Das Nordderby im Halbfinale des Premiere-Ligapokals war Werbung für den Fußball. Den Bayern droht in der Meisterschaft hanseatischer Gegenwind.

Sturm und Regen peitschten durch das Weserstadion, doch nicht einmal die atlantischen Tiefausläufer über der Hansestadt konnten das frühe Fußball-Hoch im Norden verdrängen. Zehn Tage vor dem Punktspielstart war der 2:1 (0:0)-Sieg von Werder Bremen im Liga-Pokal-Halbfinale gegen den Hamburger SV die perfekte Werbung für diesen Wettbewerb.

Gelungener Fußball-Cocktail

Neue Namen und altvertraute Gesichter auf beiden Seiten mixten für die 27.650 Zuschauer einen Fußball-Cocktail, der die Vorfreude auf die Bundesliga spürbar steigerte. "Man kann schon sehr zufrieden sein, insbesondere mit der ersten Halbzeit", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, und Kollege Thomas Doll ergänzte passend: "In der zweiten Halbzeit haben wir vieles viel besser gemacht."

Rekordmeister und Titelverteidiger Bayern München muss sich offensichtlich vom ersten Spieltag an auf heftigen hanseatischen Gegenwind einstellen. "Die Bayern bleiben der Favorit, aber wir sind ebenfalls ein Titelkandidat", formulierte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs.

Neueinkauf Sanogo schlägt gut ein

Und auch der HSV scheint mit dem erst zu Wochenbeginn verpflichteten Boubacar Sanogo einen guten Griff getan zu haben. Der Ivorer bewegte sich leichtfüßig, präsentierte sich ballsicher und setzte mit seinem Debüt-Tor in der 70. Minute das I-Tüpfelchen über 45 überzeugende Spielminuten.

HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer: "Wir hatten ihn immer auf unserer Liste stehen und sind davon überzeugt, dass er uns helfen kann."

WM-Trio macht Werder stark

Dass es für die Gäste nicht zum Finaleinzug am Samstag (18 Uhr/live bei Premiere) im Leipziger Zentralstadion reichte, lag auch an Werders WM-Trio, das nach nur drei Tagen Training sofort die Bindung zu den Teamkollegen fand.

"Man kann von uns noch nicht soviel verlangen, aber wir wollen natürlich den ersten Titel der Saison holen", meinte Torsten Frings, dessen Schlenzer in der 82. Minute der munteren Partie eine Entscheidung per Elfmeterschießen ersparte. Mohamed Zidan hatte die Bremer in der 50. Minute in Führung geschossen.

Bewegung in der Personalie Mertesacker

Während der HSV-Kader nach dem Sanogo-Transfer vorläufig komplett ist, rückt beim Vize-Meister die Verpflichtung von Per Mertesacker immer näher. Seit März wird um den Wechsel des Innenverteidigers der Nationalmannschaft von Hannover nach Bremen gefeilscht, bis zum Wochenende könnte eine Einigung zustandekommen.

"Beide Seiten scheinen gewillt, noch einen Schritt aufeinander zuzugehen", sagte Allofs nach weiteren Gesprächen in der Wochenmitte. 96-Klubchef Martin Kind bestätigte: "Der Wille zur Einigung ist da." Rund fünf Millionen Euro muss der Champions-League-Teilnehmer wohl für den derzeit verletzten Defensivspieler zahlen. Falls "96" keinen adäquaten Ersatz findet, könnte zusätzlich Vorstopper Frank Fahrenhorst von Bremen nach Hannover zu seinem Ex-Trainer Peter Neururer wechseln.

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