Kaiserslautern - Die Namen seiner Gegenspieler kennt Bastian Schweinsteiger zwar nicht, über die Ziele mit der Nationalmannschaft in den kommenden Monaten weiß der Mittelfeldspieler dagegen umso besser Bescheid. "Ich kenne natürlich nur wenige Spieler von Kasachstan", sagte der 26-Jährige mit Blick auf das EM-Qualifikationsspiel am Samstag in Kaiserslautern (ab 19:45 Uhr im Live-Ticker) gegen die Osteuropäer: "Aber die nächsten drei Qualifikationsspiele sind sehr wichtig für uns. Wir können uns da einen Vorsprung vor Österreich, der Türkei und Belgien erarbeiten."

Schon ein Erfolg gegen Kasachstan würde die Deutschen auf dem Weg zur Europameisterschaft in Polen und der Ukraine im kommenden Jahr entscheidend voranbringen. Der fünfte Sieg im fünften Spiel ist jedenfalls fest eingeplant. "Die Mannschaften hinter uns spielen noch gegeneinander und nehmen sich die Punkte weg. Umso wichtiger ist es, dass wir am Samstag und die nächsten zwei Spiele gegen Österreich und Aserbaidschan gewinnen", erklärte Schweinsteiger.

"Leicht fegst du die nicht aus dem Stadion"

Auf die leichte Schulter möchte der Star von Rekordmeister Bayern München die kasachische Mannschaft um die deutschen Legionäre Sergej Karimow (VfL Wolfsburg) und Heinrich Schmidtgal (Rot-Weiß Oberhausen) aber nicht nehmen. "Man muss auch diese Mannschaften erstmal besiegen. So leicht, mit 60 oder 70 Prozent, fegst du diese Teams auch nicht mehr aus dem Stadion. Wir müssen schon eine ordentliche Leistung bringen, um das richtige Resultat einzufahren", sagte Schweinsteiger.

Den Weg zum Sieg gegen die Kasachen, die in ihren bisherigen vier Spielen in der Qualifikationsgruppe A noch keinen Punkt geholt und noch kein Tor erzielt haben, gibt der 85-malige Nationalspieler selbst vor. "Es wird einfacher für uns werden, wenn wir frühzeitig ein Tor machen. Für uns gilt es, unseren Stil durchzubringen. Wir müssen schnell und ballsicher spielen. Wir müssen auf uns schauen. Der Gegner muss sich nach uns richten - und nicht wir nach dem Gegner", sagte Schweinsteiger.

"Die Hälfte der Karten gehören mir"

Ähnlich wie Schweinsteiger sieht es sein Teamkollege Miroslav Klose. "Es ist ein Vorteil, dass wir den Gegner schon vom 3:0 aus dem Hinspiel kennen. Wir haben hervorragende Qualität. Wenn wir den Fußball spielen, den wir spielen können, werden wir das Spiel für uns entscheiden. Wenn wir ein frühes Tor machen, dann kann sogar ein hoher Sieg herausspringen", sagte der Torjäger, der wegen seines zehnjährigen "Dienstjubiläums" in der Nationalmannschaft und der Rückkehr auf den heimischen Betzenberg derzeit im Mittelpunkt des Interesses steht.

"Die Hälfte der Karten gehören mir", scherzte Klose hinsichtlich des bereits ausverkauften Fritz-Walter-Stadions. Ein Großteil der 47.849 Zuschauer wird in der Tat auf Klose schauen. Schließlich hat die Karriere des gebürtigen Polen beim 1. FC Kaiserslautern begonnen. Und dort wird sie möglicherweise auch enden. "Ich kann mir Vieles vorstellen - auch das", erklärte Klose: "Jetzt freue ich mich aber erstmal auf den Samstag. Die Fans werden uns nach vorne peitschen. Die Stimmung wird gut sein."

Klose in der Nationalmannschaft gesetzt

Gute Laune hat auch Klose selbst. Schließlich ist der 32-Jährige trotz seiner Reservistenrolle bei den Bayern in der Nationalmannschaft weiterhin gesetzt. "Miro ist für die Nationalmannschaft unverzichtbar. Seinen Stellenwert hat er bei der WM in Südafrika wieder gezeigt", sagte Bundestrainer Joachim Löw über seinen Stürmer, der bei den Bayern seinen Platz an Mario Gomez verloren hat.

Sauer auf seinen Konkurrenten ist Klose deshalb aber nicht: "Das ist ein ganz normaler Konkurrenzkampf. Mario ist ein Weltklasse-Spieler. Ihm geht es im Verein derzeit gut, mir in der Nationalmannschaft."


Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung:

Neuer - Lahm, Mertesacker, Hummels, Aogo - Khedira, Schweinsteiger - Müller , Özil, Podolski - Klose