Leverkusen - Dank eines Treffers von Arturo Vidal in der 90. Spielminute hat Bayer Leverkusen sein Europa League-Spiel gegen Aris Saloniki mit 1:0 gewonnen. Damit verteidigte die Elf von Trainer Jupp Heynckes die Tabellenführung in der Gruppe B und besitzt beste Chancen, die K.-o.-Runde zu erreichen.

Nach dem Spiel sprach bundesliga.de mit Leverkusens offensivem Mittelfeldspieler Sidney Sam über die Perspektiven Bayers in der Europa League und das bevorstehende Bundesliga-Spiel gegen seinen ehemaligen Verein, den 1. FC Kaiserslautern, am kommenden Sonntag.

bundesliga.de: Glückwunsch Sidney Sam zum Last-Minute-Sieg gegen Aris Saloniki. Da kann man wohl von einem glücklichen Erfolg sprechen oder?

Sidney Sam: Das war kein gutes Spiel von uns. Nach den vielen "englischen Wochen" war es nicht einfach. Es ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Eigentlich wollten wir ein frühes Tor machen, aber das hat nicht geklappt. Saloniki hat eine gute Mannschaft, das haben sie schon im Hinspiel gezeigt. Trotzdem haben wir kein Gegentor kassiert, die Null hat gestanden. Und dann haben wir am Ende doch noch verdient das Tor gemacht. Ich weiß nicht, warum es diesmal spielerisch nicht so gut gelaufen ist. Wir müssen das Spiel aufarbeiten und analysieren.

bundesliga.de: Ist es eine besondere Qualität von Bayer, dass die Mannschaft in dieser Saison auffallend viele entscheidende Tore in der Schlussphase schießt? Das war in Hannover so, gegen Frankfurt, in Wolfsburg, jetzt wieder. Verfügt die Mannschaft über einen besonderen Killerinstinkt?

Sam: Wir machen das ein bisschen wie Bayern München. (lacht) Nein, Spaß beiseite. Wir geben von Anfang bis Ende Gas. Uns zeichnet aus, dass wir kämpfen. Und so verdienen wir uns auch das Tor, auch wenn es dann erst spät fällt. Gegen Saloniki haben wir das wieder erneut bewiesen. Das ist sicher eine unserer Stärken in dieser Saison.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie die Ausgangsposition von Bayer Leverkusen in der Europa League?

Sam: Wir haben uns eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet. Jetzt wollen wir noch die beiden ausstehenden Spiele gegen Rosenborg und Atletico Madrid gewinnen. Dann sind wir eine Runde weiter.

bundesliga.de: Bayer führt jetzt die Tabelle vor Atletico Madrid an. Ist das der härteste Konkurrent um den Gruppensieg?

Sam: Atletico ist eine Riesenmannschaft. Aber wir haben schon beim 1:1 im Hinspiel bewiesen, dass wir dagegen halten können. Wenn wir die Sache am letzten Spieltag wieder so und diesmal vor eigenem Publikum angehen, dann können wir sie schlagen.

bundesliga.de: Das wäre dann der Gruppensieg. Kommen wir auf die Bundesliga zu sprechen. Am kommenden Sonntag gastiert mit dem 1. FC Kaiserslautern Ihr ehemaliger Verein in der BayArena. Mit welchen Gefühlen gehen Sie in das Spiel?

Sam: Für mich ist das ein ganz besonderes Spiel. Ich bin mit Kaiserslautern in die Bundesliga aufgestiegen und freue mich, dass ich meine früheren Mitspieler wieder sehen werde. Wir wollen uns in dem Spiel ganz anders präsentieren als gegen Saloniki. Da müssen wir auf jeden Fall besser spielen, zu alter Form finden und Gas geben.

bundesliga.de: Wie sehr verfolgen Sie noch den Weg des 1. FC Kaiserslautern in der Bundesliga und wie bewerten Sie die bisherigen Leistungen des FCK?

Sam: Eigentlich hat der FCK bislang immer gut gespielt, aber oft unglücklich verloren. Der Verein ist auf einem guten Weg. Ich glaube nicht, dass er absteigt. Ich rechne damit, dass sie sich am Sonntag bei uns hinten reinstellen und um jeden Meter kämpfen werden. Darauf müssen wir uns einstellen und im Spiel nach vorne eine Lösung finden.

bundesliga.de: Wie sehen Sie Ihre eigene Perspektive bei Bayer, nachdem Sie sich in den letzten Spielen immer öfter in die Startelf gekämpft haben und auf Schalke zuletzt das Siegtor geschossen haben?

Sam: Ich bin mit meiner Entwicklung zufrieden. Es geht bergauf. Ich bin auf einem guten Weg, muss aber noch einige Sachen verbessern.

bundesliga.de: Was müssen Sie verbessern?

Sam: Das verrate ich nicht. Aber der Trainer baut auf mich und ist, glaube ich, auch ganz zufrieden mit mir.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski