Freiburg - Was den Klassenerhalt betrifft, ist Karim Guédé der festen Überzeugung, dass die Saison für den SC Freiburg ein positives Ende nehmen wird. Nicht nur weil der Sport-Club beim Remis in Hamburg zuletzt eine überzeugende Leistung zeigte, sondern weil das Team im spannenden Saisonendspurt sein Ziel aus eigener Kraft erreichen kann. Im Interview mit scfreiburg.com spricht Guédé über die Aufgabe Klassenerhalt.

"Wir denken positiv"

Frage: Sie haben beim 1:1 gegen den HSV mit Ihrer Kopfballverlängerung das Führungstor durch Admir Mehmedi vorbereitet. Am Ende mussten Sie einmal mehr in dieser Saison einen späten Ausgleichstreffer hinnehmen, trotz eines insgesamt starken Auswärtsauftritts.

Karim Guédé: Ich war überzeugt von unserer Leistung. Wir haben fast keine Chancen für Hamburg zugelassen. Umso bedauerlicher war es natürlich, dass am Schluss nach einem Standard und dazu wohl auch durch ein Foul an Roman Bürki noch der Ausgleich gefallen ist. Aber es hilft uns nicht, lange darüber nachzudenken. Wir haben jetzt noch zwei Spiele, wir denken positiv, sind gut beieinander und spielen gut. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir diese beiden Spiele auch positiv für uns gestalten und die Liga dann halten können.

Frage: Mit einem Auswärtspunkt lässt es sich in der Regel leben. Auch wenn beim HSV noch mehr drin gewesen wäre: Zählt zunächst, dass Sie vor den beiden letzten Saisonspielen den 15. Tabellenplatz verteidigt haben?

Guédé: Egal, was passiert, man sollte generell die positiven Dinge herausziehen. Das gilt nicht nur für den Fußball, sondern für das Leben allgemein, finde ich. Das positivste, das ich aus dem letzten Spiel herausgezogen habe, ist, dass wir als Mannschaft kompakt sind und als Mannschaft funktionieren. Das ist das A und O und stimmt mich zuversichtlich im Hinblick auf die nächsten beiden Spiele.

"Einfach wieder einhundert Prozent geben"

Frage: Es gilt jetzt sowieso nur noch der Blick nach vorne?

Guédé: Es war natürlich wieder ein Spiel, in dem wir alles in der Hand hatten, führen und in der letzten Minute noch den Ausgleich kassieren. Aber das ist uns in dieser Saison ja nicht zum ersten Mal passiert. Trotzdem bringt es nichts, sich darüber jetzt den Kopf zu zerbrechen. Man nimmt es besser an, dass es in diesem Jahr so passiert und sagt, man macht das Beste daraus. Man kämpft weiter und versucht, in den nächsten Spielen möglichst ein Tor mehr als der Gegner zu erzielen.

Frage: Die Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen, sind noch einmal enger zusammengerückt. Trotzdem hat es der Sport-Club nach wie vor selbst in der Hand, in der Bundesliga zu bleiben...

Guédé: ... Darum geht es, ja, denn das ist das Entscheidende. Wir haben jetzt gegen Bayern München das nächste Spiel und da müssen wir einfach wieder alle einhundert Prozent geben. Oder sogar mehr, was wir auch tun werden, weil wir wissen, worum es geht.

Frage: Zuletzt haben Sie hauptsächlich gegen unmittelbare Konkurrenten im Abstiegskampf gespielt, jetzt kommt zum letzten Heimspiel der Tabellenführer und Deutsche Meister FC Bayern München. Eine undankbare Konstellation?

Guédé: Nein, das verändert nichts an unserer Situation. Wir müssen sowieso so gut Fußball spielen wie wir können, wir müssen uns konzentrieren, Tore schießen und zusammen verteidigen, unabhängig vom Gegner. Das ist jetzt wie ein Halbfinale und ein Finale oder wie zwei Endspiele, die vor uns liegen und in denen wir die bestmögliche Anzahl an Punkten einfahren müssen. Natürlich hängt das auch davon ab, was der jeweilige Gegner zulässt. Aber gegen Bayern München kommt noch hinzu, dass wir eigentlich nichts zu verlieren haben.

"Von Beginn an laufen, spielen und kämpfen"

Frage: In der Bundesliga hat der FC Bayern zuletzt zweimal in Folge verloren. Ist das zusätzliche Ermutigung oder macht es die Aufgabe eher noch schwieriger?

Guédé: Ich glaube, das hat nichts zu bedeuten. Bayern ist immer noch Bayern, sie marschieren unermüdlich und auch über ihre individuellen Qualitäten braucht man nicht extra zu sprechen. Die konnte man dazu noch einmal im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Barcelona studieren.

Frage: Hatte diese Partie eine Bedeutung im Hinblick auf das kommende Bundesligaspiel?

Guédé: Auch das spielt meiner Meinung nach keine Rolle. Im Endeffekt ist nur wichtig, was am Samstag passiert.

Frage: Welche Herangehensweise empfiehlt sich beim Heimfinale dieser Saison?

Guédé: Wir müssen von Beginn an laufen, spielen und kämpfen, damit wir gegen Bayern überhaupt etwas erreichen können. Und vor allem müssen wir als Mannschaft richtig gut verteidigen. Das andere kommt dann letztlich dazu, denn Fußball spielen können wir. Wir werden versuchen, wie gegen den HSV wieder Chancen zu kreieren und sie natürlich auch zu nutzen. Aber gut verteidigen müssen wir vom Anfang bis zum Ende und alle zusammen. Das ist eine Grundvoraussetzung, wenn man gegen Bayern München spielt.

Hier gibt es das Interview in voller Länge.