Köln - "Die Breite an der Spitze ist dichter geworden." Mit dieser Aussage sorgte der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts vor einigen Jahren für Verwirrung. Was Berti Vogts damit genau ausdrücken wollte, ist bis heute nicht ganz klar. Mit einer sehr breiten Spitze ist der SV Werder Bremen allerdings der erste Auswärtssieg der Saison geglückt.

Die Hanseaten haben mit 123,2 km nicht nur die zweitbeste Laufleistung des Spieltages abgeliefert, sie waren auch das einzige Team, in dem gleich drei Spieler mehr als zwölf Kilometer zurückgelegt haben.

Starke Leistung von Hunt und Arnautovic

Clemens Fritz lieferte mit 12,4 km die fünftbeste Laufleistung ab, Philipp Bargfrede folgt mit 12,3 km auf Rang 8 und Aaron Hunt bringt es mit 12,2 km auf Platz 12 in der Gesamtwertung. Mit 26 angezogenen Sprints liegt Hunt außerdem auf dem 11. Platz der Spieltagswertung und schafft es mit 75 Ballkontakten in die Top 11 der Mittelfeldspieler. Breiter geht Spitze kaum noch.

Marko Arnautovic war zudem der Schnellste: Mit 34,5 km/h gemessener Höchstgeschwindigkeit ließ der Österreicher alle anderen Spieler des Spieltages stehen. Die dichte Breite der Bremer rundete Claudio Pizarro ab, der mit 11,8 km Laufleistung für einen zentralen Angreifer enorm fleißig agierte. Nur der Wolfsburger Patrick Helmes und der Schalker Klaas-Jan Huntelaar waren noch 100 Meter mehr unterwegs. Während Pizarro und Huntelaar jeweils drei Punkte einfahren konnten, lief Helmes vergebens.

Laufen lohnt sich

Seine Wolfsburger waren die Ausnahme des Spieltages, denn sie legten mit 125,7 km nicht nur die längste Strecke zurück, sondern verschärften mit 216 Sprints auch am häufigsten das Tempo. Ihr Kapitän Christian Träsch war darüber hinaus zusammen mit dem Freiburger Julian Schuster mit 13,1 km zurückgelegter Strecke der lauffreudigste Spieler des Spieltags. Dennoch blieb die Magath-Elf am Ende im Breisgau ohne Punkte. Es ist die einzige Partie des Wochenendes, in der die Mannschaft mit den weniger zurückgelegten Metern das Spiel für sich entscheiden konnte.

Bayerische Dominanz

Nur 97 Mal bewegten sich die Bayern in vollem Tempo, seltener als jedes andere Team. Dennoch hätte sogar ihr Ex-Trainer Louis van Gaal seine Freude am 3:0-Erfolg des Rekordmeisters in Kaiserslautern gehabt. Das war Dominanz mit hoher Passgenauigkeit. 525 Pässe spielten die Spieler des FC Bayern in dieser Partie - 1899 Hoffenheim folgt mit 424 Abspielen auf Rang 2. 87,21 Prozent der Zuspiele der Münchner landeten beim Mitspieler. Nur die Quote des Hamburger SV war noch ein bisschen besser.

Und auch die Mannschaft von Jupp Heynckes hat eine sehr breite Spitze: In den Top 5 der meisten Ballkontakte stehen mit Bastian Schweinsteiger (104), Franck Ribery (104), Philipp Lahm (95) und Daniel van Buyten (93) gleich vier Bayern. Lediglich der Dortmunder Neven Subotic konnte mit 94 Ballberührungen in die Münchner Phalanx einbrechen. Es war sicherlich ein Spieltag nach dem Geschmack von Berti Vogts, denn die breiten Spitzen stehen ganz oben in der Tabelle. Ganz dicht zusammen.

Florian Reinecke