Zusammenfassung

  • Mario Gomez (Stuttgart) und Sandro Wagner (München) wagen den Sprung zurück zu ihren Heimatvereinen

  • Auch Simon Terodde und Anthony Ujah heuern zum zweiten Mal in Köln beziehungsweise Mainz an

  • Emotionale Verbundenheit spielt eine große Rolle bei den Transfers

Köln – "Driving Home For Christmas" – wer in der Adventszeit das Radio einschaltet, wird kaum umhinkommen, den weihnachtlichen Schmachtfetzen von Chris Rea zu hören. Offensichtlich hat sich der Ohrwurm auch in der Bundesliga festgesetzt, denn gleich vier Stürmer sind rechtzeitig zum Weihnachtsfest in ihre Heimat zurückgekehrt: Simon Terodde wechselte zurück zum 1. FC Köln, Anthony Ujah schließt sich erneut dem 1. FSV Mainz 05 an, Sandro Wagner wagt abermals den Sprung zum FC Bayern München und Mario Gomez heuerte wieder beim VfB Stuttgart an.

Den Anfang machte Simon Terodde: Der Zweitliga-Torschützenkönig der Vorsaison war in Stuttgart zuletzt ob seines fehlenden Stammplatzes nicht mehr glücklich – ein Wechsel nach Köln soll beim 29-Jährige Abhilfe schaffen. Mit den Toren des Angreifers, der bereits von 2009 bis 2011 in der Domstadt aktiv war, wollen die „Geißböcke“ den Klassenerhalt doch noch schaffen. "Ich hatte zwei sehr schöne Jahre in Köln und freue mich sehr, zurückzukehren. Beim FC habe ich meine ersten Schritte im Profi-Fußball gemacht und kenne das besondere Gefühl, im RheinEnergieStadion zu spielen", betont der gebürtige Bocholter.

"Herzblut hat eine große Rolle gespielt"

Für Terodde, der beim FC einen Vertrag bis 2021 unterschrieb, wird es eine Rückkehr in bekannte Gefilde sein: Seine zukünftige Mannschaftskollegen Timo Horn, Christian Clemens und Jonas Hector kennt er aus seinem ersten Engagement am Geißbockheim, auch das Umfeld in der Rheinmetropole ist dem ehrgeizigen Angreifer nicht fremd. Kaum verwunderlich, dass dies bei der Entscheidung für den Wechsel eine große Rolle gespielt hat: "Herzblut hat eine große Rolle gespielt. Ich hätte nicht für jeden Verein den VfB verlassen, beim 1. FC Köln war es aber eine besondere Situation", erklärt Terodde – und will die besondere Situation beim abstiegsbedrohten FC in der Rückrunde verbessern.

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Simon Terodde verlässt Stuttgart und kehrt nach Köln zurück © gettyimages / Baron

Beim VfB ersetzt ihn ebenfalls ein alter Bekannter: Zur Freude der Stuttgarter Fans ist Mario Gomez zurück im Schwabenländle. Der 32-jährige Nationalstürmer kommt vom VfL Wolfsburg zurück zu seinem Jugendverein, bei dem er seinen Durchbruch als umjubelter Torjäger in der Bundesliga feierte und 2007 überraschend Deutscher Meister wurde. „Ich bin sehr glücklich wieder zu Hause zu sein, dort wo alles für mich begonnen hat. Gerade in den letzten Tagen und in der heißen Phase habe ich immer mehr gespürt, wie sehr ich das will, wie sehr ich zurück nach Stuttgart möchte", sagte Gomez bei der Verkündung seines Wechsels.

Große Erwartungen an den Nationalspieler

Von 2001 bis 2009 stürmte der 1,89 Meter große Modellathlet für den VfB, bevor er sich Bayern München anschloss. Über die Karrierestationen AC Florenz, Besiktas Istanbul und eben Wolfsburg nun das märchenhafte Comeback in seiner Heimat: Der 71-fache Nationalspieler (31 Tore) soll in der Rückrunde die nötige Treffer zum Klassenerhalt der Stuttgarter beitragen. "Ich weiß natürlich, dass die Erwartungen groß sind und die Situation sehr herausfordernd. Es heißt ab jetzt, alles für den Klassenerhalt zu geben, eine gute Rückrunde zu spielen und zusätzlich für mich, mein Ziel die Weltmeisterschaft zu erreichen. Ich freue mich auf den Verein, die Stadt, auf die Menschen, auf das Umfeld, auf meine Familie. Ich kann es nicht erwarten, bis es wirklich losgeht“, betont Gomez.

