Sinsheim - "Das ist natürlich sehr enttäuschend für uns." Trainer Markus Babbel konnte seinen Ärger über die 2:3-Heimniederlage von 1899 Hoffenheim gegen den 1. FC Nürnberg nicht verbergen.

Mit dieser Niederlage verspielten die Badener die Chance, doch noch Tabellenrang sieben zu erreichen, der zur Teilnahme an Qualifikationsspielen zur Europa-League berechtigt. Mit vier Punkten ist der Rückstand auf den Tabellensiebten Hannover 96 vor dem letzten Saisonspiel nicht mehr aufzuholen. Allerdings sind nur vier Heimsiege in einer Runde einfach auch zu wenig, um internationale Träume wahr werden zu lassen.

"Mental nicht mehr bei hundert Prozent"



Das Spiel gegen die Franken war ein Spiegelbild der Saison, die Hoffenheimer schießen einfach zu wenig Tore aus ihrer Vielzahl von Möglichkeiten. Nach einer kleinen Aufholjagd Ende März, mit der man die Abstiegsgefahr bannte, fehlt nun im Endspurt auch ein wenig die Kraft. Mittelfeldspieler Sejad Salihovic gibt zu: "Ich bin froh, dass die Saison bald vorbei ist."

Über die neue Runde wolle er sich noch keine Gedanken machen. Laut Babbel strebt man ja mittelfristig die Champions-League in Hoffenheim an. Salihovic sagt nur: "Wir wollen eine gute Mannschaft stellen." Babbel gab zu, dass es ihn persönlich sehr ärgere, dass die Chance auf die Europa-League nun verspielt sei. In seiner Analyse aber gab er sich ehrlich und resümierte: "Diese Saison war sehr eng. Wir waren mittendrin im Abstiegskampf. Man merkt nun, dass ein Stück weit mental nicht mehr alle bei hundert Prozent sind. Wir haben nicht die Qualität, da oben rein zu kommen. Dazu muss man Tore erzielen. Das machen wir nicht, sondern wir machen entscheidende Fehler. Dann braucht man sich nicht mit der Europa-League auseinanderzusetzen."

Emotionslos gegen den Ex-Club



Nur die Verteidiger Andreas Beck (22.) und Edson Braafheid (88.) trafen zum 1:1, beziehungsweise zum 2:3. Der Sieg der Nürnberger, die nun selbst noch eine kleine Chance auf die Europa-League-Qualifikationsteilnahme haben, war verdient. Die kräftemäßig ausgezehrten Hoffenheimer und ihr Trainer stehen aber nächste Woche noch einmal im Fokus der Liga. Die Badener müssen am letzten Spieltag beim Tabellenvorletzten Hertha BSC Berlin antreten.

Für die Berliner könnte durch einen Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage des 1. FC Köln gegen den FC Bayern München doch noch Relegationsrang 16 und die Entscheidungsspiele gegen den Dritten der zweiten Liga herausspringen. Zusätzlich gewürzt wird die Partie dadurch, dass Markus Babbel die Berliner bis zur Winterpause trainiert hatte. Nun sagt Babbel: "Das ist noch einmal eine riesige Plattform, um uns zu präsentieren. Alle schauen auf uns, das ist kein normales Spiel. Wir sind für uns und auch für Köln noch einmal verpflichtet, alles dafür zu tun, alles aus uns herauszuholen."

Er persönlich, gehe die Sache "relativ emotionslos" an, betonte Babbel, der mit der Hertha aufgestiegen war und mit den Berlinern in der Vorrunde noch 20 Punkte gesammelt hatte, bevor sich die Wege dann trennten.

Tobias Schächter