Als der 1. FC Köln am letzten Spieltag der Saison mit 0:3 in Kaiserslautern verloren hatte, stand der Aufstieg des Clubs in die Bundesliga bereits fest. Der Verbleib von Christoph Daum als Trainer, trotz Vertrags bis 2010, hingegen nicht. Der 54-Jährige stellte Bedingungen, an die er sein Bleiben bei den "Geißböcken" knüpfte: "Der Verein muss für die Bundesliga so zukunftsweisend aufgestellt werden, dass er voll wettbewerbsfähig ist."

Mit der Verpflichtung des Innenverteidigers Pedro Geromel hat der Club einen Spieler gefunden, der die Wettbewerbsfähigkeit des FC herstellen könnte. Der 22-Jährige wechselt vom portugiesischen Erstligisten Vitoria Guimaraes an den Rhein. Sein Vertrag läuft bis 2012.

Bester Spieler in Portugal

"Wir freuen uns, dass wir den Wechsel von Pedro Geromel realisieren konnten, obwohl es auch andere europäische Mitbewerber gab. Mit seinen 1,90 Metern ist er äußerst kopfballstark und dazu sehr schnell", erklärt der Manager der Kölner, Michael Meier. Darüber hinaus ist der Brasilianer, der auch einen italienischen Pass hat, äußerst zweikampfstark und verfügt über eine gute Spieleröffnung.

Mit Geromel als Abwehrchef ließ Aufsteiger Guimaraes nur 31 Gegentore in 30 Spielen zu und landete am Saisonende auf Rang 3 - Champions League-Qualifikation. Von den Fans wurde der Verteidiger sogar zum besten Spieler der Liga gewählt.

Wechsel nach Köln das Beste

Die Profikarriere des Defensivmannes begann 2002 bei Sociedade Esportiva Palmeiras in Brasilien. Ein Jahr später wechselte er zum Ligarivalen Desportivo de Chaves. Dort spielte der am 21. September 1985 geborene Innenverteidiger zwei Jahre. 2005 ging er zu Guimaraes nach Portugal. In der letzten Saison stand Geromel in 29 der 30 Spiele 90 Minuten auf dem Platz, wobei er ein Tor erzielte.

Trotz Anfragen anderer Vereine wie dem FC Turin oder den Bolton Wanderers hat er sich ganz bewusst für den rheinischen Traditionsclub entschieden: "Ich habe natürlich alle Angebote genau geprüft und dabei für mich eindeutig festgestellt, dass für meine Karriere ein Wechsel zum 1. FC Köln und in die Bundesliga das Beste ist."

Für seinen Verbleib in Köln hatte Christoph Daum eine wettbewerbsfähige Mannschaft mit Zukunft gefordert. Mit einem 22-Jährigen Verteidiger, der kürzlich erst zum besten Spieler der portugiesischen Liga gewählt wurde, dürfte diese Forderung wohl erfüllt sein.

Gregor Nentwig