Mario Gomez spricht sehr leise und unaufgeregt, er wählt seine Worte mit Bedacht.

"Mario macht einen relaxten Eindruck", stellt Manager Uli Hoeneß von Gomez' neuem Verein Bayern München verblüfft fest. Denn der Angreifer ist von sich überzeugt. Trotz namhafter Konkurrenz sagt er: "Ich werde hier nicht scheitern."

"Ich muss und will mich beweisen"

Die hohe Ablöse bereitet Gomez eigenen Angaben zufolge weder Kopfzerbrechen noch schlaflose Nächte oder Druck.

"Diese Summe war halt die Bedingung, die Stuttgart für meinen Wechsel gestellt hat", sagt er achselzuckend: "Ich gehe damit ganz cool um." Sicher, fügt er noch an, "ich muss und will mich beweisen" gegen Miroslav Klose, Luca Toni, Ivica Olic und den jungen Thomas Müller, seine Rivalen im Kampf um einen Stammplatz. "Aber ich fürchte mich nicht."

"Fußballer des Jahres"

Gomez baut auf eigene Qualitäten und Erfahrung. Denn obwohl er erst knapp 24 Jahre alt ist, hat der Schwabe mit spanischen Wurzeln schon einiges erlebt. Beim VfB war er der unumstrittene Star, stand im Fokus von Fans und Medien, auch wenn es einmal nicht so gut lief.

In den vergangenen drei Spielzeiten war er bester VfB-Torjäger, in der Meistersaison 2006/07 "Fußballer des Jahres" und im abgelaufenen Spieljahr mit 24 Toren in 32 Spielen der beste Deutsche der Bundesliga.

"Ich komme als gestandener Profi"

Zuversicht schöpft Gomez aber vor allem aus der Zeit im Trikot der Nationalmannschaft. 15 Spiele oder 829 Minuten war er dort ohne Treffer, ehe er Anfang Juni gegen die Vereinigten Arabischen Emirate gleich vier Mal traf.

"Das war keine einfache Zeit", sagt er über die Torlos-Phase, "aber sie hat mich stärker gemacht." So stark, dass er - ganz leise, aber doch nachdrücklich - betont: "Die Bayern bekommen für ihr Geld einen guten Spieler. Ich komme als gestandener Profi."

"Bayern München ist ein Weltclub"

Doch seine neue Heimat, in der er mit Freundin Silvia zunächst noch im Hotel wohnt, beeindruckt ihn, das gibt er immerhin zu. "Hier ist alles ein Stück schöner, größer und besser als es bisher bei mir der Fall war. Bayern München ist ein Weltclub", sagt er ehrfürchtig. Vor allem aber sei der FC Bayern ein Club, "mit dem man Titel holen kann". Die Meisterschale und den DFB-Pokal will Gomez gewinnen, "und in den nächsten Jahren vielleicht auch mal die Champions League".

Bis 2013 hat er sich gebunden, und die hohe Ablöse dürfte für Gomez zunächst sogar ein Vorteil sein. Der neue Coach Louis van Gaal gilt zwar als eigen, doch er ist auch erfahren genug zu wissen, dass er solch einen Spieler nicht gleich auf die Bank setzen kann.

"Es ist mein Ziel, zu spielen"

Glaubt man Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, wird dies auch nicht passieren. "Mario wird sicher kein zweiter Podolski", sagt der Bayern-Boss in Anlehnung an Gomez' Nationalmannschaftskollegen, der nach drei Lehrjahren zurück zum 1. FC Köln wechselte.

Gomez weiß um Podolskis Schicksal, er hat mit ihm über die Bayern gesprochen. Und? "Es ist mein Ziel, zu spielen. Und das werde ich auch", sagt Gomez - lässig zurückgelehnt, ganz sachlich. Und cool.