Hamburg - Gewohnt zuverlässig hielt Christian Schulz seine linke Abwehrseite in Hamburg dicht. Erst entnervte er Tunay Torun und zog dann schnell dem eingewechselten Jonathan Pitroipa den Zahn. Dass es für Hannover 96 am Ende "nur" zu einem 0:0 reichte, konnte aber auch er nicht ändern.

"Mit einem 'Dreier' hätten wir die Bayern richtig unter Druck setzen und wieder einen Schritt in Richtung Champions League machen können", erklärt Schulz im bundesliga.de-Interview.

Der Routinier, der seinen Vertrag unlängst bis 2014 verlängert hat, analysiert zudem das Spiel beim HSV, wagt einen Ausblick auf die Partie gegen Freiburg und schätzt die Chancen der 96er auf den Einzug in die "Königsklasse" ein.

bundesliga.de: Herr Schulz, wie bewerten Sie das torlose Remis in Hamburg?

Christian Schulz: Mit einem gemischten Gefühl. Mit dem Punkt haben wir unser Ziel erreicht, denn wir wollten etwas Zählbares aus Hamburg mit nach Hannover nehmen. Aber mit einem Blick auf die vielen Torchancen hätten wir den Sieg vielleicht auch verdient gehabt. Mit einem 'Dreier' hätten wir die Bayern richtig unter Druck setzen und wieder einen Schritt in Richtung Champions League machen können.

bundesliga.de: Die Hausherren waren sehr offensiv aufgestellt, konnten sich aber über fast die gesamte Spieldauer nicht richtig durchsetzen. Hat Sie das überrascht?

Schulz: Der HSV hat in dieser Saison ein paar Probleme. Aber wir machen unsere Sache auch sehr gut. Wir stehen kompakt und schalten immer wieder sehr schnell um. Das ist genau das Spiel, das wir schon über die gesamte Saison zeigen und uns den Erfolg gebracht hat.

bundesliga.de: Würden Sie nach den bislang eher mäßigen Auswärtsleistungen von einem Aufwärtstrend sprechen?

Schulz: Der Aufwärtstrend auf fremden Platz ist sicherlich da. Aber das hätten wir noch deutlicher zeigen können, wenn wir dieses eine Tor gemacht hätten. Die Chancen dazu waren ja vorhanden. Das Unentschieden ist aber letztlich in Ordnung, denn der Punkt hilft uns weiter.

bundesliga.de: Ein kleiner Wermutstropfen sind die Gelb-Sperren von Sergio Pinto und Didier Ya Konan, Mohammed Abdellaoue musste verletzt ausgewechselt werden. Kann Hannover diese Ausfälle kompensieren?

Schulz: Natürlich sind die drei sehr wichtige Spieler für uns. Aber wir haben qualitativ einen sehr breit aufgestellten Kader. Da müssen jetzt andere in die Bresche springen.

bundesliga.de: Wird Ihnen vor dem nächsten Spiel gegen Freiburg da nicht aber ein bisschen bange?

Schulz: Nein, überhaupt nicht. Das Selbstvertrauen, um diese Ausfälle zu kompensieren, haben wir. Alle Spieler arbeiten im Training sehr gut mit. Von daher sehe ich da überhaupt keine Probleme auf uns zukommen.

bundesliga.de: Und lassen Sie die Bayern am Ende der Saison hinter sich?

Schulz: Es wäre natürlich schön, wenn wir den 3. Platz erreichen würden. Schließlich will jeder lieber in der Champions League spielen als in der Europa League. Aber die Bayern sind schon ein großes Kaliber. Das europäische Geschäft zu erreichen, ist für uns aber in jedem Fall ein toller Erfolg.

Das Gespräch führte Michael Reis