München - Der Südwesten mischt in der Saisonendphase die Bundesliga auf. Der VfB Stuttgart strebt im Eiltempo in Richtung Europapokal. Dank eines Schlussspurts könnte sich 1899 Hoffenheim ebenfalls für eben diesen qualifizieren. Und der SC Freiburg hat sich mit einer imposanten Serie vom Tabellenende ins Mittelfeld katapultiert. bundesliga.de hat die Fakten zum Höhenflug der baden-württembergischen Clubs.

VfB Stuttgart: Labbadias Weg, Bobics Händchen

Der VfB Stuttgart ist seit neun Spielen ungeschlagen und holte dabei starke 23 von 27 möglichen Punkten. Dank dieser Serie liegt das Team von Trainer Bruno Labbadia mit vier Punkten Vorsprung auf Rang 5, der zur direkten Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League berechtigt. Sieben Mal davon gingen die Schwaben dabei als Sieger vom Rasen. "Wir sind auf einem super Weg", betont der Trainer. Er wird aber auch nicht müde zu warnen: "Wir dürfen jetzt den Mund nicht zu voll nehmen." Zu frisch ist die Erinnerung an die ernüchternde Vorsaison. Dabei konnte der geneigte Betrachter zuletzt schon ins Schwärmen geraten: Stuttgart sorgte an den letzten vier Spieltagen für beste Fußball-Unterhaltung, erzielte insgesamt 15 Tore! Die Schwaben erzielten im Kalenderjahr 2012 ligaweit die meisten Tore (36). Manager Fredi Bobic bewies mit der Verpflichtung von Vedad Ibisevic ein goldenes Händchen. Der Bosnier ergänzt die VfB-Offensive um das nötige Quäntchen Kaltschnäuzigkeit. Stuttgart gehört in der Rückrunde zu den erfolgreichsten Mannschaften der Bundesliga. In der 2. Saisonhälfte holte nur Ligaprimus Dortmund mehr Punkte (38) als der VfB (27).

1899 Hoffenheim: Hamsternd in Richtung Mittelfeld

Hoffenheim ist seit fünf Spielen ungeschlagen (3 Siege, 2 Remis) - eine längere Serie gelang 1899 innerhalb von einer Saison in ihrer Bundesliga-Geschichte noch nie. "Vor drei Wochen waren wir noch mitten im Abstiegskampf", sagt Trainer Markus Babbel: "Da haben wir uns mit einer Energieleistung herausgearbeitet." Nach dem 26. Spieltag lagen die Kraichgauer noch auf Platz 12 - mit nur fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Mit einem Heimsieg könnte das Babbel-Team nun bis auf einen Zähler an Bayer Leverkusen heranrücken - nach dem 26. Spieltag lag die "Werskelf" noch zehn Punkte vor Hoffenheim. Zuletzt in Freiburg hielt Starke zum zweiten Mal in Folge seinen Kasten sauber - drei Mal hintereinander zu Null spielte Starke in der Bundesliga noch nie. "Wenn man nicht gewinnen kann, sollte man wenigstens nicht verlieren", resümierte Babbel nach dem Remis gegen den SCF. Mit dieser Eichhörnchen-Taktik könnte es sogar noch für Europa reichen. Nur drei Punkte beträgt der Abstand zu Tabellenplatz 7.

SC Freiburg: Mit Streichs Philosophie aus dem Keller

Nach dem jüngsten 0:0 gegen 1899 Hoffenheim ist der SC Freiburg nun seit acht Partien unbesiegt (5 Siege, 3 Remis). Trainer Christian Streich gab sich trotzdem wortkarg und verließ die Pressekonferenz nach ein paar knappen Sätzen. "Wir wünschen uns nichts, wir erarbeiten uns alles", meinte er nur auf die Frage nach den Aussichten im Abstiegskampf. Dabei gäbe es gute Gründe, über den Höhenflug der Badener zu plaudern. Für die Breisgauer ist das die längste Serie seit über elf Jahren - damals in der Saison 2000/01 blieb Freiburg unter Volker Finke sogar zehn Spiele ungeschlagen, das ist gleichzeitig auch die Rekordserie des SC in der Bundesliga-Historie. Trotzdem ist der Abstieg theoretisch noch möglich. "Gesichert sind wir rechnerisch noch nicht. Zudem haben wir noch schwere Spiele vor uns", sagt Freiburgs Torjäger Sebastian Freis. Immerhin muss Freiburg noch gegen den direkten Konkurrenten Köln und bei Spitzenreiter Dortmund ran. Mut macht die jüngste Bilanz für die kommenden Aufgaben allemal. Der SC Freiburg hat die letzten drei Auswärtsspiele alle gewonnen - 3:1 beim HSV, 2:0 in Leverkusen und 2:1 bei der Hertha.