Ein Sieg am 16. Spieltag der Bundesliga soll das Schlusslicht Hertha BSC vor der Winterpause noch einmal zurück in den Kampf um den Klassenerhalt bringen.

Das Problem: Am Freitag (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) ist ausgerechnet Liga-Primus Bayer Leverkusen zu Gast im Berliner Olympiastadion. Und die "Werkself" ist als einzige Mannschaft bislang in dieser Saison noch ungeschlagen.

Vorbild Hannover 96

"Wir haben eine Chance. Hannover hat beim 0:0 am vergangenen Samstag gezeigt, wie es gehen kann", sagte Hertha-Trainer Friedhelm Funkel und versuchte, seiner Mannschaft vor dem Duell David gegen Goliath Mut zu machen: "Wir müssen schnell nach vorn spielen, dann ist Leverkusen anfällig."

Auf der einen Seite stehen die Berliner, die am 1. Spieltag ihren einzigen Sieg holten, danach in 14 Spielen lediglich zwei Punkte verbuchten und erst neun Tore schossen, auf der anderen Seite Leverkusen mit dem Top-Torjäger Stefan Kießling, der allein schon zwölf Mal traf, dem zweitbesten Angriff (30 Tore) und der besten Abwehr (neun Gegentreffer).

Kein Selbstläufer

Dennoch sieht Leverkusens Trainer Jupp Heynckes die Partie nicht als Selbstläufer. "Wer das denkt, der hat schon verloren. Diese leichten Spiele gibt es in der Bundesliga nicht mehr", sagte "Don Jupp".

"Wenn wir uns nicht so präsentieren wie in den Spielen vor Hannover, dann wird es richtig schwer. Wir müssen wieder zielstrebiger nach vorne spielen", forderte der 64-Jährige, der ohne Innenverteidiger Manuel Friedrich (Wadenprobleme) auskommen muss.

Ein Bonbon für die Spieler

Für die greifbar nahe Herbstmeisterschaft hat Heynckes, selbst seit 21 Spielen ohne Niederlage, seinen Spielern ein besonderes Bonbon versprochen. Überwintern Kießling und Co. auf Platz 1, beginnt das Training für die Rückrunde erst am 2. Januar. Ansonsten stünden die Leverkusener schon zwischen vom 28. bis 30. Dezember wieder auf dem Trainingsplatz.

An die Rückrunde klammern sich schon jetzt die Berliner, die gegen Leverkusen und danach bei Rekordmeister Bayern München noch ihre Ausgangsposition für den Neubeginn im neuen Jahr verbessern wollen. "Mit Neuverpflichtungen und einem guten Start sind in der Rückrunde 25 bis 28 Punkte möglich", sagte der im Abstiegskampf erfahrene Funkel, der bislang in Berlin aber noch kein Allheilmittel gefunden hat.

Auch Berlins Friedrich droht auszufallen

Mit fünf Punkten nach 15 Spielen ist die Hertha gerade einmal einen Zähler besser als die legendäre Tasmania zum gleichen Zeitpunkt der Saison 1965/66. Funkel, der wahrscheinlich auch auf Kapitän Arne Friedrich (Leistenprobleme) verzichten muss, spricht allerdings auch schon das Horror-Szenario offen an.

"Ich würde aber mit Hertha auch in die 2. Bundesliga gehen. Dafür bin ich mir nicht zu schade", so Funkel, der am Donnerstag 56 Jahre alt wurde. Seine Mannschaft hat nun Gelegenheit ihn zu beschenken...