Das Geißbockheim inmitten des Kölner Grüngürtels ist die Traditionsstätte des 1. FC Köln und fast so bekannt wie sein Namensgeber und FC-Maskottchen Geißbock Hennes. Möglicherweise wird der reiselustige Kölner Fan bald auch in Thailand im Geißbockheim einkehren können – dank des dort ansässigen Fanclubs "jeck op Kölle".

In Nongpralai, nahe des Seebades Pattaya, lebt "Oberjeck" Bodo Cieslar mit seiner Frau und zwei Kindern und hat die kölsche Lebensart erfolgreich nach Thailand exportiert. Bei dem 57-jährigen, der vor über 40 Jahren selbst mal für den 1. FC Köln in der B-Jugend gespielt hat, dreht sich (fast) alles um Köln und seinen Lieblingsklub.

Deshalb plant Cieslar den Bau eines zweiten Geißbockheims im Stile eines Thai-Holzhauses auf Stelzen: Das von Cieslar in Nongpralai kostenlos zur Verfügung gestellte Grundstück, idyllisch gelegen am Ufer eines Lotusblumensees mit Palmen, Bananen und einer Bambushütte, ist schon vorhanden.

Interkulturelle Begegnungsstätte

Neben Pflege von kölschem Brauchtum und Lebensart ist hier ferner eine Begegnungsstätte zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen geplant und zudem ein Wochenend-Ausflugsheim für benachteiligte Kinder. Auch für den Natur- und Umweltschutz in Thailand möchte sich der Verein "jeck op Kölle" engagieren.

"Der zukünftige Treffpunkt des Club "jeck op Kölle" in Thailand müsste eigentlich mehrere Namen tragen. Aber letztendlich wird immer das gleiche Ziel verfolgt wird, nämlich herzensgute, nette Menschen, gleich welcher Kultur, Nationalität und Glaubensrichtung zusammen zu bringen.

Wir haben uns für den Namen "Geißbockheim" entschieden, weil es am charmantesten klingt, zu dem geplanten Thai-Holzhaus auf Stelzen passt und die Verbundenheit zu Köln recht gut verdeutlicht, ohne damit den Fußball und den 1. FC Köln zu sehr in den Vordergrund stellen zu wollen", beschreibt Cieslar.

Calmund sagt Unterstützung zu

Für das Projekt hat Cieslar jüngst einen prominenten Unterstützer gefunden. Reiner "Calli" Calmund, den ehemaligen Manager von Bayer Leverkusen, der in Pattaya Urlaub machte, fing Cieslar kurzerhand vor dessen Hotel ab.

Abgesehen von einer harmlosen knapp zwei Meter langen, dünnen, grünen Baumschnüffler-Schlange, die bei den Fotoaufnahmen knapp über ihm im Palmengewächs "relaxte" (Cieslar: "Die ist nur in den Hinterzähnen leicht giftig, um ihre Beute, Mäuse, Vögel, Geckos und Frösche "freundlicherweise" vor dem Verschlingen zu betäuben"), war Calmund bei seinem Besuch mit dem vereinseigenen Tuk-Tuk am 5. Februar von Natur, Umgebung und dem "Musterhaus" für das zukünftige Geißbockheim total begeistert und sagte spontan seine Unterstützung für dieses gemeinnützige Projekt zu. Denn finanziert werden soll das Heim vorwiegend durch Spenden.