Es ist eine dieser Geschichten, die nur der Fußball schreiben kann. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Oder in diesem Fall vom Mülltütenverkäufer zum Torschützenkönig der Bundesliga. Die Rede ist von Edinaldo Batista Libano. Hierzulande nur unter seinem wohlklingenden Künstlernamen bekannt: Grafite.

Wie alle Kinder in Brasilien ist auch Edinaldo Batista Libano mit dem runden Leder aufgewachsen. Doch lange Zeit wurden seine Fähigkeiten übersehen. Er kickte viele Jahre in der 5. brasilianischen Liga herum und verdiente sich ein Zubrot mit dem Verkauf von Mülltüten in seinem Heimatort Campo Limbo.

Erst in Sao Paolo glücklich

Noch heute sei das ganz normal in Brasilien und für ihn keineswegs ungewöhnlich. Grafite besteht darauf, dass seine Kindheit "sehr schön gewesen" sei. Dennoch lässt sich seine fußballerische Laufbahn auf ein simples Wort beschränken: Spätstarter.

Auch ein Gastspiel in Korea brachte nicht den erhofften Erfolg. Also kehrte Grafite, der seinen Spitznamen (Bleistift) von einem ehemaligen Trainer erhalten hatte, in seine Heimat zurück und unterschrieb beim FC Sao Paolo.

"Da wurde mir das Gefühl vermittelt, ein großer Spieler zu sein", beschreibt der Angreifer die drei Jahre beim Spitzenclub vom Zuckerhut. Mit Sao Paolo feierte Grafite große Erfolge, gewann 2005 die Copa Libertadores und die FIFA Club-WM.

Von Le Mans zum VfL

Doch wie alle talentierten Brasilianer zog es auch Grafite nach Europa. 2006 unterschrieb er bei Le Mans UC 72. Allerdings blieb er nur eine Saison in der französischen Ligue 1, ehe ihn Felix Magath im Sommer 2007 nach Wolfsburg holte.

Nach einer kurzen Anlaufzeit erzielte Grafite am 8. Spieltag 2007/08 sein erstes Bundesliga-Tor. In der 57. Minute traf er per Elfmeter gegen den HSV. Zehn weitere Treffer kamen im Laufe der Saison hinzu.

Grandiose Saison

Was folgte war eine denkwürdige Spielzeit 2008/09. Gemeinsam mit seinem Sturmpartner Edin Dzeko schrieb Grafite Bundesliga-Geschichte. Nie zuvor traf ein Sturmduo so oft wie die beiden "Wölfe" (54 Tore).

Grafite war mit 28 Treffern ein wenig erfolgreicher als Dzeko und so jubelte der Brasilianer am Ende nicht nur über den Gewinn der Deutschen Meisterschaft, sondern auch über die begehrte Torjägerkanone. Im "hohen" Alter von 30 Jahren hat Grafite doch noch sein Fußballmärchen erlebt.

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