Anthony Ujah feiert im Jahr 2011 sein Bundesliga-Debüt in Mainz © gettyimages / Grimm

Heiß auf die Aufgabe an der alten Wirkungsstätte ist auch Anthony Ujah, der ab dem neuen Jahr den 1. FSV Mainz 05 verstärkt. Der Nigerianer, der im November 2011 sein Bundesliga-Debüt bei den Rheinhessen feierte, stößt vom chinesischen Erstliga-Absteiger Liaoning Whowin FC zu den Nullfünfern. "Ich freue mich außerordentlich, dass ich nach Mainz zurückkehre, denn ich habe nur gute Erinnerungen an meine Zeit dort. Ich freue mich genauso auf die Bundesliga. Ich will der Mannschaft ab der Rückrunde helfen, die sportlichen Ziele des Vereins zu erreichen", betonte Ujah, der beim Tabellen-15. einen Vertrag bis 2021 erhält.

"Tony ist heiß auf die Aufgabe"

Der athletische Angreifer soll der Offensive der Mainzer die nötige Durchschlagskraft für den Klassenerhalt bringen. Dass er das Zeug dazu hat, bewies Ujah auf seinen weiteren Bundesliga-Stationen: Beim 1. FC Köln reifte er zu einem starken Stürmer und erzielte in seiner ersten kompletten Saison in der 1. Bundesliga zehn Treffer. Auch in Bremen zeigte er seinen Torriecher: Elfmal durfte Ujah in der Spielzeit 2015/16 vor seinem Wechsel nach China jubeln. Qualitäten, die nun auch in Mainz gefragt sind. "Tony ist heiß auf die Aufgabe. Man spürt richtig, dass er große Lust hat und auf seinen Start brennt", sagt 05-Trainer Sandro Schwarz.

Vier Bundesliga-Spiele bestritt Wagner für den FCB, nun kehrt er zurück © gettyimages / Baron

Hoch motiviert geht auch Sandro Wagner sein zweites Engagement beim FC Bayern München: Der 30-jährige Nationalstürmer wechselt von der TSG Hoffenheim zum deutschen Rekordmeister und unterschrieb in seiner Heimat einen bis 2020 laufenden Vertrag. "Ich freue mich riesig. Eine lange Reise geht für mich zu Ende, ich komme wieder nach Hause zu meinem Verein, in meine Heimat. Ich bin sehr glücklich, dass alles geklappt hat", betont der gebürtige Münchener, der in der Jugend des FC Bayern groß wurde.

Durchbruch in Darmstadt

Vier Bundesliga-Spiele bestritt Wagner in der Saison 2007/08 für den Rekordmeister, ehe der U21-Europameister 2009 über MSV Duisburg, Werder Bremen, 1. FC Kaiserslautern, Hertha BSC und Darmstadt 98 den endgültigen Durchbruch in der höchsten deutschen Spielklasse schaffte. Nach seinem Wechsel zur TSG Hoffenheim 2016 avancierte Wagner endgültig zu einem der besten Stürmer der Bundesliga - und zum Nationalspieler mit WM-Chancen. Nun gilt seine Aufmerksamkeit erst einmal ganz der Aufgabe in seiner Heimat: "Bayern ist der beste Verein in Deutschland und einer der besten der Welt. Als das Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen“, sagt Wagner.

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So romantisch allerdings all diese Rückkehr-Geschichten auch sind: Entscheidend ist, wie so oft, auf dem Platz. Egal, ob es ein Comeback an einer früheren Karrierestation ist wie bei Simon Terodde in Köln oder Anthony Ujah in Mainz Oder ob es ein Wiedersehen mit dem Heimatverein wie bei Mario Gomez in Stuttgart und Sandro Wagner in München ist. Am Ende werden Torjäger an ihren Treffern gemessen – ganz gleich, welche emotionale Verbindung sie zu ihren Clubs haben. Aber schön sind diese Weihnachts-Episoden schon.

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