Köln - Die deutschen Vertreter in der Champions League und der Europa League stehen in ihren nächsten Runden vor unterschiedlich schweren Aufgaben.

Hier die Begegnungen im Überblick:

Champions League:

Juventus Turin - FC Bayern München (23. Februar und 16. März)

KAA Gent - VfL Wolfsburg (17. Februar und 8. März)

Europa League:

Borussia Dortmund - FC Porto

FC Schalke 04 - Schachtar Donezk

Sporting Lissabon - Bayer 04 Leverkusen

FC Liverpool - FC Augsburg

Die Hinspiele finden am 18. Februar statt, die Rückspiele am 25. Februar.

FCB gegen Juventus

Während Rekordmeister Bayern München in der Königsklasse auf Juventus Turin mit Weltmeister Sami Khedira trifft, bekommen es die "Wölfe" mit dem großen Außenseiter KAA Gent zu tun. Nach schwachem Saisonstart hat sich der italienische Rekordmeister in der Liga wieder gefangen, liegt aber als Vierter noch nicht im Soll. Im Juni verlor Juve das letzte Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona in Berlin mit 1:3.

Zuletzt trafen die Bayern im April 2013 auf die Turiner. Im Viertelfinale der Königsklasse setzte sich die Elf von Jupp Heynckes in der Triple-Saison mit 2:0 und 2:0 durch. Im Rückspiel traf Mario Mandzukic, der mittlerweile genauso wie Khedira für die "Alte Dame" spielt. Dagegen wechselten Arturo Vidal und Kingsley Coman vor der Saison aus Turin an die Isar.

"Ein sehr schweres, aber auch sehr attraktives Los“, sagte Bayerns Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge nach der Ziehung, "zum Erreichen des Viertelfinales benötigen wir zwei sehr gute Partien." Kapitän Philipp Lahm sprach von einem "europäischen Klassiker. Juve stand letzte Saison im Finale, das ist schon eine große Herausforderung." Thomas Müller meinte: "Wir haben mit Juve stets gute Erfahrungen gemacht in der Champions League. Vor allem freue ich mich auf das Turiner Stadion, das wird ein Erlebnis."

In der Gruppenphase setzten sich die Italiener gegen den FC Sevilla und Borussia Mönchengladbach (0:0/1:1) durch und beendeten die Gruppe D hinter Manchester City als Zweiter. Mit Torwart-Legende Gianluigi Buffon und Paul Pogba haben die Norditaliener zwei weitere Top-Stars in ihren Reihen, zudem bilden Andrea Barzagli, Leonadro Bonucci und Giorgio Chiellini das Abwehrgerüst der Nationalmannschaft.

Wölfe wollen Gent nicht unterschätzen

VfL Wolfsburgs Manager Klaus Allofs konnte sich nach der Auslosung ein Schmunzeln nicht verkneifen. Mit Gent bekamen die "Wölfe" den wohl leichtesten Gegner zugelost und dürfen auf den ersten Viertelfinal-Einzug der Club-Geschichte hoffen. "Ohne den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, erscheint es eine lösbare Aufgabe", sagte Allofs.

Der Außenseiter aus Flandern wurde in diesem Jahr erstmals belgischer Meister und holte zweimal den Pokal. Viel mehr Titel gab es noch nicht, dennoch blieb Wolfsburg bescheiden. "Das ist kein unbeschriebenes Blatt. Wer in der Gruppenphase Lyon und Valencia hinter sich lässt, muss Fußball spielen können", sagte Allofs. Wolfsburgs belgischer Torhüter Koen Casteels soll der Mannschaft in der nächsten Zeit die nötigen Informationen über Gent stecken. Beide deutsche Teams spielen zunächst auswärts. Das Finale der Champions League steigt am 28. Mai 2016 in Mailand.

Deutsch-portugiesische Duelle beim BVB und B04

Gleich zwei Bundesliga-Clubs treffen auf ein portugiesisches Team. Der Gegner von Borussia Dortmund lautet FC Porto. Damit trifft der BVB erstmals seit dem Jahr 2001 auf ein portugiesisches Team im Europapokal. "Sportlich ist es ein sehr schwieriges Los, aber zugleich ein sehr reizvolles für unsere Fans. FC Porto – das bedeutet fast schon wieder Champions-League-Atmosphäre. Wir gehen es an", sagte Dortmunds Vorsitzender der Geschäftsführung, Hans Joachim Watzke.

Auch Bayer 04 Leverkusen reist nach Portugal - zu Sporting Lissabon. Der Club ist momentan Tabellenführer in der portugiesischen Liga, gefolgt vom BVB-Gegner Porto. "Sporting ist eine große Herausforderung. Wir müssen ein gutes Hinspiel hinlegen, um dann im Rückspiel mit aller Macht und Wucht ins Achtelfinale einzuziehen. Das ist ein Spiel auf Augenhöhe", schätzt Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler die Situation ein.

Augsburg trifft auf Klopp, Schalke auf Donezk

"Der Wahnsinn nimmt kein Ende" twitterte der FC Augsburg unmittelbar nach der Auslosung. Die Fuggerstädter treffen in der nächsten Runde auf den FC Liverpool, wo der ehemalige BVB-Trainer Jürgen Klopp an der Seitenlinie steht. "Wir haben das letzte Spiel gegen Klopp 1:0 gewonnen, das nehmen wir mal als gutes Omen", äußerte sich FCA-Manager Stefan Reuter mit Blick auf das letzte Spiel gegen Borussia Dortmund.

Für den FC Schalke 04 hätte es "leichter kommen können", meinte S04-Torhüter Ralf Fährmann. Die Königsblauen spielen gegen den ukrainischen Vizemeister Schachtjor Donezk. Auch Trainer Andre Breitenreiter zeigt Respekt: "Es war uns klar, dass in der K.O.-Phase der Europa League die Gegner hochklassiger werden. Donezk kommt als Gruppendritter aus der Champions League, war dort in den vergangenen Jahren immer vertreten. Das ist eine große Herausforderung, die wir kämpferisch annehmen."