Für den AC Florenz zählt am 4. Spieltag der Gruppenphase in der Champions League gegen den FC Bayern München eigentlich nur ein Sieg (Mi., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker).

Denn sollte Olympique Lyon erwartungsgemäß zu Hause gegen Steaua Bukarest gewinnen, wäre Florenz bei einem Remis mit fünf Punkten Rückstand auf die Bayern und sechs auf Lyon schon fast raus aus der "Königsklasse".

Prandelli sieht "Chancen"

Das 0:3 im Hinspiel in der Allianz Arena spiegelte nicht wirklich das Spielgeschehen wieder. Denn die "Fiorentina" hatte durchaus Möglichkeiten, um das ein oder andere Tor zu erzielen. "Wir besaßen in München einige gute Chancen, das sollte uns Mut für Mittwoch geben", erklärte Trainer Cesare Prandelli.

Doch auch der FC Bayern München darf zuversichtlich auf das Rückspiel blicken. bundesliga.de zeigt Schwachpunkte der Italiener.

Zielwasser

Florenz hat eine Schussgenauigkeit von nur 37,2 Prozent - nur drei Teams zielen momentan in der Serie A noch schlechter. Da wundert es nicht, dass die Italiener noch ohne Weitschusstor sind. Schon 86 Mal schossen sie am gegnerischen Tor vorbei oder drüber (inkl. Pfosten und Latte) - am häufigsten von allen Teams. Zum Vergleich: Die Schussgenauigkeit der Münchner liegt bei 43,9 Prozent. Die Zahlen können dennoch ein bisschen täuschen. Denn Alberto Gilardino führt die Torjägerliste nach zehn Spieltagen mit sieben Treffern an. Dabei kam er nur acht Mal zum Einsatz!

Startschwierigkeiten

Eines ist in dieser Saison beim AC Florenz gerade in der Liga besonders auffällig: Bis die "Fiorentina" auf Touren kommt, dauert es immer ein bisschen. Denn sie ist als einziges Team in Italien noch ohne Tor in den ersten 15 Minuten - sowohl in der ersten wie auch der zweiten Halbzeit. In den vergangenen beiden Spielen galt das sogar für die kompletten 90 Minuten. Denn seit zwei Ligaspielen warten die Fans nun auf einen Treffer. Gegen Inter gab es ein 0:0 und in Siena verlor man 0:1. Insgesamt sind es schon 208 torlose Spielminuten auf Seiten der "Fiorentina".

Abnehmer verfehlt

Nicht nur die Schussgenauigkeit beim AC Florenz hinkt noch ein bisschen den Top-Mannschaften in der Seria A hinterher. Auch bei der Passgenauigkeit kann es noch weiter bergauf gehen. Denn "nur" 77,6 Prozent aller Abspiele zum Mitspieler finden auch den richtigen Abnehmer. Immerhin: Bei sechs Teams der Serie A ist die Quote noch schwächer. Auch hier wieder der Vergleich mit dem FC Bayern: Die Münchner haben mit 82,7 Prozent die höchste Passgenauigkeit in der Bundesliga.

Frühstarter

In der Bundesliga galt Ailton als der "König des Abseits". Kaum ein Spieler wandelte so häufig auf dem schmalen Grat zwischen Alleingang und Abpfiff. Im Kollektiv ist das Team von Trainer Claudio Cesare Prandelli in Italien auf einem ähnlich "erfolgreichem" Weg. Denn die Spieler in den violetten Trikots standen in dieser Saison bereits 54 Mal im Abseits - das ist Ligahöchstwert. Intern führt Alberto Gilardino die Liste mit 20 Abseitsstellungen an. In der Seria A toppen ihn da nur Zlatan Ibrahimovic von Inter Mailand und Diego Milito vom FC Genua (je 22).

Erster Durchgang hui, zweiter pfui

Was der AC Florenz in der Seria A Spieltag für Spieltag in der Defensive leistet ist schon allererste Sahne. Zumindest wenn man nur die ersten 45 Minuten betrachtet. Denn dort kassierte die "Viola" lediglich einen Gegentreffer. Schlimm wurde es nach der Pause. In den ersten 15 Minuten nach dem Wiederanpfiff kassierte das Prandelli-Team fünf Buden - das sind 63 Prozent (!) seiner Gegentore. Insgesamt kassierte Torwart Sebastian Frey 88 Prozent, also sieben der acht Gegentreffer in der 2. Halbzeit. Das kann momentan kein Verein in der Serie A überbieten.