Bevor Mario Gomez an die Weltmeisterschaft in Südafrika denkt, hat er für die Rückrunde zunächst einen ganz anderen Stürmer-Traum. Der Angreifer von Bayern München will beim deutschen Rekordmeister möglichst oft zusammen mit Arjen Robben und Franck Ribery spielen.

"Das sind zwei absolute Weltklassespieler. Mit denen will man immer auf dem Platz stehen. Da will man dabei sein", sagte der 24 Jahre alte Nationalspieler und musste bei der Frage, ob es mit beiden ein Paradies für Stürmer sei, nicht lange überlegen: "Natürlich!"

Angesichts der Zehenverletzung von Ribery zuletzt fügte er jedoch mit einem Schmunzeln an: "Jetzt müssen wir nur noch hinbekommen, dass alle auf dem Platz stehen." Am Dienstag sah das schon wieder besser aus, denn der Franzose konnte in Laufschuhen rund 30 Minuten lang seine Runden drehen. In den nächsten Tagen soll der 26-Jährige dann ins Mannschaftstraining zurückkehren.

"Zu offensiv gibt es nicht"

Gomez hingegen will in der Rückrunde an seine aufsteigende Form anknüpfen, und wenn er von Ribery und Robben spricht, gerät er regelrecht ins Schwärmen: "Franck ist ein genialer Fußballer, der auch den genialen Pass in die Spitze spielt. Arjen hat immer den Blick nach vorne. Davon profitiert man. Das ist für einen Stürmer überragend."

Gomez, Ribery, Robben, dazu noch Ivica Olic oder Miroslav Klose - die Offensivabteilung der Bayern muss auch international keinen Vergleich scheuen. Dass die Ausrichtung eventuell zu offensiv sein könnte, sieht Gomez als Torjäger nicht: "Zu offensiv gibt es nicht. Da müssen alle eben noch mehr mit nach hinten arbeiten."

Auch Robben bevorzugt die zuletzt mit Erfolg praktizierte Ausrichtung im 4-4-2-System mit zwei echten Spitzen und zwei offensiven "Außen" im Mittelfeld: "Wir haben dann zwar mehr Verantwortung in der Defensive, aber so können wir mehr Druck nach vorne machen. Das gefällt mir."

Das Ziel mit München: Titel gewinnen

Gefallen hat Gomez inzwischen auch am FC Bayern gefunden. Nach leichten Startschwierigkeiten ist der Ex-Stuttgarter in München angekommen. Mit acht Toren in der Bundesliga-Vorrunde und insgesamt elf Pflichtspieltreffern ist der 31-malige Nationalspieler auch erfolgreichster Angreifer der Bayern.

Für die Rückrunde hat er sich persönlich nichts Besonderes vorgenommen. "Ich setze mir keine Marken oder eine Torquote. Ich versuche, mein Bestes zu geben. Wenn man viel und hart arbeitet und das Glück erzwingt, wird man auch belohnt", sagte er nur. Wichtig sei ohnehin, "mit der Mannschaft Titel zu gewinnen. Deshalb bin ich auch nach München gekommen."

"Die anderen Spieler haben wieder mehr Respekt vor uns"

An die WM in Südafrika verschwendet Gomez, in den beiden vergangenen Spielzeiten mit 19 bzw. 24 Treffern bester deutscher Stürmer, derzeit noch keinen Gedanken: "Ich will mich voll auf die Rückrunde konzentrieren. Wenn die Saison zu Ende ist, bleibt noch genügend Zeit, um sich mit Südafrika zu beschäftigen."

Das Selbstvertrauen von Gomez für die kommenden Wochen ist auf jeden Fall intakt. "Jeder Spieler hat wieder das Gefühl, dass wir wer sind und dass es schwer ist, gegen uns zu gewinnen. Die anderen Spieler haben wieder mehr Respekt vor uns", unterstrich er. Deshalb sei der FC Bayern "nicht mehr weit von der Tabellenspitze entfernt". Zuletzt standen die Münchner am 17. Mai 2008 in der Liga ganz oben.

Bis 2013 läuft der Vertrag von Gomez in München noch. "Bei einem der besten Clubs der Welt zu spielen, ist für mich eine große Ehre. Wenn ich weiter so zum Einsatz komme wie in den letzten Wochen und ich Bayern weiter so helfen kann, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, noch sehr, sehr lange hier zu bleiben", betonte der 24-Jährige zuletzt schon einmal. Zukunftsmusik! Zunächst will Gomez zusammen mit Ribery und Robben die Liga-Spitze erobern.