Berlin - Beim 3:0-Auswärtserfolg im Pokalspiel bei Dynamo Berlin zeigte sich der 1. FC Kaiserslautern nicht nur gut gerüstet für den Bundesliagauftakt. Es war zugleich die Pflichtspielpremiere für die neue Lauterer Sturmspitze Itay Shechter.

Große Fußstapfen sind es, in die Kaiserslauterns Neuzugang treten soll. Keinen geringeren als Srdjan Lakic muss der Israeli ersetzen. Der zu Wolfsburg abgewanderte Kroate war nicht nur Kapitän der Pfälzer, sondern mit seinen 16 Saisontoren auch ein Garant für das gute Abschneiden des letztjährigen Aufsteigers (Platz 7).

Beim Debüt noch ohne Zielwasser

Zwar ging es für die Lauterer in der 1. Runde des DFB-Pokals nur gegen einen Fünftligisten. Doch immerhin war das erste Pflichtspiel der Saison zugleich die erste echte Bewährungsprobe für Shechter. Erst zweieinhalb Wochen vorher war der Israeli offiziell ein "Roter Teufel" geworden. Der Transferdeal des FCK mit Hapoel Tel Aviv hatte sich aufgrund von Machtspielen in der Führung des israelischen Erstligisten in die Länge gezogen.

Es war noch nicht alles Gold bei Shechters Debüt, was glänzte. Der 24-Jährige zeigte aber schon gute Ansätze. Bei seinen Torschüssen fehlte dem israelischen Nationspieler (acht Länderspiele) die Präzision, so dass es für einen eigenen Treffer noch nicht reichte. Doch beim Tor zur wichtigen 1:0-Führung zeigte die einzige Sturmspitze der Elf von Marco Kurz ihre Klasse. Eine Hereingabe in den Strafraum von Florian Dick behauptete Shechter mit dem Rücken zum Tor stehend, setzte gekonnt Olcay Sahan in Szene, der dann auf der linken Seite Ivo Ilicevic bediente. Der Deutsch-Kroate brauchte aus acht Metern nur noch einzuschieben.

Kurzpassspiel für Shechter

Die Torentstehung könnte das Modell für das zukünftige Spiel des FCK sein: Mit schnellen, kurzen Pässen zu Chancen kommen. Denn anders als Vorgänger Lakic ist Shechter kein großgewachsener Kopfballspieler. Der Angreifer kommt mehr über seine Schnelligkeit, Wendigkeit und Spielstärke. "Klar ist meine Schnelligkeit eine meiner Stärken, aber ich denke, auch meine Technik ist okay und ich weiß, wo das Tor steht", sagt Shechter über sich selbst.

Sein Kapitän beim FCK, Christian Tiffert, beschreibt gegenüber bundesliga.de die neue Situation so: "Wir müssen mehr über das Spielerische kommen, weil wir unseren Topstürmer Srdjan Lakic verloren haben, den wir viel mit Flanken füttern konnten." Der Mittelfeldmann sieht bei seinem neuen Teamkameraden andere Qualitäten: "Jetzt haben wir mit Itay Shechter einen kleineren, wendigeren Spieler dazugewonnen."

Shechter kommt mit der Empfehlung eines israelischen Meistertitels (2010) und zwei Pokalsiegen (2010 und 2011), jeweils mit Hapoel Tel Aviv. Bevor der Rechtsfüßer 2009 zu dem Arbeiterclub gewechselt war, mit dem er in der vergangenen Saison auch in der Champions League spielte, stand er bei Maccabi Netanya unter Vertrag. Dort wurde Shechter unter anderem von Lothar Matthäus trainiert. Insgesamt traf der Israeli in seinem Heimatland in 144 Erstligaspielen 46 Mal.

André Anchuelo