Bundesliga

Sorgen im Abstiegskampf: "Wir waren chancenlos"

Freiburg - Beim SC Freiburg herrscht nach dem 0:3 gegen Borussia Dortmund Nachdenklichkeit. Mit solch einem Einbruch hatte man nach dem starken Start in die Rückrunde nicht gerechnet.

Ursachenforschung im Abstiegskampf

Wer am Samstag Abend in die Gesichter von Spielern und Funktionären schaute, merkte schnell, dass die 0:3-Niederlage gegen Dortmund nachwirken würde. Zu krass war der Leistungsunterschied zwischen Mannschaften, zu eklatant die Chancenlosigkeit der Freiburger, die nur ein einziges Mal (Oliver Sorg /43.) überhaupt zum Torabschluss kamen.

"Wir waren den Dortmundern in allen Belangen unterlegen", räumte Freiburgs Trainer Christian Streich ein. "Ein furchtbares Spiel. Wir waren völlig chancenlos." Natürlich gab es Ursachen für die Niederlage. Da wäre der schlimme Fehlpass von Mike Frantz zu nennen (9.), der die Freiburger schon früh auf die Verliererstraße brachte. "Wir sind es ja gewohnt, dass wir immer wieder einfache Fehler machen", sagte Streich, der den Lapsus allerdings "schlimmer als ein Eigentor" fand.

Und da wäre der Rasen zu nennen, der nach den Schneefällen der Vergangenheit, dem Dortmunder Powerfußball eher zupass kam als dem Freiburger Kurzpassspiel. Doch nicht nur Oliver Sorg wusste natürlich, dass das keine Erklärung für die Ideenlosigkeit des eigenen Spiels war: "Der Rasen darf keine Ausrede sein, auf dem mussten ja beide Mannschaften spielen."

"Unsere Fans machen sich zurecht Sorgen"

Nachdenklichkeit herrschte im Freiburger Lager auch deshalb, weil man sowohl beim 4:1 gegen Eintracht Frankfurt als auch beim 0:1 in Gladbach starke Leistungen gezeigt hatte. Leistungen, die die Hoffnung auf den Klassenerhalt berechtigt erscheinen ließen und die offenbar auch BVB-Coach Jürgen Klopp registriert hatte: "Wir haben die Freiburger Spiele sehr genau angeschaut", ließ er wissen. Man sei danach gewarnt gewesen: „Wenn man den ihnen Platz lässt um die Türe einen Spalt zu öffnen, dann wird sie von ihnen brutal eingetreten."

Gegen Dortmund trat kein Freiburger gegen irgendwelche Türen, umso vehementer soll nun am kommenden Sonntag das Eingangsportal von Hertha BSC Berlin bearbeitet werden. "Wenn Dortmund erst mal führt, sind die spielerisch zu stark", sagte Offensivmann Felix Klaus. "In dieser Form machen sich unsere Fans zurecht Sorgen. Wir müssen in Berlin jetzt ganz anders auftreten."  

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf