Bremen - Nach zehn Punkten aus den vergangenen vier Spielen wähnte sich Werder Bremen auf dem Weg nach oben. Doch mit dem 1:3 vor heimischem Publikum gegen den 1. FC Nürnberg ist bei den Grün-Weißen schnell wieder Ernüchterung eingekehrt. "Einige Spieler haben einfach noch nicht verinnerlicht, was es heißt, für Werder zu spielen", findet Kapitän Torsten Frings nach der vermeidbaren Pleite gegen die "Clubberer" klare Worte.

Frage: Herr Frings, haben Sie schon eine Erklärung gefunden, warum Werder nach gutem Beginn noch so eingebrochen ist?

Frings: Wir müssen das Spiel klar für uns entscheiden, aber bei den ausgelassenen Chancen fehlt uns offenbar der Killer-Instinkt. Außerdem haben wir momentan in jedem Spiel individuelle Aussetzer dabei oder arbeiten als Team nicht gut nach hinten.

Frage: Vor allem in der 2. Halbzeit lief nicht mehr fiel zusammen.

Frings: Nach dem Rückstand haben wir noch einmal offensive Leute gebracht. Wir haben aber viel zu früh nur noch hohe Bälle nach vorne gespielt. Aber spielerisch klappte es auch nicht. Am Ende haben wir alles probiert und waren viel zu offen. So etwas geht einfach gar nicht.

Frage: Nach der Pleite in Hannover haben Sie schon mahnende Worte gefunden. Diese sind aber scheinbar nicht auf fruchtbaren Boden gefallen.

Frings: Einige Spieler haben einfach noch nicht verinnerlicht, was es heißt, für Werder zu spielen. Es fehlt die nötige Ernsthaftigkeit. Wir haben hier einen hohen Anspruch und dem hinken wir weit hinterher.

Frage: Wo sehen Sie das Hauptproblem?

Frings: Wir gehen zu sorglos mit den Chancen um. Das hat uns schon das Weiterkommen gegen Bayern gekostet. Aber die Spieler machen sich keinen Kopf, was sie für Möglichkeiten liegen lassen. Es hilft nicht, wenn sie unter der Woche super trainieren und sich dann wundern, wenn es im Spiel nicht klappt. Vor allem müssen wir aber anfangen das Defensiverhalten zu verbessern. 21 Gegentore sind eindeutig zu viel.

Frage: Wie gehen Sie jetzt in das Spiel gegen Twente Enschede?

Frings: Wenn wir dieses Heimspiel gewinnen, dann haben wir gute Chancen, in der Champions League weiterzukommen." Aber zuvor müssen wir die Niederlage gegen Nürnberg verarbeiten.

Aus Bremen berichtet Michael Reis