Zwei Tore im UEFA-Pokal gegen Belgrad: Eine bessere Werbung in eigener Sache hätte Stuttgarts Stürmer Mario Gomez gar nicht betreiben können.

26 Scouts aus den Topligen Europas, darunter auch ein Beobachter des FC Liverpool, sahen beim verdienten 2:0 (0:0) des VfB Stuttgart im UEFA-Cup gegen Partizan Belgrad einen Torjäger in Topform.

Nichts Ungewöhnliches

Es sei doch klar, "dass die Nachfrage groß ist und Mario im Fokus steht", sagte Horst Heldt, der das Thema ansonsten möglichst klein halten will. Vor allem Nachfragen nach Bundesliga-Konkurrent Bayern München, der schon mehrmals sein Interesse an Gomez bekundet hat, "langweilen" den VfB-Manager. "Die Bayern saßen auf jeden Fall nicht auf der Tribüne", meinte Heldt süffisant.

Dass Gomez goldwert sein kann, stellte er im zweiten Gruppenspiel des UEFA-Cups am Donnerstagabend gegen Belgrad eindrucksvoll unter Beweis. Mit seinen beiden Toren in der 76. und 80. Minute hielt der 19-malige Nationalspieler die überlegenen Stuttgarter quasi im Alleingang auf Kurs in Richtung europäischer K. o.-Runde.

Zudem präsentierte er sich mit der Kapitänsbinde am Arm als Ersatz für Thomas Hitzlsperger, der eine schöpferische Pause erhielt, als echte Führungsfigur.

Veh ist begeistert

"Er ist ein außergewöhnlicher Spieler mit Klasse und Persönlichkeit. Mit seinem Mut und seinem Willen kann er eine Mannschaft mitreißen", lobte Trainer Armin Veh seinen Stürmer fast euphorisch.

"Zum Glück haben wir Mario, der im richtigen Moment die Tore macht", meinte auch Mitspieler Ludovic Magnin anerkennend, nachdem Gomez in dieser Saison bereits 14 Pflichtspieltore (davon 7 im UEFA-Cup) erzielt hat.

Gomez, der sein EURO-Tief längst hinter sich gelassen hat, blieb dagegen gelassen. Für ihn war nach zuletzt zwei Niederlagen in der Bundesliga das Wichtigste, "dass man gewinnt". Von einer Krise beim VfB wollte er schon gar nichts wissen: "Wir hatten keine Krise, sondern nur eine Phase mit sehr vielen Spielen."

Anschluss in der Liga nicht verlieren

Bereits am Sonntag geht es für den VfB bei Eintracht Frankfurt weiter. Durch den Erfolg gegen Belgrad, der nach dem 0:2 in Sevilla zum Auftakt der Gruppenphase auch bitter nötig war, erhoffen sich die Schwaben auch einen Aufschwung im Liga-Alltag, nachdem es zuletzt gegen Hamburg (0:2) und Köln (1:3) Rückschläge gegeben hatte und der VfB als Tabellenzehnter. nur noch Mittelmaß darstellt.

"Der Sieg war wichtig für das Selbstvertrauen", meinte Veh. "Wir müssen punkten, damit wir den Anschluss nach oben nicht verlieren", verdeutlichte Heldt.

Elson überzeugt

Allerdings gibt es personell noch einige Fragezeichen. Sami Khedira fehlte gegen Belgrad wegen eines grippalen Infekts. Serdar Tasci musste beim Warmmachen mit einer Oberschenkelverhärtung passen. Bei beiden Profis ist ein Einsatz offen.

Dagegen dürfte Elson, der gegen Partizan nach einem Schlag auf das Schienbein raus musste, einsatzfähig sein. Der Brasilianer, von vielen schon als Fehleinkauf abgestempelt, gab in seinem ersten Einsatz von Beginn an eine gute Figur ab.