittlerweile fast einem Jahrhundert spielen die Bochumer am selben Standort: der Castroper Straße.

Kurioserweise begann die Fußballgeschichte noch bevor an den VfL in seiner heutigen Form überhaupt zu denken war: Anfang des letzten Jahrhunderts waren die Bochumer noch in mehrere Clubs aufgesplittet. Einer davon, der in blau-weiß auflaufende Spiel und Sport Bochum, pachtete 1911 eine Wiese vom Bochumer Bauern Dieckmann an der Castroper Straße.

Schneller Ausbau der Kapazitäten

Innerhalb weniger Jahre verwandelte sich der Bretterzaun-Platz, der am 8. Oktober 1911 vor 500 Anhängern gegen den VfB Hamm offiziell eröffnet wurde, nach dem 1. Weltkrieg in ein rund 50.000 Zuschauer fassendes Stadion. Ermöglicht hatten dies die Mitglieder selbst, die den Arenabau mit Anteilsscheinen finanzierten.

Nach vielen sportlichen Talfahrten wurde mit einem großen Fest wurde am 21. Juli 1979 das Ruhrstadion offiziell eingeweiht. Für Bochum begann eine neue Ära

Trotz zahlreicher Um- und Neubauten der letzten Jahre gehört das heutige rewirpowerSTADION eigentlich schon zum "alten Eisen" der Liga. Seit seiner Einweihung hat sich das Stadion seinen ursprünglichen Charme im Innern treu bewahrt.

Buntes Programm zum Auftakt

Schon vor der offiziellen Eröffnung im Juli 1979 feierte die Öffentlichkeit landauf, landab das neue "Schmuckkästchen" an der Castroper Straße. Allen voran die Stadt Bochum als Bauherr rührte frühzeitig die Werbetrommel für ihr neues Stadion: "Von keinem der 49.522 Plätze sind sie mehr als 30 Meter vom Geschehen entfernt - und das Wetter können sie dank der kompletten überdachung auch vergessen," machten Plakate Appetit auf die offizielle Einweihungsfeier am 21. Juli 1979.

Auch für die hatten die Stadtoberen keine Kosten und Mühen gescheut: Bochum wollte demonstrieren, dass die Stadt nach Schauspielhaus, Ruhr-Uni und Bergbaumuseum nunmehr ein neues Wahrzeichen hinzugewonnen hatte. So beglückten die Organisatoren die 35.000 Zuschauer, die trotz Regenwetters zur Stadionpremiere gekommen waren, neben einem Fernsehballett und einem Messerwerfer mit einem Stuntman, der den Spielball des Eröffnungsspiels per Hubschrauber direkt zu Oberbürgermeister Heinz Eickelbeck in den Mittelkreis brachte.

Gotthilf heizt ein

Zum wahren Höhepunkt des Begleitprogramms avancierte jedoch Sängerknabe Gotthilf Fischer, der - auf einem Hebekran schwebend - die Ostkurve kurzerhand zu Bochums größtem Chor umfunktionierte und gemeinsam mit den Fans das "Bochumer Jungenlied" intonierte. Nach solchen Highlights im Vorprogramm war es für die Fußballer des VfL Bochum 1848 und der SG Wattenscheid freilich schwer, dieses hohe Niveau der Veranstaltung auch beim anschließenden Fußballspiel zu halten.

Bei einem Endstand von 3:0 wurden dabei wenigstens die Kicker des VfL diesem Anspruch einigermaßen gerecht - die fußballerischen Kräfteverhältnisse in der Stadt waren nach zwei Treffern von "Rakete" Hans-Werner Eggeling für erste klargestellt.