Oberhausen/Hamburg - Im September gab Heinrich Schmidtgal gegen die Türkei sein Debüt in der kasachischen Nationalelf. Der Verteidiger von Rot-Weiß Oberhausen war in der Folge auch im Oktober beim 0:3 in Astana gegen Deutschland gesetzt. Eine Knieverletzung verhindert nun aber seinen Einsatz im Rückspiel gegen das DFB-Team.

"Das ist sehr ärgerlich und tut richtig weg. Aber es bringt nichts, etwas zu überstürzen und ein Risiko einzugehen", erklärte Schmidtgal im bundesliga.de-Interview. Der 25-Jährige blickt dennoch auf die Partie in Kaiserslautern voraus (Sa., ab 19:45 Uhr im Live-Ticker), beleuchtet seine eigene Situation und glaubt an RWO in den "Wochen der Wahrheit".

bundesliga.de: Herr Schmidtgal, wie geht es Ihrem Knie?

Heinrich Schmidtgal: Ich bin seit Dienstag wieder im Mannschaftstraining, wenn auch teilweise noch mit reduziertem Umfang. Nach der viermonatigen Verletzungspause brenne ich natürlich auf einen Einsatz. Aber die nächsten ein, zwei Wochen werde ich noch benötigen, um wieder ganz fit zu sein.

bundesliga.de: Ein Einsatz gegen Deutschland kommt demnach für Sie auch noch zu früh.

Schmidtgal: Ja, das ist sehr ärgerlich und tut richtig weg. Aber es bringt nichts, etwas zu überstürzen und ein Risiko einzugehen. Ich werde das Spiel auf der Tribüne verfolgen und mit den Jungs mitfiebern.

bundesliga.de: Hat Kasachstan überhaupt den Hauch einer Chance?

Schmidtgal: Unsere große Stärke ist das Gemeinschaftsgefühl. Jeder ist für den anderen da und ist sich nicht zu schade, einen Meter mehr zu rennen. Als Außenseiter geht es glaube ich auch nicht anders. Vielleicht schaffen wir es ja, endlich unser erstes Tor in der EM-Qualifikation zu schießen.

bundesliga.de: Ausgerechnet gegen den stärksten Gruppengegner fehlen die Leader Samat Smakov und Andrei Karpovich. Kann Kasachstan diese Ausfälle kompensieren?

Schmidtgal: Sie fehlen der Mannschaft schon sehr, da sie durch ihre vielen Einsätze in der Nationalmannschaft und in der Europa League über enorme Erfahrung verfügen. Wir werden sehen, wie wir die beiden ersetzen können.

bundesliga.de: Auf wen muss das deutsche Team besonders aufpassen?

Schmidtgal: Stürmer Sergei Khizhnichenko hat auf mich einen sehr starken Eindruck gemacht. Er ist erst 19 Jahre jung, aber zeigt schon jetzt sein großes Potenzial. Gegen Deutschland kann er beweisen, dass mit ihm in der Zukunft zu rechnen ist.

bundesliga.de: Hat der neue Trainer Miroslav Baranek schon das Gespräch mit Ihnen gesucht?

Schmidtgal: Ich persönlich hatte bislang noch keinen direkten Kontakt zu Miroslav Baranek, sondern habe bislang nur mit unserem Co-Trainer gesprochen. Von daher kann ich dazu noch nicht viel sagen. Ich . Ich bekomme aber in Zukunft meine Chance. Deshalb möchte ich möglichst schnell wieder bei RWO zu den Aktivposten zählen, um mich so für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Das nächste Spiel ist im Juni gegen Aserbaidschan und da will ich wieder dabei sein. Denn diese internationalen Spiele gegen hochklassige Gegner machen super Spaß.

bundesliga.de: Müssen Sie dann als Bundesliga-Spieler auch mehr Verantwortung übernehmen?

Schmidtgal: Das kommt automatisch, wenn man viele Einsätze auf dem Buckel hat. Das ist auch mein Ziel. Ich versuche schon jetzt, den jungen Spielern zu helfen. Schon Bernd Storck hat das von mir verlangt.

bundesliga.de: Von der kasachischen Nationalelf zurück nach Oberhausen. Bleibt RWO der 2. Bundesliga erhalten?

Schmidtgal: Wir hatten zwar einen guten Start, aber wir wussten immer, dass es für uns nur um den Klassenerhalt gehen kann. Viele Verletzungen haben die Situation für uns nicht einfacher gemacht. Im April haben wir aber vier Spiele in Folge gegen direkte Konkurrenten, die entscheidend sein können. Wir haben uns viel vorgenommen, denn das werden die "Wochen der Wahrheit".

Das Gespräch führte Michael Reis