Am Mittwoch ist endlich so weit: Werder Bremen bestreitet in Istanbul das UEFA-Pokal-Finale gegen Schachtjor Donezk (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker).

Ganz Fußball-Deutschland fiebert der Partie entgegen. Natürlich auch Klaus Allofs. Werders Vorstandsvorsitzender und Sportdirektor spricht im Interview über seine Erwartungen für das Finale und über den Verlauf der aktuellen Spielzeit.

Frage: Klaus Allofs, vor 17 Jahren haben Sie als Spieler von Werder Bremen mit dem Führungstor den Grundstein zum Gewinn des Europapokals der Pokalsieger gelegt. Nur noch Erinnerung oder immer noch Motivation, am Mittwoch in Istanbul gegen Schachtjor Donezk nach dem UEFA-Pokal zu greifen?

Klaus Allofs: Das gewonnene Finale von 1992 in Lissabon gegen AS Monaco ist Vergangenheit. Aber noch heute sprechen unsere Fans davon. Deswegen verdeutlichen wir unseren Spielern auch, wie wichtig ein solches Endspiel ist.

Frage: In der Bundesliga wird Werder Bremen nur einen enttäuschenden zehnten Platz belegen. Ist das Erreichen der Endspiele im UEFA-Cup und DFB-Pokal dafür ein wirklicher Ausgleich?

Allofs: Es ist sensationell, dass wir die Chance haben, den UEFA-Cup zu gewinnen. Für mich persönlich ist das ganz weit oben anzusiedeln. Wir haben zwei Gelegenheiten, die Saison zur erfolgreichsten der Geschichte zu machen, sowohl sportlich als auch finanziell. Dies ist der Höhepunkt meines jetzigen Jobs.

Frage: Sind sie überzeugt davon, dass Werder Bremen sich im Finale durchsetzen kann?

Allofs: Was man für ein solches Endspiel braucht, ist diese besondere Siegermentalität. Dass die Mannschaft diese besitzt, hat sie in den bisherigen Spielen im UEFA-Cup gezeigt, zuletzt gegen den HSV. Wir sind von dieser Elf überzeugt und glauben, dass sie genug Potenzial besitzt.

Frage: Werder Bremen wird gleich drei Stammspieler in Istanbul nicht einsetzen können. Per Mertesacker ist verletzt, Hugo Almeida und Diego sind gelbgesperrt. Ist nicht speziell der Ausfall von Diego ein Riesen-Handicap?

Allofs: Wir haben die spielerische Klasse, um im Finale zu bestehen, in welcher Zusammensetzung auch immer. Trotzdem tut es mir persönlich für Diego und alle, die schönen Fußball sehen möchten, leid, dass er nur zuschauen darf. Zum Glück ist er dann ja in Berlin gegen Bayer Leverkusen wieder dabei.

Frage: Ärgern Sie sich immer noch über die Verwarnung von Diego aus der Partie beim HSV?

Allofs: Eine Katastrophe! Unmöglich, eine solche Kollektikstrafe zu verhängen. Man muss als Schiedsrichter auch mal den Mut haben, nur dem Provokateur Gelb zu zeigen.