Mit seinem ersten "Doppelpack" der Saison erlöste Grafite den VfL Wolfsburg von seiner zehn Spiele dauernden Serie ohne Sieg. Und das ausgerechnet im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 und Trainer Felix Magath, jenen Mann, der die Niedersachsen noch vor wenigen Monaten zur ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte geführt hatte.

Aber auch für Grafite selbst war es ein Befreiungsschlag. Im zweiten Pflichtspiel in Folge gelangen dem Torschützenkönig der vergangenen Bundesliga-Spielzeit zwei Treffer. Schließlich netzte er auch noch bei der 4:1-Gala in der Europa League gegen den FC Villarreal ein Mal ein. Entsprechend erleichtert zeigt er sich im Interview mit bundesliga.de.

Grafite spricht noch einmal über das Duell gegen die "Königsblauen" und seinen ehemaligen Coach. Er erklärt, wie er mit der schwierigen Saison der "Wölfe" umgeht und welche Ziele das Team noch hat. Außerdem blickt der Stürmer auf das Niedersachsen-Derby am 24. Spieltag.

bundesliga.de: Wolfsburg hat endlich wieder gewonnen. Dabei lag Schalke lange Zeit in Führung. Wie schwer war es, die Partie noch zu drehen?

Grafite: Es ist sehr schwer, ein Spiel zu drehen, erst recht gegen Schalke. Deren sehr starke Abwehr hatte seit sieben Spielen kein Gegentor bekommen. Doch wir haben es Gott sei Dank geschafft.

bundesliga.de: Es war Ihr erster Bundesliga-"Doppelpack" in dieser Saison. Gibt Ihnen das Selbstbewusstsein für den verbleibenden Saisonverlauf?

Grafite: Ja sehr. Es war ein schönes Gefühl. Ich hoffe, dass ich noch weitere Tore machen kann, um meiner Mannschaft zu helfen, damit wir aus der schlechten Phase herauskommen.

bundesliga.de: Schon gegen Villarreal hatten Sie zuvor doppelt getroffen. Können sich die Wolfsburger Fans wieder auf den "alten" Grafite freuen?

Grafite: Es ist noch zu früh, das zu sagen. Ich habe zwar jetzt getroffen, aber das Leben eines Stürmers ist sehr schwer und nicht voraussehbar. Ich hoffe, dass ich weitere Tore mache und werde mein Bestes dafür geben, wieder der alte zu werden.

bundesliga.de: Vor allem die Wolfsburger Abwehr stand in den vergangenen Wochen und Monaten in der Kritik. Warum lief es gegen Schalke in der Defensive so viel besser?

Grafite: Es war nicht nur die Defensive, sondern auch das Mittelfeld und der Sturm haben nicht so gut gespielt. Gegen Schalke haben alle eine viel bessere Leistung gezeigt und sich vor allem gegenseitig geholfen. Wir sind als Einheit aufgetreten. Es ist uns gelungen, die Fehler aus den letzten Spielen nicht zu wiederholen und uns insgesamt zu verbessern.

bundesliga.de: War es für Sie etwas Besonderes, gegen Felix Magath in Wolfsburg gespielt zu haben?

Grafite: Nein, nichts besonderes. Es war zwar eine andere Atmosphäre, weil wir mit Magath Geschichte geschrieben und zwei schöne Jahre gehabt haben. Deswegen war es schön, ihn wieder zu sehen.

bundesliga.de: Der VfL erlebt im Jahr nach der Meisterschaft eine schwierige Saison. Wie gehen Sie damit um, dass nicht alles nach Wunsch oder Plan läuft?

Grafite: Es ist sehr schwer, mit dieser Situation umzugehen. Es war leichter, als wir gewonnen haben. Aber damit müssen wir auch klarkommen.

bundesliga.de: Das Erreichen des internationalen Geschäfts war das vor Saisonstart ausgegebene Ziel in Wolfsburg. Hat man das Ziel bereits zurückgeschraubt oder ist das noch erreichbar?

Grafite: Es ist schwer, weil wir die nächsten Spiele alle gewinnen müssten. Aber wir werden unser Bestes geben, in der Tabelle so weit wie noch möglich nach oben zu kommen.

bundesliga.de: Jetzt geht es zum Derby nach Hannover. Was muss der VfL tun, um dort ebenfalls Punkte zu holen?

Grafite: Die letzten guten Spiele wiederholen! Hannover ist in einer sehr schwierigen Lage, und wir müssen auch gewinnen. Es wird auf jeden Fall ein sehr gutes und spannendes Spiel.

bundesliga.de: Wolfsburg hat die vergangenen vier Niedersachsenderbys gewonnen und dabei 14 Tore geschossen. Warum liegt Hannover den "Wölfen" momentan so sehr?

Grafite: In der momentanen Situation werden sie uns nicht so liegen. Sie sind eine gute Mannschaft und müssen unbedingt gewinnen. Wir werden aber alles dafür tun, unsere tolle Statistik gegen sie beizubehalten.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz