Köln - Obwohl der Ball am 14. und 16. Mai gar nicht rollte, war Betrieb am Hamburger Millerntor. Im Stadion des FC St. Pauli fand das Festival "Fußball und Liebe" statt. "Fußball hat für uns sehr viel mehr mit Liebe zu tun als mit Gewalt. Wir möchten mit unserem Festival ein Zeichen setzen gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung und für das, was den Fußball wirklich ausmacht", erklärte Christoph Nagel vom "1910 - Ein Museum für St. Pauli e.V." die Ziele der Veranstaltung. 

In Berlin eröffnete Thomas Schneider, Leiter Fanangelegenheiten der DFL Deutsche Fußballliga, am 20. Mai mit einem Beitrag des NDR über das Festival in Hamburg die vierte Informationsveranstaltung zum Anfang 2014 vom Ligaverband ins Leben gerufenen "Pool zur Förderung innovativer Fan- und Fußballkultur", kurz PFiFF. Das Festival am Millerntor ist eines von zahlreichen bereits umgesetzten PFiFF-Projekten. Die mehr als 20 Teilnehmer erfuhren bei der Informationsveranstaltung in Berlin, wie der Weg von einer Idee zu einem erfolgreichen Projekt verlaufen könnte.

Fördersumme von 500.000 Euro pro Saison

Damit die 500.000 Euro, die der Ligaverband pro Saison für PFiFF zur Verfügung stellt, transparent und zielgerichtet verteilt werden, wird die DFL von kompetenten Partnern unterstützt. Eingehende Anträge evaluiert Thomas Schneider gemeinsam mit Prof. Dr. Werner Steffan, Britta Klose und Heijo de Vries von der Fachhochschule Potsdam, Ulrike Krause und Bernd Wagner (ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH (EXIT)) sowie Katja Kruse vom Ministerium für Inneres und Kommunales Nordrhein Westfalen (Geschäftsführung Nationaler Ausschuss Sport und Sicherheit). So sind vielfältige Expertisen an der Entscheidungsfindung beteiligt.

Neben einer ausführlichen Beratung für Antragsteller auf PFiFF-Fördergelder blieb in Berlin noch genug Zeit, sich über Ideen für Projekte auszutauschen. "Die Teilnehmer sollen merken, dass sie ein Projekt nicht als Einzelkämpfer umsetzen müssen, sondern dass wir - wenn die Idee gut ist - jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen", beschrieb Schneider einen wichtigen Aspekt der Informationsveranstaltungen.

Christian Radatus vom Fanprojekt Wolfsburg war vom Gedankenaustausch in Berlin beeindruckt: "Meine Erwartung war, dass wir ganz viel über die Antragsformalitäten für unser Projekt mit dem VfL Wolfsburg, der Einrichtung "Arbeit und Leben" und dem "Zentrum demokratische Bildung" lernen. Jetzt bin ich ganz überrascht. Wir haben auch inhaltlich ganz viel mitgenommen. Was wir bislang geplant haben ist gut, aber durch diese Veranstaltung wird es noch besser", so Radatus nach dem intensiven Arbeitstreffen.

"Bekanntheit von PFiFF steigt kontinuierlich"

Auch Thomas Schneider zeigte sich mit der vierten Informationsveranstaltung äußerst zufrieden. "Wir haben die Reise durch die Republik erfolgreich zu Ende gebracht und merken, dass die Bekanntheit von PFiFF kontinuierlich steigt und die Unsicherheit, wie man einen Antrag richtig stellt, immer mehr schwindet", befand der Leiter Fanangelegenheiten der DFL. Damit ist ein wichtiges Ziel der Veranstaltungen in Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Berlin erreicht.

Die Teilnehmer lernten nicht nur PFiFF, sondern sich auch untereinander kennen. Dadurch entstehen Netzwerke, die ein elementarer Bestandteil von PFiFF sind. Neben der Entstehung vieler toller Ideen haben in Berlin auch zahlreiche neue Projektanträge ihren Anfang genommen. Vielleicht dient eines dieser Projekte als Filmvorlage zur Eröffnung der ersten PFiFF-Informationsveranstaltung der Saison 2015/16.

Florian Reinecke