München - Nach dem Auftaktsieg gegen Bayern München will Borussia Mönchengladbach im Auswärtsspiel beim den VfB Stuttgart nachlegen (So., ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Keine leichte Aufgabe, denn auch in Stuttgart herrscht Aufbruchstimmung, denn mit der Verpflichtung von Vedad Ibisevic haben die Schwaben ihre Offensive erheblich verstärkt. Bruno Labbadia setzt in Ibisevic sofort große Hoffnungen. "Vedad spielt auf alle Fälle. Er ist voll im Saft", kündigte Stuttgarts Trainer an.

Beste Offensive der Liga ausgeschaltet

Allerdings wird selbst Ibisevic dem Gegner aus Mönchengladbach keine Angst einjagen. Schließlich haben die Gladbacher am vergangen Spieltag gezeigt, zu was sie defensiv in der Lage sind.

Mit der Offensive der Bayern haben sie die stärkste Angriffsabteilung der Liga über 90 Minuten gut unter Kontrolle gehabt. Das einzige Münchener Tor fiel, als das Spiel schon längst entschieden war.

Großes Selbstbewusstsein bei den "Fohlen"

Selbst Bayerns Stürmer Mario Gomez musste zugeben, dass der Rekordmeister "gegen Gladbach nicht so viele Chancen" hatte, wie die Bayern das normalerweise gewöhnt sind. "Es war mit Sicherheit eines unserer besten Spiele", bewerte Marco Reus das zurückliegende Bayern-Spiel im bundesliga.de-Interview.

Dementsprechend groß ist das Selbstbewusstsein der "Fohlen" vor dem Spiel in Stuttgart. Angesprochen auf die seit 13 Spielen andauernde Negativserie der Borussia bei den Schwaben, hat Sportdirektor Max Eberl eine klare Antwort: "Jede Serie ist dazu da, gebrochen zu werden."

VfB möchte an Hinspiel anknüpfen

Der Architekt des Gladbacher Erfolgs, Cheftrainer Lucien Favre, erwartet eine schwere Aufgabe für seine Mannschaft. "Stuttgart hat eine sehr gute Mannschaft. Sie sind immer gefährlich. Wir müssen sehr gut spielen, um dort etwas zu erreichen", sagte der Schweizer Trainer. Das Hinspiel endete im Borussia-Park mit einem 1:1-Unentschieden. "Damals war Stuttgart besser als wir", erinnerte sich Favre.

An eben dieses Hinspiel möchte der VfB Stuttgart anknüpfen. "In den ersten acht, neun Spielen gehörten wir zu den defensiv stärksten Teams", erinnert sich VfB-Trainer Labbadia, und erklärt auch gleich, woran es seiner Mannschaft in den folgenden Partien gefehlt hat. "In den ersten Spielen haben wir bei Standards gut ausgesehen. Hier waren wir jüngst zu nachlässig, nicht konsequent genug, das müssen wir ändern".

Auch um die besonderen Qualitäten des Gegners weiß der Coach. "Gladbach kommt aus einer guten Ordnung und hat eine hohe Bereitschaft, schnell umzuschalten. Sie haben genug Selbstvertrauen, um auch mal nur auf die eine Situation zu warten", beschreibt Labbadia die Fähigkeiten der Borussia.

Nur Brouwers fällt aus

Neben dem Selbstvertrauen kommt den Gladbachern vor allem zu Gute, dass außer Innenverteidiger Roel Brouwers alle Mann an Bord sind. Brouwers muss wegen anhaltender Rückenprobleme passen.

Der Einsatz der Stuttgarter Christian Gentner und Khalid Boulahrouz, die beide in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen sind, entscheidet sich erst kurzfristig.

Definitiv nicht dabei sein wird Matthieu Delpierre. Der französische Verteidiger reist mit der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart zu deren Auswärtsspiel nach Erfurt, um nach seiner langen Verletzungspause wieder in den Wettkampfrhythmus zu finden. "Er kommt im Training immer näher ran, ist sehr stabil. Was ihm fehlt, ist die Spielpraxis", begründet VfB-Trainer Labbadia den Einsatz des Innenverteidigers in der Zweitvertretung.

Cacau wieder auf der Lieblingsposition

Da VfB-Neuzugang Ibisevic wohl ins Sturmzentrum zum Einsatz kommen wird, kann Nationalspieler Cacau voraussichtlich wieder auf seiner Lieblingsposition als hängende Spitze eingesetzt werden. Auch dieser Umstand nährt die Hoffnung der Stuttgarter, dass gegen Mönchengladbach in der Offensive der Knoten wieder platzt.

Aber auch für diesen Fall wird die Partie sicher nicht den Verlauf der Vorsaison nehmen, als die Stuttgarter die Gladbacher mit sage und schreibe 7:0 bezwungen hatten.



Daniel Knoke