Dortmund - Gonzalo Castro feierte beim 3:0-Erfolg von Borussia Dortmund gegen den Hamburger SV eine Premiere der besonderen Art: Erstmals in seiner Bundesliga-Karriere verwandelte der 29-Jährige einen direkten Freistoß und brachte den BVB damit auf die Siegerstraße. Der Treffer war auch ein Thema im Interview nach der Partie, zudem sprach Castro über die Chancenverwertung seiner Mannschaft und den Klassiker gegen die Bayern am kommenden Samstag.

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Frage: Gonzalo Castro, Sie haben den BVB auf die Siegerstraße gebracht – mit ihrem ersten Freistoßtor!

Gonzalo Castro: Für den ersten Treffer per Freistoß habe ich ganz schön lange gebraucht. Schön, dass es endlich mal geklappt hat.

Frage: Hatten Sie noch aus der gemeinsamen Zeit in Leverkusen eine Idee, wie Sie René Adler im HSV-Tor überraschen können?

Castro: Ich hatte vorher schon gesehen, dass er einen Schritt in die Mitte gemacht hat. Die Torwartseite war ziemlich weit offen. Ich habe darauf spekuliert, dass er denkt, dass ich über die Mauer schießen werde. So ist es dann auch gekommen. Er hat den Schritt rüber gemacht und dann hat es für ihn nicht mehr gereicht.

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Frage: Wie bewerten Sie das Spiel? Es war lange Zeit offen, obwohl der BVB schon früh große Chancen hatte.

Castro: Das Spiel war unnötig lange offen, weil wir sehr viele klare Chancen hatten. Wir hätten das Spiel früher entscheiden können, um dann Kräfte zu sparen und auch vom Kopf her mal ein bisschen runterzufahren. Aber wir haben es offen gelassen und wussten dann natürlich, dass die Hamburger sehr gefährlich sind nach vorne mit ihren schnellen Außenstürmern. Dass wir die klaren Chancen so liegen lassen, müssen wir dringendst abstellen.

"Kein Zufall, dass wir oft bis vor das Tor kommen"

Frage: Die Chancenverwertung war nicht zum ersten Mal in dieser Saison ein Problem. Woran liegt es?

Castro: Es ist vieles eine Kopfsache. Wir haben viele Spiele, man wird müder. Letztlich liegt es nur an uns. Bis zum Abschluss spielen wir die Möglichkeiten immer super raus und verdienen uns auch die großen Chancen, die wir haben. Aber wir müssen sie auch vollenden. Das gehört sicher zu unserem Reifeprozess in diesem Jahr dazu, dass wir solche großen Chancen wie gegen den HSV auch mal nutzen und ein solches Spiel dann nicht so lange offen lassen.

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Frage: Ihr Sportmanager hat empfohlen, die Bälle einfach mal mit der Pike reinzuknallen und nicht zu verspielt zu sein.

Castro: Es ist ja kein Zufall, dass wir oft bis vor das Tor kommen und diese Riesenchancen überhaupt haben. Wir müssen sie einfach besser nutzen und das war's dann auch. Letztlich ist es egal, wie der Ball reingeht – ob mit Pike, Kopf, Brust oder sonst irgendwie. Hauptsache, der Ball ist drin. Das fehlt uns in der Saison generell und vor allem auch in den letzten Wochen. Aber wir arbeiten daran.

Frage: Pierre-Emerick Aubameyang hat auch einige gute Möglichkeiten ausgelassen, um am Ende dann doch noch sein 25. Saisontor zu schießen.

Castro: Das ist die große Qualität von Auba – er glaubt immer an sich. Wir versuchen ihm die Bälle entsprechend vorzubereiten. Natürlich hat er auch solche Tage, an denen der Ball einfach nicht hinein will. Aber letztlich hat er auch das Spiel gegen den HSV mit seiner Vorlage und seinem Tor entschieden.

Video: Auba trifft und trifft und trifft

Klassiker "eines der schönsten Spiele in der Saison"

Frage: Wie wichtig war dieses Tor für ihn auch mit Blick auf das Spiel gegen die Bayern am Samstag?

Castro: Für ihn und für uns ist das sicher enorm wichtig gewesen. Wenn er nicht getroffen hätte, ist es für einen Stürmer nie einfach, gerade in solch ein Spitzenspiel zu gehen. Aber das Tor und die Vorlage werden ihm mit Sicherheit sehr viel Mut geben für das Spiel am Samstag.

Frage: Was erwarten Sie allgemein vom deutschen Klassiker gegen die Bayern?

Castro: Leicht wird es auf keinen Fall, aber es ist eines der schönsten Spiele in der Saison. Jeder freut sich darauf – wir freuen uns, Bayern freut sich und ganz Deutschland freut sich, dass zwei der besten Mannschaften aufeinander treffen.

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Frage: Hoffenheim hat gerade vorgemacht, wie man die Bayern schlagen kann. Was sagen Sie zur Leistung der TSG?

Castro: Sie spielen eine hervorragende Saison und machen es wirklich sehr gut. Sie stehen nicht zufällig mit 51 Punkten da oben auf Platz drei. Deswegen müssen wir Hoffenheim auf jeden Fall auf dem Radar haben. Aber in erster Linie müssen wir auf uns schauen, und zwar am besten von Spiel zu Spiel. Das wird schon schwer genug.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte