Dortmund/Mainz - Dem Sieger winkt der Platz an der Sonne: Im mit Spannung erwarteten Duell Erster gegen Zweiter trifft der 1. FSV Mainz 05 am Sonntagnachmittag auf Borussia Dortmund. Beide Teams stehen nach ihren überraschenden Pleiten im Pokal unter besonderer Beobachtung (ab 15 Uhr im Live-Ticker).

"Wir hatten einen unschönen Abend zu verarbeiten", sagte Jürgen Klopp über das Elfmeter-Drama im Pokal in Offenbach: "Man muss eine Niederlage richtig fühlen, um den Antrieb zu bekommen, dies nicht häufiger vorkommen zu lassen."

BVB ohne "Kuba" und Owomoyela

Umso motivierter soll seine Elf deshalb beim Topspiel auftreten, das live in 185 Länder der Welt übertragen wird. Den "berechtigten Spitzenreiter" (Klopp) schätzt Klopp als "laufstark, körperlich robust, taktisch gut eingestellt und sehr flexibel" ein. Sicher verzichten muss der BVB-Coach auf Patrick Owomoyela (Reizung des Achillessehnengewebes) und Jakub Blaszczykowski (Adduktoren-Probleme). Bei Mario Götze (muskuläre Probleme) und Sven Bender bestehe Hoffnung.

Der ehemalige 05-Coach Klopp rechnet damit, dass es ein Duell ähnlicher Spielkonzepte wird: "Die Herangehensweise entscheidet sich nicht sehr von unsserer. Die Umsetzung wird den Unterschied ausmachen."

"Das hat immer auch ein bisschen Methode"

Fehler in der Umsetzung waren es, die Mainz 05 bereits unter der Woche die Pokalpleite gegen Aachen einbrachten. "Wir haben gegen Aachen vielleicht die falsche Strategie gewählt, ein paar Dinge falsch eingeschätzt, das geht klar auf unsere Kappe", sagt Trainer Thomas Tuchel.

Doch die Zeit über das Pokal-Aus zu lamentieren sei vorbei. "Borussia Dortmund, das ist schon eine große Hausnummer. Auch wenn der BVB jetzt tief stapelt und uns in die Favoritenrolle erhebt. Das hat immer auch ein bisschen Methode, den Gegner stark zu reden, und das sollte man nicht so ernst nehmen", weiß der Übungsleiter. "Wir wollen uns zwar nicht jede Woche klein machen, aber uns ist auch bewusst, was Dortmund für eine Qualität hat, individuell und in der Spielanlage", erklärt Tuchel.

Der Coach kann wieder auf Eugen Polanski zurückgreifen, der angeschlagen gegen Aachen aussetzen musste. Der Rückkehrer sei gesetzt für die Startelf, verriet Tuchel. Florian Heller, der zuletzt mit hartnäckigen Adduktorenproblemen zu kämpfen hatte, ist am Freitag wieder ins Training eingestiegen.



1899 Hoffenheim - Hannover 96

Im zweiten Spitzenspiel am Sonntag gastieren die fünftplatzierten Hannoveraner beim Tabellensechsten aus Hoffenheim. Einer steht erneut besonders im Blickpunkt: Didier Ya Konan, der am vergangenen Spieltag den 1. FC Köln fast im Alleingang besiegte, das "Tor des 9. Spieltags" schoss und anschließend zum "Spieler des 9. Spieltags" gewählt wurde. Avanciert er auch gegen 1899 zum Schlüsselspieler der Partie?

"96 hat natürlich Selbstvertrauen und kontert gut. Aber das Team verlässt sich auf Ya Konan", glaubt Hoffenheim-Talent Boris Vukcevic. Die Schlussfolgerung liegt nahe: 13 Tore hat die Elf von Trainer Mirko Slomka erzielt. Neun davon haben die Angreifer Ya Konan und Mohammed Abdellaoue gemacht.

Der Hype um Ya Konan kümmert 1899-Trainer Ralf Rangnick wenig. Er will um jeden Preis am Konkurrenten vorbeiziehen. "Wir sind auf einem richtig guten Weg. Wenn wir jetzt gewinnen, dann stehen wir richtig gut da", sagt der Coach. Wie die Abwehrreihe gegen 96 aussehen wird, verriet Rangnick nicht. Klar ist, dass Josip Simunic wegen seiner Verletzung nicht im Kader steht. Bei Isaac Vorsah besteht hingegen noch Hoffnung. Gesetzt ist Marvin Compper, der in den letzten beiden Partien in Dortmund und gegen Ingolstadt überzeugte.

Qual der Wahl im Sturm

Neben Compper wird Kapitän Andreas Beck auf der rechten Abwehrseite auflaufen. Auf der linken Seite steht noch ein Fragezeichen. Die Entscheidung wird zwischen Christian Eichner und Andreas Ibertsberger fallen.

In der Offensive hat Rangnick keine personellen Engpässe zu beklagen. Selbst nach dem Aussetzer von Vedad Ibisevic im Pokalspiel hat der Trainer die Qual der Wahl. Seine Rot-Sperre gilt nicht für die Liga. "Vielleicht spielt Ibisevic von Anfang an, vielleicht kommt er von der Bank und vielleicht entscheidet er dann das Spiel mit einem Tor für uns", sagt Rangnick.

Chahed selbstbewusst

Die Gäste gehen derweil selbstbewusst in die Partie. "Wir sind in einer Position, in der wir etwas verteidigen können. Wir werden alles versuchen, uns oben zu etablieren", sagte Trainer Mirko Slomka. Und 96-Verteidiger Sofian Chahed sagt: "Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Wir stehen nicht umsonst auf dem 3. Platz." Rückkehrer Karim Haggui wird bei 96 voraussichtlich mit Christian Schulz die Innenverteidigung bilden.

Youngster Christopher Avevor hatte zwei Tage wegen eines grippalen Infektes mit dem Training aussetzen müssen, sein Einsatz ist fraglich. Slomka muss in der Rhein-Neckar-Arena außerdem auf Emanuel Pogatetz und die beiden Langzeitverletzten Leon Andreasen und Carlitos verzichten.