Friedhelm Funkel ist am Samstagvormittag als neuer Trainer beim Zweitligisten VfL Bochum vorgestellt worden. Mit ihm soll der sechste direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga geschafft werden. Der 56-Jährige erhielt einen Vertrag bis 30. Juni 2011, der sich im Falle eines Aufstiegs in die Bundesliga automatisch um ein Jahr verlängert.

"Es geht darum, in die erste Liga aufzusteigen", erklärte Funkel. Zum Trainer- Team gehören Christoph John (Co- Trainer), Stefan Bienioßek (Fitness- und Rehatrainer) und Peter Greiber (Torwart-Trainer).

Für Friedhelm Funkel ist es nach dem KFC Uerdingen (1991 bis 1996), dem MSV Duisburg (1996 bis 2000), Hansa Rostock (2000 bis 2001), dem 1. FC Köln (2001 bis 2002), Eintracht Frankfurt (2004 bis 2009) und Hertha (2009 bis 2010) bereits die siebte Trainer-Station.

Rasche und einmütige Entscheidung

"Wir sind der vollen Überzeugung, dass wir mit Friedhelm Funkel nicht nur ein guten, sondern einen sehr guten Trainer verpflichten konnten", erklärte Werner Altegoer, Aufsichtsratsvorsitzender des VfL Bochum 1848.

"Wir haben sehr intensive Gespräche mit Herrn Funkel geführt und sind dann zusammen mit dem Vorstand zu einer raschen und einmütigen Entscheidung gekommen."

Eine schnelle Einigung sei nur deshalb möglich gewesen, so Altegoer weiter, weil der Verein als erstes und ausschließlich mit Friedhelm Funkel in die finale Abstimmungsrunde gegangen sei, in der beide Seiten sofort viele Gemeinsamkeiten entdeckt haben.

Vertrauen von Fans und Umfeld zurückzugewinnen

Sportvorstand Thomas Ernst: "Er passt optimal in unser Anforderungsprofil. Friedhelm Funkel hat nicht nur reichlich Erfahrung im Umgang mit einer Bundesliga-Mannschaft, sondern kennt auch die 2. Liga sehr gut und hat dort mehrmals unter Beweis gestellt, dass er eine Mannschaft zum Aufstieg führen kann." Mit vier verschiedenen Teams ist das dem Fußball-Lehrer fünf Mal gelungen: Bayer Uerdingen (1992 und 1994), MSV Duisburg (1996), 1. FC Köln (2003) und Eintracht Frankfurt (2005).

Friedhelm Funkel, der am Mittwoch noch das Training bei seinem bisherigen Club Hertha BSC geleitet hatte, freut sich auf die neue Herausforderung und das Bochumer Umfeld: "Ich bin sehr glücklich, dass ich hier in Bochum für die nächste Saison eine interessante und spannende Aufgabe übernehmen darf. Uns eint das gleiche Ziel: Der VfL will sofort zurück in die Bundesliga - und das will ich auch."

Wosz bleibt dem Verein erhalten

Der gebürtige Neusser hob hervor, dass es das vorrangige Ziel der Mannschaft und des Trainerteams sein müsse, das Vertrauen von Fans und Umfeld zurückzugewinnen. "Die Leute müssen von Anfang an spüren, dass da eine Mannschaft auf dem Rasen steht, die unbedingt wieder nach oben will. Dazu brauchen wir jedoch eine positive Grundeinstellung, denn die 2. Liga ist gewiss kein Selbstläufer. Auch da wird guter Fußball gespielt. Aber wir werden die Ärmel hochkrempeln und hart für unser gemeinsames Ziel arbeiten", so der neue Cheftrainer.

Das Interimsduo Dariusz Wosz und Nico Michaty bleibt dem VfL Bochum 1848 erhalten. Die beiden betreuen auch in der kommenden Saison die U19 (Wosz) bzw. die Zweite Mannschaft (Michaty). "Sie werden das in enger Abstimmung mit dem neuen Cheftrainer tun, damit eine enge Vernetzung zwischen dem Nachwuchs und der Lizenzspielermannschaft gewährleistet ist", betonte Sportvorstand Thomas Ernst.

Zum Ende der abgelaufenen Saison hatte der VfL Trainer Heiko Herrlich entlassen und für die letzten beiden Spiele die sportliche Verantwortung an Dariusz Wosz übertragen. Allerdings half diese Maßnahme auch nicht, die Westfalen verloren beim Deutschen Meister Bayern München und gegen Hannover 96 und stiegen ab.