"Unter Karel Brückner scheint plötzlich eine Effektivität präsent, die in der Ära Josef Hickersberger meist vermisst worden war", schrieb die "Kleine Zeitung" und stimmte in den allgemeinen Jubelsturm über Österreichs "perfekten Start" (Der Standard) ein. "Österreich schafft die Sensation!", titelte "Die Presse".

Die "Österreichischen Nachrichten" freuten sich wie wohl die gesamte Alpenrepublik über den "historischen 3:1-Triumph". Die "Wiener Zeitung" versuchte die Rieseneuphorie etwas zu bremsen und bezeichnete den Erfolg als "Glücklicher Auftakt in der WM-Qualifikation

"Erniedrigung durch Österreich!"

Von positiven Schlagzeilen wie in Österreich konnte man beim Gegner nur träumen. Während die Gastgeber nach dem 3:1 (2:0)-Auftaktsieg gegen den Vizeweltmeister Frankreich bereits die ersten Hochrechnungen für eine erfolgreiche Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika anstellten, wird die französische Revolution in der Grande Nation gegen Coach Raymond Domenech immer bedrohlicher.

"Die Ruinen rauchen noch. Ohne Verteidigung! Einfach nur noch lächerlich. Sie haben nichts im Kopf", ätzte die L'Equipe und fand Zustimmung beim Courrier de l'Quest: "Erniedrigung durch Österreich! Die Franzosen tanzen nur Walzer."

Durch Tore von Marc Janko (8.), Rene Aufhauser (43.) und Andreas Ivanschitz (72., Foulelfmeter) hatten die Österreicher ihren ersten Sieg seit 38 Jahren gegen die feldüberlegenen, aber ideenlosen und in der Defensive erschreckend schwachen Franzosen gefeiert. Daran konnte auch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Sidney Govou (60.) nichts ändern. Karel-Brückner-Sprechchöre erklangen im mit 48.000 Zuschauern ausverkauften Ernst-Happel-Stadion.

Lob an Spieler und Fans

Der Gefeierte gab das Lob an die Mannschaft weiter und nahm die Huldigungen der Fans dankbar entgegen. "Eine sehr disziplinierte Leistung" attestierte der 68-Jährige seinem Team: "Ich war auch von der Atmosphäre und Begeisterung im Stadion sehr angenehm überrascht."

Brückner, der sein Amt als tschechischer Nationalcoach nach sieben Jahren im Anschluss ans Vorrunden-Aus bei der EM niedergelegt hatte, rechnete nach dem Überraschungserfolg hoch. "Es sind nur drei Punkte, wir brauchen noch 18", sagte der erfahrene Trainer und mahnte zur Konzentration auf das Spiel am Mittwoch gegen Litauen.

Realistisch bleiben

Auf dem Boden bleiben müsse man jetzt, erklärte auch Kapitän Ivanschitz. Ein Unterscheid zu den vergangenen Auftritten sei gewesen, dass man clever gespielt habe. "Wir stehen tiefer und lassen dem Gegner weniger Räume. Da kann man als Gegner schon verzweifeln", sagte Ivanschitz.

Aufhauser erkannte ebenfalls eine Veränderung: "Ich glaube, dass wir hier im Stadion im Jahr 2008 viele gute Spiele gemacht haben, es haben aber immer 20, 30 Minuten gefehlt."