Verband: Ghana Football Association (GFA)

Gegründet: 1957

FIFA-Mitglied seit: 1958

Bisherige WM-Teilnahmen: 2

WM-Erfolge: Viertelfinale (2010)

Geschichte des Fußballs in Ghana:

Wie in den meisten ehemaligen Kolonialstaaten waren europäische Seefahrer und Händler für die Anfänge des Fußballs in Ghana verantwortlich. Da die Briten vornehmlich die Küstenstädte im Süden des Landes kolonisierten, wurde der erste Verein auch dort gegründet: In Accra meldete ein Schuldirektor 1903 seine Fußball begeisterten Schüler als Team Excelsior. Es dauerte aber doch einige Jahre, bis das Spiel auch den Norden des Landes eroberte. Mit der Unabhängigkeit Ghanas 1957 und der Gründung einer ghanaischen Liga folgte dann der Aufstieg zu einer der besten Mannschaften Afrikas - sowohl bei den Herren, den Damen als auch den Junioren.

WM-Geschichte:

Boateng und Co. unterlagen 2010 der DFB-Elf

Nach 2006 und 2010 sind die "Black Stars", wie die Nationalmannschaft genannt wird, in Brasilien zum dritten Mal bei einer Endrunde dabei. In Deutschland wurde die Gruppenphase überstanden, in Südafrika danach das Viertelfinale erreicht und nun hofft das ganze Land gar auf den Einzug ins Halbfinale. Vor vier Jahren verpasste Ghana erst nach einem Elfmeterkrimi gegen Uruguay den Einzug in die Runde der letzten Vier. In den Gruppenspielen unterlag man Deutschland 0:1, gewann mit dem selben Ergebnis gegen Serbien und spielte 1:1 gegen Australien - das reichte zu Platz 2 hinter dem DFB-Team. Bei der Premiere 2006 überraschte das Team mit Siegen gegen Tschechien (2:0) und die USA (2:1) bei einer Niederlage gegen Italien (0:2) mit dem Einzug ins Achtelfinale, wo mit dem 0:3 gegen Brasilien aber klar Endstation war.

Star und Trainer:

Ein Bundesliga-Spieler ist auf dem Platz der Denker und Lenker der "Black Stars": Schalkes Kevin-Prince Boateng. Er bringt die nötige Härte und Disziplin mit, um das Rudel zusammenzuhalten und zu führen. Nationalcoach Kwesi Appiah ist international eher ein unbeschriebenes Blatt. Seine aktive Karriere startete und beendete er in Ghana und auch als Trainer hat er sein Land nie verlassen. Nach Posten als U23- und Co-Trainer kam als "Chef" dann der große Erfolg. Als erster Ghanaer führte er die Nationalmannschaft zu einer WM. Seine Zukunft ist auf dem Papier übrigens nicht vom Abschneiden in Brasilien abhängig, denn der Vertrag wurde frühzeitig bis 2016 verlängert. Für afrikanische Verhältnisse ein eher ungewöhnliches Vorgehen eines Verbandes.

Ghana und die Bundesliga:

Tony Yeboah spielte für Eintracht Franfurt

In Ghana ist er ein Volksheld, in der Bundesliga-Geschichte der erfolgreichste afrikanische Torschütze aller Zeiten: Anthony "Tony" Yeboah. 68 Tore erzielte er von 1990 bis 1995 in 123 Bundesligaspielen für Eintracht Frankfurt und 28 von 1997 bis 2001 in 100 Partien für den Hamburger SV. Einen großen Namen auf der internationalen Fußball-Bühne machte sich auch Samy Kuffour. Der Innenverteidiger eilte mit dem FC Bayern von Erfolg zu Erfolg und zog sich 175 Mal das Trikot des Rekordmeisters über. Mit 26 Gelben, zwei Gelb-Roten und gleich vier Roten Karten war Kuffour auch der eifrigste Kartensammler. Der jüngste Afrikaner überhaupt, der Bundesliga-Luft schnuppern durfte, war Dortmunds Ibrahim Tanko, der mit 17 Jahren debütierte. Der Spieler mit den meisten Einsätzen in der Bundesliga und 2. Bundesliga ist jedoch Charles Akkonor. 121 Spiele absolvierte er in der höchsten deutschen Spielklasse für den VfL Wolfsburg (13 Tore), insgesamt 199 Partien lieferte er für Fortuna Köln und die SpVgg Unterhaching in der 2. Liga ab. Von den ehemaligen ghanaischen Kickern ist einer aufgrund seiner Aktivitäten in den sozialen Medien wohl der derzeit in Deutschland bekannteste: Hans Sarpei (190 BL/64 2BL).