Zwei Tage nach seiner womöglich folgenschweren Kneipenprügelei ist Steven Gerrard beim FC Liverpool wieder ins Training eingestiegen.

Der 28-Jährige, dem nach einer Anklage wegen Körperverletzung und Teilnahme an einer Schlägerei bis zu fünf Jahre Haft drohen, kann sich in seiner schweren Zeit aber der vollen Unterstützung von Trainer Rafael Benitez sicher sein.

Unterstützung vom Verein

"Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit ihm und seinem Anwalt. Steven hat mit erklärt, was passiert ist, und ich habe ihm meine Unterstützung und die des ganzen Vereins zugesagt", erklärte der Spanier auf der Internetseite des englischen Rekordmeisters.

Der 70-malige Nationalspieler Gerrard, der bislang als Vorzeigeprofi galt, war am Montag nach einer Prügelei im "Lounge Inn", Tummelplatz der Liverpooler Prominenz, verhaftet worden. Er soll dem 34 Jahre alten DJ nach einem Streit über die Musikauswahl den Ellbogen ins Gesicht gerammt haben. Der DJ wurde im Krankenhaus behandelt und noch am gleichen Tag entlassen.

Am Dienstag wurde Steven Gerrard nach 21-stündigem Gewahrsam wieder auf freien Fuß gesetzt. Zwei seiner fünf Begleiter sind ebenfalls angeklagt. Sie hatten gemeinsam das 5:1 der Reds bei Newcastle United begossen. Gerrard muss sich am 23. Januar vor einem Gericht in North Sefton verantworten.

Benitez zurück auf dem Platz

Rafael Benitez leitete am Mittwoch erstmals seit seiner Operation, bei der ihm vor gut zwei Wochen zwei Nierensteine entfernt worden waren, wieder das Training. Gerrard solle sich nun wieder auf den Fußball konzentrieren. Geplant ist sein Einsatz am Samstag im englischen Pokal gegen Preston.

"Er ist unser Kapitän, ein Schlüsselspieler und eine starke Persönlichkeit. Wir tun alles, um Steven nach Kräften zu unterstützen. Jetzt richten wir den Blick nach vorn auf das nächste Spiel", so Benitez.

Vorerst keine Konsequenzen der FA

Für Tabellenführer Liverpool kommt der Skandal um seinen Starspieler zur Unzeit. Der Verein setzt alles daran, erstmals seit 19 Jahren wieder Meister zu werden, Gerrard ist das Herzstück des Mittelfeldes. Konsequenzen seitens des Verbandes muss er zunächst nicht fürchten.

Die FA teilte mit, dass "kein Spieler ausgeschlossen wird, während polizeiliche Ermittlungen laufen". Nur bei einer Verurteilung wegen einer "schwerwiegenden Straftat" werde die FA handeln und abhängig von der Schwere des Vergehens reagieren.