Die Formkurve ging deutlich nach oben bei Werder Bremen und dem VfB Stuttgart in den vergangenen Wochen. Beide Mannschaften haben sich nach Schwächephasen wieder an die Europa-Leauge-Plätze herangepirscht, im direkten Duell am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!) geht es nun darum, wer seine Super-Serie fortsetzen kann.

Nur ein Mal verlor der VfB in den letzten zehn Bundesligaspielen, holte dabei sieben Siege. Werder fuhr in den letzten vier Spielen stolze zehn Punkte ein.

Kampfansage von Thomas Schaaf

Geht es nach Kapitän Torsten Frings, war das aus Sicht der Grün-Weißen aber erst der Anfang. "Wir wissen, dass es jetzt erst richtig losgehen muss mit dem Punktesammeln, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen", sagte Frings. Werder hat auf Platz sechs nur noch einen Zähler weniger als der Tabellenfünfte Borussia Dortmund. Ein Sieg gegen die Stuttgarter würde den Druck auf die Konkurrenz noch erhöhen.

"Nach hinten wollen wir Abstand dazwischen bringen und gleichsam uns in den Vordergrund schieben, nachsetzen, was Ergebnisse und Punkte betrifft, um die da vorne in keinster Weise zur Ruhe kommen zu lassen", gibt Trainer Thomas Schaaf die Marschroute für den 25. Spieltag aus.

Um diesen Plan umzusetzen, müsste Werder aber seine Heimbilanz aufpolieren. Die Bremer holten aus den letzten sechs Liga-Heimspielen nur einen Sieg (zwei Niederlagen, drei Remis). Mit dem Erfolgsrezept der letzten Wochen soll diese Ausbeute aber verbessert werden. "Wir stehen wieder stabiler, unterstützen uns gegenseitig, sind wieder eine Einheit. Dazu kommt das Selbstvertrauen, das sich einstellt, wenn erst ein paar Siege eingefahren sind", erklärte Frings den Aufschwung.

Wiese wieder angeschlagen

Vor dem Duell mit den starken Schwaben ist Werder aber bei weitem nicht sorgenfrei. Denn weiterhin ist nicht klar, ob Nationalkeeper Tim Wiese ins Bremer Tor zurückkehren kann. Am Donnerstag war der wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, bekam am Freitag aber gleich wieder einen Schlag auf den Knöchel, konnte die Einheit nur unter Schmerzen beenden.

"Tim hat eine leichte Prellung erlitten und wird behandelt", sagte Schaaf zur Situation, geht aber noch davon aus, dass der Keeper gegen Stuttgart dabei sein kann. Inklusive Wiese nominierte er nur zwei Torhüter für die Partie am Samstag. Ob Petri Pasanen und Philipp Bargfrede (Grippe) spielen können, ist indes nicht sicher. Definitiv verzichten müssen die Bremer auf die verletzten Peter Niemeyer (Sprunggelenksverletzung) und Clemens Fritz (Oberschenkel-Probleme). Nachwuchsprofi Onur Ayik rückt dafür wieder in den Kader der Bremer.

Die größten Sorgen bereitet den Gastgebern aber sicherlich der Lauf des Gegners. Stuttgart hat auswärts zuletzt drei Mal in Folge gesiegt. Coach Schaaf hat großen Respekt, "wenn man schaut, wo der VfB hergekommen ist, wie sie fast still, leise und heimlich herangerückt sind und welchen Sprung sie bewältigt haben."

Jojo-Effekt in Stuttgart

Fast scheint es, als wäre der VfB ein Jojo, schließlich ist es nicht das erste Mal, dass die Schwaben mit einer bärenstarken Serie eine vermeintlich verloren scheinende Saison noch zum Guten wenden. Einem Ab folgt bei den Gästen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein starkes Auf.

Nach 15 Spieltagen standen die Stuttgarter mit nur zwölf Punkten noch auf dem 16. Platz. Mit 34 Zählern liegt der VfB mittlerweile auf Platz 8 nur noch vier Zähler hinter den Bremern. Erinnerungen an die vergangene Saison werden wach, als die Stuttgarter nach einer durchwachsenen Hinrunde sogar noch bis auf Rang 3 nach vorne stürmten.

Vom Kampf um den Klassenerhalt spricht inzwischen nicht mal mehr Erfolgstrainer Christian Gross. "In der derzeitigen Tabellensituation ist Bremen ein direkter Konkurrent von uns", sagte der Schweizer. Er ist sich sicher, dass sein Team die starken Leistungen der letzten Wochen bestätigen kann: "Bisher ist es uns auswärts gut gelungen, wenn wir selbstbewusst aufgetreten sind. Wir müssen versuchen, möglichst fehlerlos zu bleiben und gut verteidigen. In der Offensive haben wir unsere Stärken."

Cacau trifft Pizarro

Die größte Stärke war in den letzten Wochen Stürmer Cacau. Der erzielte in den letzten drei Pflichtspielen phänomenale sieben Tore. Auch in der Nationalmannschaft wies der gebürtige Brasilianer am Mittwoch gegen Argentinien nach seiner Einwechslung die aktuell gute Form nach. Ihm steht auf der anderen Seite in Claudio Pizarro der Bundesligaspieler mit den meisten Pflichtspieltoren gegenüber. 20 Mal traf der Peruaner in Europa League (10) und Bundesliga (10) in dieser Saison schon.

"Es wird ein Duell zwischen zwei starken Teams, die jeweils über sehr torgefährliche Stürmer verfügen", stellte auch Torsten Frings fest, gibt aber auch zu bedenken: "Diese beiden jetzt so herauszuheben würde dem Spiel nicht gerecht."

Das stimmt, denn in Bremen geht es vielmehr darum, welcher der beiden Serientäter in der Spur bleibt - und damit die Teams an der Spitze noch mal richtig nervös machen kann.


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