Frankfurt/Main - Nach dem zweiten Saisonsieg gegen den 1. FC Nürnberg war die Erleichterung bei den Spielern und Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt deutlich zu spüren. Wieder einmal erfolgreich beim 2:0 gegen die Franken war Stürmer Theofanis Gekas. Der Grieche erzielte schon seinen vierten Saisontreffer.

Nach zuvor nur einem Sieg aus fünf Spielen war der Erfolgsdruck für die Eintracht gegen Nürnberg groß. Dass das hart erkämpfte 2:0 gegen in der zweiten Halbzeit überlegene Nürnberger, die ein Mal Pfosten und ein Mal Latte des Frankfurter Tores getroffen hatten, am Ende glücklich war, störte Eintracht-Innenverteidiger Maik Franz nicht: "Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen durch den Sieg. Es war heute wichtig zu gewinnen, egal wie."

Typisches Gekas-Tor

Den Grundstein für den Erfolg legte Theofanis Gekas durch sein Führungstor in der 17. Minute. Nach einem Eckball seines Landsmanns Georgios Tzavellas setzte sich der nur 1,80 Meter große Grieche gegen Pinola im Kopfballduell durch und nickte zur Führung ein, die die Franken fortan vergeblich versuchten auszugleichen. Eintracht-Kapitän Chris markierte nach einem Konter zwei Minuten vor Abpfiff dann das erlösende 2:0 für die Frankfurter.

Das Führungstor war ein typisches Gekas-Tor. Er schlich so lange im Sechzehner umher, bis er an der richtigen Stelle stand und traf. "Er hat halt seine Stärken im Strafraum", lobt Eintracht-Trainer Michael Skibbe.

Gekas und Skibbe verbindet eine gemeinsame Vergangenheit bei Bayer Leverkusen, wo der Trainer Förderer des mittlerweile 30 Jahre alten Angreifers war. Doch Skibbe ist bislang nicht nur wegen der Tore mit Gekas zufrieden. "Er muss oft als alleinige Spitze Wege zulaufen. Er ist läuferisch stark. Ich bin sehr zufrieden mit ihm", sagte Skibbe. Dabei ist das Laufen nicht unbedingt die Stärke des Griechen.

Verpflichtung zahlt sich aus

Das Toreschießen aber schon, das hat der Mann aus Larisa seit seiner Ankunft in der Bundesliga im Jahr 2006 bewiesen. In Bochum wurde er mit 20 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga, bevor er zu Bayer Leverkusen wechselte. Nach einem unglücklichen Zwischenspiel beim FC Portsmouth, wechselte Gekas im Winter 2009/10 zur Hertha nach Berlin. Schon damals waren Skibbe und die Eintracht an einer Verpflichtung interessiert. Ein halbes Jahr später nun ist Gekas froh, bei seinem Förderer in Frankfurt angekommen zu sein.

Bislang hat sich die Verpflichtung des wortkargen Angreifers ausgezahlt. Mit vier Treffern in sechs Spielen ist er Frankfurts bester Schütze. Zwei seiner Tore markierte er per Kopf, trotz seiner geringen Körpergröße ist Gekas kopfballstark. Lange profitierte auch die griechische Nationalmannschaft von Gekas' Torriecher: In der Qualifikation zur WM 2010 war er mit zehn Treffern der erfolgreichste Torschütze im Wettbewerb.

Seine Karriere in der griechischen Nationalmannschaft beendete Theofanis Gekas nach 51 Einsätzen und 20 Toren überraschend diesen Sommer. Für die Eintracht muss dies kein Nachteil sein. So fällt die Doppelbelastung weg und Gekas kann künftig weiter ausgeruht für die Frankfurter auf Torejagd gehen.

Tobias Schächter