Köln - Mehr als 37 Jahre ist her, als Borussia Mönchengladbach zum letzten Mal vor heimischer Kulisse im wichtigsten Vereinswettbewerb auf internationaler Ebene antrat. Seither hat sich einiges verändert: Der Europapokal der Landesmeister heißt nun Champions League und das Stadion Borussia Park. Und der Gegner, gegen den man an jenem 29. März 1978 mit 2:1 gewann, ist nicht mehr der FC Liverpool, sondern Manchester City.

Und gerade rechtzeitig, wo das Star-Ensemble aus England anreist (ab 20:30 Uhr in Liveticker), haben die Fohlen wieder zu alter Stärke zurückgefunden, die englische Woche für zwei Siege gegen Ausgburg (4:2) und Stuttgart (3:1) genutzt und ordentlich Selbstvertrauen getankt. Trainer Andre Schubert scheint dabei aktuell auch den richtigen Ton bei den Spielern zu finden: "Wir wollen das Spiel genießen und einen großen Fight abliefern. Es wird ein Festtag, ganz egal, wie das Spiel am Ende ausgeht", so Schubert.

Wiedersehen mit De Bruyne

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Die "Citizens" sind durchaus verwundbar, mussten am vergangenen Wochenende die Tabellenführung in der Premier League nach einer 1:4-Klatsche gegen Tottenham Hotspur abgeben. Das weiß auch Schubert: "Manchester City ist eine sehr gute Mannschaft mit vielen hervorragenden Einzelspielern. Aber es ist für mich kein übermächtiger Gegner. Deshalb werden wir nicht vor Ehrfurcht erstarren. Wir wissen um unsere Stärken und diese wollen wir auch zeigen", sagte er selbstbewusst.

Dabei kommt es auch zu einem Wiedersehen mit ehemaligen Bundesliga-Stars. Neben dem Ex-Bayern-Verteidiger Martin Demichelis ist der neue Star des Teams natürlich Kevin de Bruyne. Der Belgier kehrt nach seinem Wechsel von Wolfsburg nach Manchester erstmals nach Deutschland zurück, hat in den letzten beiden Spielen für seinen neuen Club jeweils getroffen.

Jantschke wieder an Bord

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"Wir als Mannschaft werden gemeinsam alles dafür tun, um ihn und seine nicht weniger begabten Kollegen zu stoppen", sagte Alvaro Dominguez vor der Partie. Dabei helfen wird ihm auch Tony Jantschke, der nach seiner Prellung wieder zur Verfügung steht. Das Fohlen-Lazarett hat sich ohnehin zuletzt deutlich gelichtet, lediglich Abwehrchef Martin Stranzl fehlt nach seinem Augenhöhlenbruch.

Mit einem Sieg könnte Gladbach in der Gruppe D zumindest an Manchester, die am ersten Spieltag eine Niederlage gegen Juventus einstecken mussten, vorbeiziehen. Dann wäre man wieder voll im Rennen, denn parallel nehmen sich Sevilla und Juve im direkten Duell gegenseitig die Punkte. Und was gäbe es schöneres, als so einen Sieg nach 37 Jahren wieder vor eigener Kulisse einzufahren.

Karol Herrmann