Wolfsburg - "Erst heute, dann im Pokal, zwei Siege wären genial", reimten die angereisten Anhänger des SC Freiburg auf einem Banner vor der Partie beim VfL Wolfsburg. Nach 77 Spielminuten war dieser Traum ausgeträumt.

Da verwandelte Ricardo Rodriguez einen von Keeper Roman Bürki an Kevin De Bruyne verschuldeten Strafstoß zum vorentscheidenden 2:0. Es war das erste mal in der Bundesliga-Geschichte, dass ein Schweizer Schütze einen Schweizer Keeper vom Punkt überwand.

"Da war das Spiel entschieden", gab Christian Streich zu. "Es war am Anfang schwierig. Das haben wir nicht gut gemacht", erkannte der Freiburger Trainer die Überlegenheit der Gastgeber in der ersten Viertelstunde an.

Danach habe seine Mannschaft dann mehr Zugriff aufs Spiel bekommen. "Und leider sind wir dann wieder einmal durch einen individuellen Fehler in Rückstand geraten", ärgerte sich Streich über den Aussetzer von Marc Torrejón, der nach 18 Minuten den Ball verstolperte und so De Bruyne das 1:0 ermöglichte. Der Spanier musste zur Pause in der Kabine bleiben und wurde durch Immanuel Höhn ersetzt.

Es fehlten "die letzten drei bis vier Prozent"

"Die zweite Halbzeit war in Ordnung. Wir haben das Spiel lange offen gehalten. Die Mannschaft hat gekämpft, aber leider sind wir wieder nicht torgefährlich genug gewesen", lobte der 49-Jährige seine Spieler, auch wenn "die letzten drei bis vier Prozent gefehlt" hätten, um bei einem Top-Team wie dem VfL Wolfsburg bestehen zu können.

Zug zum Tor vermisste auch Sascha Riether. "Trotz des Ergebnisses haben wir uns eigentlich ganz ordentlich geschlagen. Wir wussten, dass die Wolfsburger immer wieder zu Chancen kommen würden, weil sie vorne über eine so große Klasse verfügen. Auch wir hatten Möglichkeiten, die wir vielleicht mit ein bisschen mehr Zug zu Ende spielen müssen", so der Ex-Wolfsburger.

"Die entscheidenden Spiele kommen erst"

Dass der Tabellen-Vorletzte nie aufsteckte "spricht für die Moral der Mannschaft", merkte Oliver Sorg an. Für den Freiburger Defensivspieler stehen "die Wochen der Wahrheit" noch bevor. "Die entscheidenden Spiele kommen erst. Wir haben noch alles selbst in der Hand".

Am kommenden Samstag kommt mit dem FC Augsburg zwar ein weiterer Europa-League-Aspirant ins Breisgau, aber danach stehen in den letzten acht Spieltagen bis zum Saisonende Duelle mit den Abstiegskonkurrenten 1. FC Köln, Hamburger SV, SC Paderborn sowie dem baden-württembergischen Rivalen VfB Stuttgart auf dem Spielplan.

Möglichkeit zur Revanche im Pokal

Dazwischen kommt es am 7. April zum erneuten Duell mit den Wölfen. Im Viertelfinale des DFB-Pokals müssen die Breisgauer wieder in der Autostadt antreten. Da kann zumindest Teil zwei der Fan-Träume noch in Erfüllung gehen.

Auch wenn Streich den Blick ganz auf die Bundesliga konzentriert. "Wenn wir die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen, verliere ich gern das Pokalspiel."

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs