Darmstadt - Josep Guardiola traute seinen Ohren nicht. Da hatte sein Darmstädter Kollege Dirk Schuster doch tatsächlich behauptet, dass der Bayern-Coach beim ungefährdeten 3:0-Sieg über sein Team ein paar sehr gute Spieler "geschont" habe.

Als ein Journalist dann auch noch einmal nach Philipp Lahm, Thomas Müller und Xabi Alonso fragte, die erst im zweiten Durchgang eingewechselt worden waren, sah sich Guardiola zu einer Klarstellung genötigt: "Das war für heute die beste Elf", sagte er. Und schickte eine Ansage an die Spieler hinterher, die in Darmstadt nicht für die Stammelf nominiert worden waren. Es wäre ein "großer Fehler", wenn einer von ihnen denken würde, "dass sie deshalb am Dienstag automatisch dabei sind."  

Rode und Kimmich trumpfen auf

Von den elf Spielern, die am Samstag von Beginn an auf dem Rasen standen, nutzten jedenfalls einige die Gelegenheit, sich nachhaltig in Erinnerung zu rufen. Joshua Kimmich zeigte beispielsweise eine fehlerfreie Partie auf der Sechserposition und traute sich mit zunehmender Spieldauer auch offensiv mehr zu.

Der in Stuttgart ausgebildete Mittelfeldmann wurde von Guardiola dann auch ebenso gelobt wie Sebastian Rode, der nicht nur ein Tor vorbereitet und eines selbst erzielt hatte, sondern in der alten Heimat Südhessen insgesamt der auffälligste Bayern-Akteur gewesen war. "Wir Trainer wissen genau, was er kann", sagte Guardiola. Wie auch Joshua Kimmich habe es Rode "verdient, bei diesem Verein zu spielen." Beide bekämen aufgrund der Konkurrenzsituation längst nicht die Einsatzzeiten, die sie verdient hätten.

Martinez macht Guardiola glücklich

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Als hätte sich die Rotation in der Bayern-Mannschaft nicht bereits durch die Hereinnahme von Rode und Kimmich bezahlt gemacht, trugen sich auch zwei Bayern-Spieler mit ihren jeweils ersten Bundesliga-Treffern für die Münchner in die Torschützenliste ein: Kingsley Coman und Arturo Vidal, der den wichtigen Treffer zum 1:0 erzielte und damit sein erstes Bundesligator seit dem 23. April 2011 schoss. Damals traf er für Bayer Leverkusen im Spiel gegen Hoffenheim.

Auch Kingsley schoss gleich in seinem zweiten Einsatz für die Bayern sein erstes Bundesligator. Er ist damit nach Franck Ribéry, Willy Sagnol, Jean-Pierre Papin und Bixente Lizarazu der fünfte Franzose, der für Bayern in der Bundesliga traf. Wie der fleißige Vidal hatte sich auch Coman den Torerfolg regelrecht erarbeitet. Nur Douglas Costa war an mehr Torschüssen direkt beteiligt (acht) als der Mann, der kurz vor Ende der Transferperiode  von Juventus Turin verpflichtet worden war (sechs Torschussbeteiligungen) und zudem eine extrem gute Zweikampfbilanz aufwies: 65 Prozent der Duelle konnte er für sich entscheiden. 

Doch bei allem Lob für Rode, Vidal & Co. - am meisten freute sich Guardiola am Samstag Nachmittag darüber, dass die Leidenszeit von Javi Martinez beendet ist. Den Mann, der nach 13 Monaten Verletzungspause erstmals wieder eingewechselt werden konnte, braucht Guardiola, dem mit Jerome Boateng derzeit nur ein gelernter Innenverteidiger zur Verfügung steht, derzeit am dringendsten als Option für die Defensive "Er hat mir gesagt, dass er keine Schmerzen hat", berichtete der Bayern-Trainer nach dem Spiel sichtlich erfreut. "Das ist die beste Nachricht."