Die Bayern sind noch einen Sieg vom Triple entfernt - © MIGUEL A. LOPES/POOL/AFP via Getty Images
Die Bayern sind noch einen Sieg vom Triple entfernt - © MIGUEL A. LOPES/POOL/AFP via Getty Images
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Fünf Gründe, warum der FC Bayern München das Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain gewinnt

Mit furiosen Leistungen ist der FC Bayern ins Champions-League-Finale eingezogen. Dort wartet Paris Saint-Germain. bundesliga.de hat fünf Gründe gesammelt, warum die Bayern auch im Finale erfolgreich sein werden.

1. Überragende Sturmreihe

Robert Lewandowski ist in dieser Saison einfach nicht aufzuhalten. Mit 34 Treffern sicherte sich der Bayern-Stürmer in der Bundesliga bereits die Torjägerkrone. Hinzukommen sechs Treffer im DFB-Pokal und mittlerweile 15 Tore in der Champions League - keine Frage, Lewandowski ist derzeit der wohl torgefährlichste Stürmer im Weltfußball. Doch der Pole trifft nicht nur selbst am Fließband, sondern beweist auch immer wieder das Auge für den besser positionierten Mitspieler. Vier Vorlagen in der Bundesliga und fünf in der Champions League sprechen eine klare Sprache.

Doch Lewandowski, so beeindruckend seine Leistungen auch sein mögen, ist nur ein Faktor in der brillanten Bayern-Offensive. Denn auch Thomas Müller läuft mal wieder zur Hochform auf - der Top-Vorbereiter der vergangenen Bundesliga-Saison lieferte vor allem beim historischen 8:2-Sieg gegen Barcelona mächtig ab und dürfte im Finale eine ebenso gewichtige Rolle einnehmen wie sein Offensiv-Kollege Serge Gnabry...

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2) Gnabry der Unterschiedsspieler

Was für eine Sahnetag für Serge Gnabry. Im Champions-League-Halbfinale gegen Olympique Lyon wurde der bayrische Offensivspieler mit einem Doppelpack zum Unterschiedsspieler und brachte den Rekordmeister so auf die Siegerstraße. Bereits in der ersten Halbzeit stellte Gnabry mit seinen beiden Treffern auf 2:0 für die Bayern - Robert Lewandowski machte schließlich kurz vor Schluss den Deckel drauf.

Doch Gnabry wurde nicht erst im Halbfinale zum wichtigen Faktor bei den Münchnern. Mit neun Treffern in der Champions League gehört der 25-Jährige zu den absoluten Leistungsträgern der Mannschaft von Hansi Flick - nur Teamkollege Lewandowski (15) und Borussia Dortmunds Erling Haaland (zehn) trafen öfter. Mit zwölf Saisontoren in der Bundesliga und zwei Treffern im DFB-Pokal liefert Gnabry in dieser Spielzeit richtig ab - es sind die besten Zahlen seiner bisherigen Karriere. Gegen Paris wird der Flügelspieler daran ganz sicher anknüpfen wollen.

Kaum zu stoppen: Alphonso Davies im Laufduell gegen Lyon - Michael Regan/UEFA/Panoramic/ POOL/imago images

3) Starke Defensive mit "Geheimwaffe" Davies

Während die Offensivreihe der Bayern derzeit über jeden Zweifel erhaben scheint, kann der Rekordmeister im Finale auch in der Defensive eine "Geheimwaffe" aufbieten. Wobei die Fähigkeiten von Alphonso Davies wohl kaum noch ein Geheimnis darstellen. Dennoch könnte der rasend schnelle Kanadier als Außenverteidiger zu einem entscheidenden Faktor im Finale werden. Gegen Barcelona glänzte der Flügelflitzer mit zwei Vorlagen und bekam dafür Sonderlob von Defensiv-Kollege Jerome Boateng. "Das war weltklasse gemacht", lobte der Routinier. "So einen talentierten Jungen gibt es nicht oft, der so explodiert. Das freut mich für ihn, weil er auch neben dem Platz bodenständig und sympathisch ist."

Doch auch die Innenverteidigung der Bayern ist derzeit in Gala-Form. Dazu gehört neben Boateng auch David Alaba, dessen Einsatz im Finale aber wegen einer Blessur noch nicht ganz sicher ist. Niklas Süle stünde nach langer Verletzungspause als Ersatzmann bereit. Die Position des rechten Verteidigers dürfte unterdessen erneut Joshua Kimmich zukommen. Ob mit Alaba oder Süle - die Defensivreihe der Bayern ist bereit für das große Finale.

Thomas Müller und David Alaba waren beim CL-Triumph 2013 bereits mit dabei - imago sportfotodienst/imago/Laci Perenyi

4) Erfahrung auf Bayerns Seite

Während es für Paris Saint-Germain das erste Champions-League-Finale der Clubgeschichte wird, geht der deutsche Rekordmeister mit viel Erfahrung ins Endspiel am Sonntag. Ganze zehn Mal waren die Bayern schon im CL-Finale mit dabei - fünf Mal holten die Münchner schlussendlich auch den Titel. Nach 1974, 1975, 1976, 2001 und 2013, als der FCB sich im ersten "deutschen Finale" gegen Borussia Dortmund durchsetzen konnte, soll 2020 nun der nächste Titel folgen. Die Bayern wissen also, wie es geht. Mit Manuel Neuer, Jerome Boateng, David Alaba und Thomas Müller standen vier der heutigen Bayern schon damals in der Startformation.

Paris Saint-Germain hingegen wähnt sich kurz vor dem Ziel, seit Jahren haben die Franzosen als Ziel den Champions-League-Sieg ausgegeben, scheiterten dabei aber immer wieder schon früh auf dem Weg ins Endspiel. Nun hat PSG es geschafft - und der Druck auf den französischen Meister wird dadurch nicht geringer. Mangelnde Erfahrung und eine gewisse Nervosität auf Seiten der Franzosen könnten der Mannschaft von Trainer Hansi Flick also gerade in der Anfangsphase der Partie in die Karten spielen.

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5) Flick am Höhepunkt

Für Hansi Flick dürfte der Einzug ins Champions-League-Finale neben Meisterschaft und Pokalsieg mit dem Rekordmeister das bisherige Highlight seiner Trainerkarriere darstellen. Und es ist auch das vorerst letzte Kapitel einer fantastischen Geschichte. Im November übernahm Flick das Traineramt bei den Bayern von Niko Kovac und führte die Münchner in der Folge nicht nur zu Titeln, sondern sorgte auch dafür, dass die Bayern wieder mit richtigem schönem Fußball glänzen. Ob in Sachen Taktik oder Mannschaftsführung - Flick werden überall Bestnoten attestiert. Den Lohn der Mühen sieht man auf dem Platz.

Lange Zeit war Flick vor allem als Co-Trainer bekannt. Erst erfolgreich an der Seite von Joachim Löw bei der deutschen Nationalmannschaft, die in seiner Amtszeit den Weltmeister-Titel holte, dann beim FC Bayern als Co-Trainer seines Vorgängers. Nun regnet es mit Meisterschaft und Pokalsieg plötzlich Titel für den 55 Jahre alten Fußballlehrer. Bis zu dieser Spielzeit stand für Flick als größter Erfolg als Cheftrainer noch der Aufstieg mit der TSG Hoffenheim in die Regionalliga in der Saison 2000/2001 zu Buche. Das sieht nun deutlich anders aus. Am Sonntagabend könnte Flick dann das Triple schon in seiner ersten Saison als Bayern-Coach perfekt machen. Wenn das nicht Motivation genug ist.