Der VfB Stuttgart sucht in der Bundesliga noch nach seiner Form. Fünf Punkte aus fünf Spielen lautet die magere Bilanz. "Das ist für unsere Ansprüche zu wenig", stellt Mannschaftskapitän Thomas Hitzlsperger im bundesliga.de-Interview klar.

In der Champions League kommt es im ersten Gruppenspiel zum Duell mit den Glasgow Rangers (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). Hitzlsperger gibt die Marschroute gegen die Schotten vor: "Wir wollen gleich drei Punkte holen und zeigen, dass wir international konkurrenzfähig sind."

bundesliga.de: Der VfB Stuttgart steht mit fünf Zählern aus fünf Spielen im unteren Tabellendrittel der Bundesliga. Damit können Sie nicht zufrieden sein.

Thomas Hitzlsperger: Für unsere Ansprüche ist das zu wenig. Wir haben uns mehr vorgenommen. Aber es ist noch früh in der Saison und wir haben noch genügend Spiele vor uns, um das wieder geradezubiegen.

bundesliga.de: Am vergangenen Wochenende haben Sie im Duell zweier Topmannschaften gegen den HSV verloren.

Hitzlsperger: Der Hamburger haben gezeigt, dass sie eine Topmannschaft sind. Wir haben das nicht. Deshalb finden wir uns nun im Mittelfeld der Tabelle wieder und müssen uns schnellst möglich verbessern. Sonst stecken wir Weihnachten immer noch da unten fest.

bundesliga.de: Wo sehen Sie die Gründe für die derzeitige Misere beim VfB?

Hitzlsperger: Ich möchte keine Ausreden suchen. Wir haben viele gute Spieler. Nur rufen wir unser Potenzial noch nicht ab. Die Alibis, dass zum Beispiel der Trainer aufgrund seines Lehrganges Anfang der Woche nicht beim Training dabei ist, die zählen nicht, die brauchen wir nicht. Wir sind gut genug, um ganz oben mitzuspielen. Nur haben wir das noch nicht gezeigt.

bundesliga.de: Woran liegt das?

Hitzlsperger: Jeder muss sich hinterfragen. Wenn sich alle Spieler verbessern, sind wir automatisch als Mannschaft stärker. Selbstkritik ist jetzt wichtig. Denn noch hat keiner seine Top-Form erreicht. Ich auch nicht. Ich bringe noch nicht konstant gute Leistung. Und da muss ich wieder hinkommen.

bundesliga.de: Müssen Sie als Mannschaftskapitän, als Leader, besonders auf die Spieler einwirken?

Hitzlsperger: Alle müssen wir irgendwo Leader sein. Klar, als Kapitän versuche ich natürlich, die Mannschaft zu führen. Das gehört zu meinem Aufgabenbereich. Ich spreche die Spieler an und sage, wo sie sich verbessern müssen. Jeder muss für sich Verantwortung übernehmen und sich nicht hinter den vermeintlichen Häuptlingen verstecken. Das ist auch so ein Alibi. Und auch das brauchen wir nicht. Ich bin mir meiner Aufgabe aber bewusst und werde die Dinge ansprechen, die ich nicht so gut finde.

bundesliga.de: In der Champions League geht es im ersten Gruppenspiel gegen die Glasgow Rangers. In wieweit steckt die Pleite in Hamburg noch in den Köpfen?

Hitzlsperger: Die Niederlage wird uns nach vorne treiben. Wir haben schlechte Erinnerungen an unseren letzten Auftritt in der Champions League. Vor zwei Jahren haben wir uns nicht gut präsentiert. Deshalb wollen wir jetzt gleich drei Punkte holen und zeigen, dass wir international konkurrenzfähig sind.

Das Gespräch führte Michael Reis