Beim ungeschlagenen Tabellenführer trägt Hans Sarpei die Bayer-Löwen auf der Brust und kämpft mit deutschen Nationalspielern wie Torwart Rene Adler um den Titel.

Am Tag vor dem Spiel in Hannover wollte es Glücksfee "Fortuna", dass die Nationalmannschaft seiner Heimat Ghana in eine Gruppe mit der DFB-Auswahl gelost wurde. Am 23. Juni 2010 treffen die "Black Stars", mit den drei schwarzen Sternen auf der Brust auf die DFB-Adler.

"Ich hoffe natürlich, auf dem Platz zu stehen", so der 33-Jährige in einem Gespräch mit bundesliga.de über die WM-Auslosung und die Situation in Leverkusen nach dem 0:0 in der niedersächsischen Hauptstadt.

bundesliga.de: Herr Sarpei, wo sind Sie am 23. Juni?

Hans Sarpei: Nicht in Deutschland. Wieso?

bundesliga.de: Da spielt Ghana gegen Deutschland bei der WM...

Sarpei: ...und ich hoffe natürlich, auf dem Platz zu stehen. Ich freue mich auf das Duell gegen Deutschland. Das wird ein tolles Spiel.

bundesliga.de: Ghana trifft neben der DFB-Auswahl auf Australien und Serbien. Ihr Kommentar zur Gruppe?

Sarpei: Die Gruppe ist nicht einfach, aber wir wollen unbedingt weiterkommen.

bundesliga.de: Wer wird Weltmeister?

Sarpei: Da gibt es einige Kandidaten. Ab der K.o.-Runde ist alles möglich, da kommt es auch auf ein bisschen Glück an. Ich hoffe, dass eine afrikanische Mannschaft ins Finale kommt, aber die WM findet nicht in Ghana, Kamerun oder Kenia statt, sondern in Südafrika. Und dort ist es zur Zeit der WM Winter. Das Wetter kommt also gerade den europäischen Mannschaften entgegen.

bundesliga.de: Kommen wir zu Bayer Leverkusen. Die Mannschaft ist auch nach dem 15. Spieltag ungeschlagen. Wird die Serie langsam unheimlich?

Sarpei: Unheimlich? Nein. So eine Serie ist natürlich gut fürs Selbstvertrauen und eine ungeheure Motivation, so weiterzumachen.

bundesliga.de: Ist der Titel schon ein Thema in der Kabine?

Sarpei: Nein, wir denken von Spiel zu Spiel, und wir wollen unbedingt Herbstmeister werden.

bundesliga.de: Der FC Bayern hat vor einer Woche hier 3:0 gewonnen. Für Leverkusen hat es nur zu einem Remis gereicht. Sind Rückschlüsse erlaubt?

Sarpei: Nein. Natürlich wollten wir hier drei Punkte holen, aber Hannover hat sehr gut gespielt. Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein, die Partie abhaken und nun das nächste Spiel gewinnen.

bundesliga.de: Sie wurden 15 Minuten vor Ende der Partie eingewechselt. Was fehlt derzeit zu einem Stammplatz?

Sarpei: Das müssen Sie den Trainer fragen. Natürlich will ich als Profi immer von Beginn an spielen und tue dafür alles im Training. Aber eine Mannschaft besteht aus mehr als elf Spielern und ich will dem Team helfen, wo immer ich kann. In der zweiten Hälfte fehlte uns die Stabilität auf der linken Seite. Der Trainer hat mich gebracht, die Lücken zu schließen. Und das ist mir, glaube ich, auch ganz gut gelungen.

Das Gespräch führte Jürgen Blöhs