Gerd Müller absolvierte 62 Länderspiele und erzielte dabei unglaubliche 68 Tore. - © © imago
Gerd Müller absolvierte 62 Länderspiele und erzielte dabei unglaubliche 68 Tore. - © © imago
Bundesliga

Gerd Müller - Der Nationalspieler

Köln - Am 3. November feiert Gerd Müller seinen 70. Geburtstag. In einer vierteiligen Serie blickt bundesliga.de auf das Leben und die beeindruckende Karriere des “Bombers der Nation“.

Schlechte Kritik beim Debüt

Während Uwe Seeler und Franz Beckenbauer schon als Jugendliche den DFB-Dress trugen, schaffte es Müller nur bis in die Bayern-Auswahl (vier Einsätze). Der DFB kam nie nach  Nördlingen. Aber nach seiner ersten Bundesliga-Saison, der die WM in England folgte, suchte Bundestrainer Helmut Schön neue Kräfte. Ein Umbruch stand an; Seeler würde ja nicht ewig spielen, er war schon 30. Schön hatte Müller im Januar 1966 erstmals beobachtet und notierte in seiner Auto-Biographie: "Was ich im Stadion an der Grünwalder Straße zu sehen bekam, war schon verblüffend; ein kleiner bulliger Mittelstürmer mit pechschwarzem, militärisch kurz geschnittenem Haar und gewaltigen Oberschenkeln. Technisch schien “kleines, dickes Müller“ nicht gerade zu den Feinmechanikern zu gehören. Aber er nutzte seine kurzen Körperhebel besonders im Strafraum-Gewühl verblüffend. Er war der geborene Mittelstürmer für den modernen Fußball.“

Das sollte er in den folgenden acht Jahren auch in der Nationalmannschaft beweisen. Wenn auch nicht auf Anhieb. Bei seinem Debüt in Ankara am 12. Oktober 1966 erntete er schlechte Kritiken, die dpa attestierte ihm "eine ganz schwache Leistung“. Müller machte nun einen Schritt zurück, debütierte in Bulgarien an der Seite von Jupp Heynckes in der U 21 – aber Schön behielt ihn im Auge.

Sechs Monate verstrichen bis zum zweiten Länderspiel am 8. April 1967 gegen Albanien. In Dortmund schoss Müller beim 6:0 vier Tore und stellte einen Nachkriegs-Rekord auf – und selbst  wenn der Gegner auch ein Fußball-Zwerg war, hatte sich Müller nun in die Mannschaft geschossen. Erst recht, als Seeler 1968 überraschend zurücktrat. In der WM-Qualifikation für Mexiko avancierte Müller zum „Bomber der Nation“, die Bezeichnung hatte er von Seeler geerbt – bloß weiß das heute keiner mehr.

- © imago / Sven Simon

Alle Teile der Serie zum 70. Geburtstag von Gerd Müller

Teil 1: Die Kindheit von Gerd Müller

Teil 2: Gerd Müller beim FC Bayern München

Teil 3: Gerd Müllers 40-Tore-Saison

Teil 4: Gerd Müller bei der Nationalmannschaft

- © gettyimages