Eintracht Frankfurt ist auf der Suche nach einem neuen Trainer fündig geworden. Michael Skibbe übernimmt ab dem 29. Juni den hessischen Traditionsclub und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011. bundesliga.de stellt den neuen Übungsleiter vor.

Skibbe hat sich einen Platz auf dem Trainerkarussell der Bundesliga gesichert und tritt die Nachfolge von Friedhelm Funkel an, der zuvor fünf Jahre bei der Eintracht war.

Erfahrung als Chefcoach

Die Arbeit seines Vorgängers veredeln, die Eintracht-Fans in Aufbruchstimmung versetzen und den eigenen Ruf aufpolieren: Nach zwei Entlassungen in den vergangenen zwölf Monaten will Skibbe als neuer Eintracht-Trainer zurück in die Erfolgsspur finden.

Skibbe, der von 1983 bis 1987 als Stürmer für Schalke 04 auf Torejagd ging, zählt in der Bundesliga zu der jungen Trainergeneration, kann aber bereits mehrere Jahre als Vereinstrainer vorweisen.

"Mir haftet ja manchmal der Ruf des nicht erfolgreichen Trainers an. Das ist unglaublich unfair. Ich war in Dortmund, bei der Nationalmannschaft und auch in Leverkusen zumeist erfolgreich. Ich habe in den letzten zehn Jahren Spuren hinterlassen, und es ist für mich auch definitiv kein Abstieg, zur Eintracht zu gehen", sagte der frühere DFB-Trainer.

Vom BVB zum DFB

Sein Debüt als Chefcoach hatte der 43-Jährige bei Borussia Dortmund. 1998 übernahm er den BVB und führte den Club gleich in seiner ersten Saison auf den 4. Platz. Im darauffolgenden Jahr musste Skibbe nach einer 0:1-Heimniederlage am 18. Spieltag gegen Kaiserslautern vorzeitig gehen.

Die Zeit als Vereinstrainer war vorerst beendet. Stattdessen heuerte er bei der deutschen Nationalmannschaft an. Zwischen 2000 und 2004 betreute Skibbe gemeinsam mit Rudi Völler die DFB-Elf, nahm dabei an der Weltmeisterschaft 2002 und an der Europameisterschaft 2004 teil. Nach dem Vorrundenaus bei der EURO 2004 in Portugal traten sowohl Völler als auch Skibbe von ihren Posten zurück.

Vorzeitiges Ende in Istanbul

Im Oktober 2005 kehrte er zurück in die Bundesliga. Diesmal als Trainer bei Bayer Leverkusen. In den ersten zwei Spielzeiten führte er Bayer zwei Mal in Folge auf den 5. Rang und somit ins internationale Geschäft. In der Saison 2007/08 stand Leverkusen vor dem letzten Spieltag auf Platz 4, verspielte aber am entscheidenden finalen Spieltag zuhause gegen Werder Bremen (0:1) die Qualifikation für den UEFA-Pokal. Der tiefe Fall von Rang 4 auf 7 verurteilte Bayer Leverkusen zur Abstinenz von internationalen Wettbewerben. Die Wege von Leverkusen und Skibbe trennten sich nach der Saison.

Nach knapp fünf Jahren in Deutschland zog es den ehemaligen Stürmer in die Türkei. Galatasaray Istanbul hieß der neue Verein. Mit ehemaligen Bundesliga-Akteuren wie Lincoln und Fernando Meira traf Skibbe dabei auf alte Bekannte. Im Dezember vergangenen Jahres kehrte Skibbe mit Galatasaray zurück nach Deutschland.

In der Gruppenphase des UEFA-Pokals ging es zur Berliner Hertha. Nach einer 2:5-Heimpleite in der türkischen Süper Lig gegen das damalige Schlusslicht Kocaelispor musste Skibbe im Februar frühzeitig den Orient verlassen.

Hohe Erwartungen in Frankfurt

Sowohl in Dortmund, Leverkusen oder auch zuletzt bei Galatasaray hatte Skibbe stets eine sehr spielstarke Mannschaft zu betreuen. In Frankfurt sehen die Vorzeichen nun etwas anders aus, doch die Erwartungen bei der Eintracht an den neuen Coach sind hoch. Mit Torhüter Ralf Fährmann von Schalke 04 und Verteidiger Maik Franz vom Absteiger Karlsruher SC wurden die ersten neuen Hoffnungsträger verpflichtet.

Nach zwei 14. Plätzen in der Saison 05/06 und 06/07, einem 9. Rang im Jahr darauf und einem enttäuschenden 13. Platz diese Saison, ist der Ruf nach höheren Zielen in Frankfurt ausgebrochen.

"Caio ist ein sehr guter Fußballer"

Skibbe will für die geforderte Aufbruchsstimmung sorgen: "Ich freue mich sehr auf meine Aufgabe bei der Eintracht. Ich will attraktiven, guten und aufregenden Fußball spielen lassen und mit der Eintracht einen weiteren Schritt in eine gute Bundesliga-Zukunft machen. Wir wollen Begeisterung und Feuer im eigenen Stadion auslösen."

Aus Eintracht-Sicht bleibt zudem zu hoffen, dass Skibbe das vielleicht niemals endende Thema um den Brasilianer Caio in den Griff bekommt. "Caio ist ein sehr guter Fußballer, er hat sehr großes Potenzial, und es wird meine Aufgabe sein, das Optimum aus ihm rauszuholen", sagte Skibbe.