Hamburg - Zwei Minuten haben gefehlt. Der VfL Wolfsburg muss nachsitzen. Nach dem bitteren 1:2 beim Hamburger SV beenden die Wölfe die Bundesliga-Saison auf Platz 16. Jetzt müssen sich die Wolfsburger durch die Relegation quälen, wo wahrscheinlich ein Lokalrivale wartet.

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Es war ein Bild der Gegensätze. Während der Hamburger SV zusammen mit seinen Fans und der Mehrheit der 57.000 Zuschauer im ausverkauften Volksparkstadion den Klassenerhalt feierte, trugen die Grün-Weißen in der Gästekurve tiefe Trauer. Der VfL hatte soeben doch noch eine Niederlage kassiert durch Gian-Luca Waldschmidt in der 88. Minute. Jetzt müssen die Wolfsburger eine Extrarunde drehen, um den ersten Abstieg aus der Bundesliga zu verhindern.

VfL Wolfsburg noch nie abgestiegen

Seit nunmehr 20 Jahren spielen die Wolfsburger im Oberhaus, so nahe am Abgrund waren die Niedersachsen noch nie. In der Relegation wartet jetzt wahrscheinlich der Ortsnachbar Eintracht Braunschweig (spielt am Sonntag noch). Ein Derby mit Brisanz. Die Wolfsburger richteten auch relativ schnell trotz der riesigen Enttäuschung den Blick nach vorne. Torjäger Mario Gomez erklärte trotzig: "Wir steigen nicht ab."

Auch Trainer Andries Jonker schaute schon nicht mehr zurück, sondern voraus. Es ist nicht viel Zeit, denn bereits am Donnerstag erwartet der VfL im heimischen Stadion den Dritten der 2. Bundesliga. Das Rückspiel findet dann am Montag, 29. Mai statt. "Es hat nicht gereicht und was bleibt, ist Riesenenttäuschung – für meine Spieler, meinen Stab und für jeden dieser 6000 großartigen Fans. Aber: Wir kriegen es hin! Die Jungs haben sich schon in der Kabine gesagt, dass sie das so nicht stehen lassen wollen." Robin Knoche, der das 1:0 für den VfL per Kopf erzielte, wollte auch keine negativen Gedanken aufkommen lassen: "Heute können wir kurz trauern, ab Sonntag werden die Köpfe dann hochgenommen und sich auf Donnerstag fokussiert."

Anfangsphase macht dem VfL Mut

Trotz der bitteren Niederlage können die Wölfe auch etwas Positives aus dem Spiel ziehen, vor allem aus den ersten 30 Minuten. "In der Anfangsphase haben wir ein gutes Gesicht gezeigt. Für ein Auswärtsspiel sind wir sehr dominant aufgetreten", erklärte Sportchef Olaf Rebbe. Auch Gomez fand die erste Halbzeit richtig gut, doch warum der VfL dann nachließ, konnte auch er nicht begreifen. "Ich bin sprachlos, Fußball ist manchmal brutal. Wir müssen uns aber vorwerfen, dass wir nicht das 2:1 gemacht haben. In der zweiten Hälfte waren wir zu passiv. In der Schlussphase kam dann der Kopf ins Spiel und wir wollten irgendwie das Remis halten."

Extrarunde gegen niedersächsischen Nachbar

Jetzt also schnell Mund abputzen. Die Relegation wartet und für den VfL kommt es wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Wiedersehen mit dem Lokalrivalen Eintracht Braunschweig. Die Wolfsburger als Bundesligist gehen als klarer Favorit in das Duell mit den Löwen. Genauso denkt auch Mario Gomez. "Wir sind die bessere Mannschaft, egal gegen wen wir spielen. Wir haben jetzt zwei Spiele Zeit unser Minimalziel doch noch zu schaffen. Das Spiel gegen den HSV war auch der Beweis, dass wir diese Saison nichts geschenkt bekommen. In den 180 Minuten in der Relegation müssen wir das Heft in die Hand nehmen." Der Nationalspieler warnt seine Mannschaft auch noch einmal eindringlich davor, nachzulassen: "Wir können nicht abwarten und schauen was passiert, wer nur reagiert, macht etwas falsch. Wir müssen eine Partie über die gesamte Spielzeit konzentriert zu Ende spielen."

Übrigens: Sollte es tatsächlich gegen Eintracht Braunschweig gehen, haben die Wölfe nicht die besten Erinnerungen an den Nachbarn. In der letzten Bundesliga-Saison der Braunschweiger 2013/14 feierten die Löwen einen 2:0-Auswärtssieg in Wolfsburg (Torschützen Bellarabi und Kumbela), das Rückspiel in Braunschweig endete 1:1. Diese Resultate würden in diesem Jahr den Abstieg des VfL bedeuten....

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage

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