Na klar, Jens Lehmann. Von Arsenal London zurück nach Deutschland. Große Freude beim VfB und den Medienvertretern. Guter Mann fürs Stuttgarter Tor, guter Transfer für gute Schlagzeilen. Und natürlich Timo Hildebrand. Ex-Stuttgarter, Ex-Valencianer, Ex-Nationalkeeper und nun aktuell Hoffenheims neuer Rückhalt.

In den vergangenen Monaten wurde viel berichtet über die beiden prominenten Transfers für den Platz zwischen den Pfosten.

Bailly wer?

Da wurde dann nur mal schnell am Rande vermeldet, dass sich auch Borussia Mönchengladbach in der Winterpause auf der Torhüter-Position verstärkt hatte. Logan Bailly hieß der Neue. Belgier. Eher eine unbekannte Nummer vom flandrischen Provinzclub KRC Genk. Lässt ab und an mal die oberen Hosen runter, um untere zu präsentieren.

Für diese Freizügigkeit wurde er dann auch mit seinem ersten größeren Titel belohnt: Sexiest Fußballer des Jahres 2007, für den Mann mit der Jörg-Stiel-Gedächtnis-Frisur. Zum Unterhosen-Vertrag passte, dass Bailly in der Saison 2006/07 14 Mal seinen Kasten sauber halten konnte. Belgien, Unterhosen, sexy und kann Bälle festhalten. So viel war schon mal bekannt. Das musste auch erst mal reichen.

Bremens Albtraum hat einen Namen

Mittlerweile sind die Nebensächlichkeiten auch tatsächlich nebensächlich. Bailly hat längst für sportliche Schlagzeilen gesorgt. Bereits beim 1:1 gegen Hoffenheim hatte der 23-Jährige die Offensivakteure des viel beachteten Mitaufsteigers zur Verzweiflung gebracht. Gegen Bremen setzte der gebürtige Lütticher noch einen drauf. Mit irrsinnigen Reflexen trieb er die Werderaner schier zur Weißglut. "Das Tor war wie vernagelt", ächzte Torsten Frings nach Abpfiff über Baillys Hammerparaden.

Von 13 Schüssen auf seinen Kasten parierte der Gladbacher Torhüter elf, einer landete im Netz, ein anderer auf der Latte. Am Ende stand es 1:1 und Logan Bailly erschien den Bremer Protagonisten des Nachts als behandschuhte Version von Horror-Ikone Freddy Krueger in "Nightmare on Franz-Böhmert-Straße 1c".

"Weltklasse" und "fantastisch"

Kein Gladbacher Feldspieler hatte gegen die Hanseaten mehr Ballkontakte und einen größeren Anteil am Punktgewinn als der Belgier. Er selbst fand seine Leistung gar nicht so erwähnenswert. Das sei eben sein Job, Punkt. Bailly hat zwar die für seine Position wohl essenzielle spleenige Extrovertiertheit. Exzentrisch ist er aber nicht.

Sicherlich Qualitäten, die Hans Mayer zu schätzen weiß. Denn selbst der "Fohlen"-Trainer kam nicht um ein Lob herum. Seine Beurteilung war zudem erstaunlich frei von Ironie und Zynismus als er erklärte: "Baillys Leistung war Weltklasse und nicht nur mit Glück zu erklären. Speziell seine Reflexe waren fantastisch!"

Meinung der Fans: "Das war top!"

Das fanden auch die User von bundesliga.de und wählten Bailly mit resepktablem Vorsprung vor Bayern-Schreck Andrey Voronin zum "Spieler des Spieltags".

Trotz der atemberaubenden Vorstellung des Gladbacher Neuzugangs bleibt nun noch Luft, um den Namen Logan Bailly zumindest in der laufenden Rückrunde in einem Atemzug mit den prominenten Neuzugängen Jens Lehmann und Timo Hildebrand zu nennen.

Michael Wollny