Köln - In Mainz darf zurzeit gewitzelt werden: Gut, dass jetzt Länderspielpause ist. So haben alle Fans der 05er Zeit genug, sich die ganzen Neuzugänge zu merken.

Fünf Mal hat der 1. FSV Mainz 05 seit Freitag auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Das ist erstens ungewöhnlich, zweitens sehr untypisch für Mainz 05 und könnte drittens als Aktionismus missverstanden werden – zumal sich die Rheinhessen schon früh von DFB-Pokal und Europa League verabschieden mussten.

Doch der Fall liegt anders beim 1. FSV, und es gibt viele gute Gründe für die fünf Neuen. Zum einen waren Manager Christian Heidel lange Zeit die Hände gebunden; durch den späten Beschluss von Thomas Tuchel, seinen Trainerjob nicht in Mainz fortzusetzen, musste Heidel Transfergespräche vorerst aussetzen. Erst mit der Verpflichtung von Trainer Kasper Hjulmand war eine der wichtigsten Baustellen geschlossen.

Gute Alternativen für die Außenbahnen

Und zum anderen sind die Mainzer Last-Minute-Zugänge allesamt vielversprechend. Angefangen beim Freitagstransfer Jairo Samperio Bustara (Jairo) bis Philipp Wollscheid, der Montag das Quintett der Neu-Mainzer komplettierte. „Jairo ist ein junger, hungriger und entwicklungsfähiger Spieler, der bereits drei Jahre auf höchstem Niveau in Spanien gespielt hat“, freut sich Heidel auf den aktuellen U21-Nationalspieler Spaniens vom FC Sevilla.

Während Jairo der Nachfolger von Nicolai Müller (zum HSV) auf der rechten Seite werden könnte, gilt Jonas Hofmann als Mann für die linke Außenbahn – und somit als hervorragender Ersatz für Eric Maxim Choupo-Moting (Schalke 04). „Jonas kann besonders auf der Außenbahn durch seine Schnelligkeit ordentlich Dampf machen“, sagt Heidel folgerichtig.

"Das sind logische Verpflichtungen"

Auch die anderen drei haben sich konkret für 05 empfohlen. Leverkusens Wollscheid soll die Lücke, die der länger verletzt fehlende Nikolce Noveski hinterlässt, auf Anhieb gleichwertig füllen. Angreifer Pablo de Blasis hat als Kapitän von Asteras Tripolis maßgeblich dazu beigetragen, dem 1. FSV den Weg in die Europa League zu verbauen. Und Stürmer Sami Allagui ist ein guter alter Bekannter bei den Rheinhessen, der von 2010 bis 2012 beim FSV unter Vertrag stand und dabei in 47 Partien 14 Tore erzielte.

"Das sind keine Panik-Verpflichtungen, das sind logische Verpflichtungen. Es dauert eben ein bisschen, um Spieler zu ersetzen“, begründet Heidel, der aber auch um Geduld warb: "So ein Umbruch braucht Zeit.“

Fakt ist aber auch, dass der Trainer nun noch mehr gefordert ist. Mit den fünf Transfers und einem Zwei-Punkte-Bundesligastart ist die Ausgangslage für Hjulmand hier und heute gar nicht so schlecht. "Ich habe ab Dienstag viel Arbeit. Wir haben auf die richtigen Spieler gewartet und sie bekommen - das ist sehr entspannend für mich", meint der Däne. Das nächste Auswärtsspiel am 13. September gegen Hertha BSC wird zeigen, wie entspannt es in Mainz weitergeht.