München - "Manager, Macher, Mensch": Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß ist am Freitagabend acht Tage nach seinem 60. Geburtstag noch einmal groß gefeiert worden. 475 prominente Gäste ließen bei der Party im Münchner Postpalast, der wie eine Arena aufgebaut war, den sichtlich gerührten Jubilar hochleben.

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hielt im "Geburtstags-Stadion" die Laudatio auf Hoeneß, den er als "Vater Teresa vom Tegernsee", "Nelson Mandela von der Säbener Straße" und als "Mutter aller Manager" bezeichnete. "Ich weiß, dass Du die Lobhudelei nicht magst, deshalb versuche ich, es so erträglich wie möglich zu machen", sagte Rummenigge augenzwinkernd.

Spiel um den Uli-Hoeneß-Cup

Als besonderes Geschenk für ihren Präsidenten werden die Bayern ein Spiel um den Uli-Hoeneß-Cup gegen einen internationalen Top-Club austragen, wie Rummenigge zum Ende seiner Rede verriet. Die Verteilung der Einnahmen für wohltätige Zwecke darf Hoeneß allein bestimmen. Der Gefeierte war sichtlich bewegt und fiel seinem Freund Rummenigge um den Hals.

Angeführt wurde die illustre Gäste-Runde zu Ehren von Hoeneß von "Kaiser" Franz Beckenbauer, Ligapräsident Reinhard Rauball und dem designierten DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach. Neben der aktuellen Bayern-Mannschaft um Trainer Jupp Heynckes und den Champions-League-Siegern von 2001 um Torwart Oliver Kahn und Stefan Effenberg kamen auch frühere Münchner Weggefährten wie Gerd Müller oder Franz "Bulle" Roth, aus der Bundesliga unter anderem Leverkusens Rudi Völler, Bremens Klaus Allofs und Schalkes Clemens Tönnies, dazu aus der Wirtschaft Herbert Hainer (adidas), Rupert Stadler (Audi) und Martin Winterkorn (VW) sowie Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber. Auch die ehemaligen DFB-Kapitäne Michael Ballack und Lothar Matthäus gaben sich die Ehre. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Showmaster Thomas Gottschalk.

Lobende Worte

Schon zuvor hatte Rummenigge Hoeneß in höchsten Tönen gelobt. "Er denkt FC Bayern, er fühlt FC Bayern, er lebt FC Bayern, er ist FC Bayern. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, sein Leben lang", beschrieb er die außergewöhnliche Rolle, die Hoeneß seit knapp 42 Jahren für den FC Bayern als Spieler, Manager und jetzt als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender.

Hoeneß will den FC Bayern auch in den kommenden Jahren entscheidend prägen. An ein Ende seiner Ära beim Rekordmeister, der längst auch sein Lebenswerk ist, denkt der langjährige Manager deshalb noch lange nicht. Vielmehr sieht es Hoeneß als große Herausforderung an, den FC Bayern auch für die Zukunft zu rüsten.

"Es ist die größte Aufgabe von uns allen, dass wir die nächsten fünf Jahre, die richtigen Entscheidungen treffen, unsere Arbeit in die richtigen Hände zu geben. Wir brauchen vier, fünf Leute. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe", hatte Hoeneß vor seinem runden Geburtstag am 5. Januar erklärt. Wie lange er die Geschicke des Vereins noch leiten will, lässt Hoeneß derzeit offen. "Meine Präsidentschaft läuft Ende nächsten Jahres aus, dann bin ich knapp 61. Sollte ich noch mal gewählt werden, wäre ich danach 64. Dann muss man einfach sehen, ob ich noch weitermache oder nicht", sagte er.